WTI rutscht in Richtung Vorkriegsniveau, da Schifffahrt in der Straße von Hormus wieder aufgenommen wird
WTI bleibt nach einem starken Rückgang in den Bereich von 69,70-70,30 $ pro Barrel unter Druck. Öl hat die aufgrund des Konflikts um den Iran eingepreiste Prämie fast vollständig eingebüßt, da der Markt beginnt, die sich erholenden Ströme durch die Straße von Hormus und ein geringeres Risiko eines unmittelbaren Versorgungsengpasses einzukalkulieren.
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Gleichzeitig ist die geopolitische Prämie nicht vollständig verschwunden, da die Abkommen zur Sicherheit der Schifffahrt fragil bleiben.
US-Lagerbestände und Nachfrage
Der jüngste EIA-Bericht für die Woche bis zum 19. Juni zeigte einen Rückgang der US-Rohölvorräte um 6,1 Millionen Barrel auf 412,1 Millionen Barrel, was ein stärkerer Rückgang als erwartet war. Die Bestände in Cushing fielen um 1,1 Millionen Barrel auf 19 Millionen Barrel. Dies ist ein unterstützender Faktor für WTI, aber die Marktreaktion war aufgrund steigender Benzin- und Destillatvorräte sowie einer geringeren Benzinnachfrage von 8,8 Millionen Barrel pro Tag begrenzt.
Angebot und Geopolitik
Der wichtigste bärische Faktor ist derzeit die Verbesserung der physischen Ölströme aus dem Persischen Golf. Nach Schätzungen von Goldman Sachs haben sich die regionalen Exporte auf etwa 63 % des normalen Niveaus erholt, während sich wieder mehr Tanker durch Hormus bewegen und ihre Tracking-Systeme einschalten. Zusätzlicher Druck resultiert aus den Erwartungen eines höheren OPEC+-Angebots und einer teilweisen Erholung der venezolanischen Exporte.
Technisches Bild der aktuellen Bewegung
Nach dem Rutsch unter 72 $ trat WTI in eine Korrekturphase ein, wobei der Bereich um 70 $ zum wichtigsten kurzfristigen Referenzpunkt wurde. Sollte sich der Preis unter 69,50 $ konsolidieren, könnten die Verkäufer den Druck in Richtung 67,50-66,00 $ erhöhen. Für eine Erholung müssen die Käufer die Preise wieder über 72,00 $ drücken und anschließend die Marke von 74,00 $ durchbrechen, wo sich der nächste Widerstandsbereich nach dem Ausverkauf befindet.
Fazit
Kurzfristig ist das Gleichgewicht zugunsten der Verkäufer gekippt, trotz eines starken Rückgangs der US-Rohölvorräte. Der Markt reagiert stärker auf die schwindende geopolitische Prämie und das sich erholende Angebot, wie bereits mehrfach erwähnt, unter anderem in WTI remains under pressure as geopolitical premium fades, als auf die lokal bullischen EIA-Daten. Das Basisszenario geht von einem WTI-Handel im Bereich von 69,50-72,00 $ aus, wobei ein Durchbruch unter die untere Grenze das Risiko einer Bewegung in Richtung 66,00 $ erhöhen würde, während eine Rückkehr über 72,00 $ darauf hindeuten würde, dass der Ausverkauf an Dynamik verliert.
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