CME plant Wind-Derivate, während erneuerbare Energien die Energiemärkte umgestalten
Die CME Group bereitet die Einführung von Wind-Derivaten in den USA, Europa und Australien vor – ein Zeichen dafür, dass das Wetterrisiko zu einem immer wichtigeren Bestandteil des globalen Energiehandels wird. Die geplanten Kontrakte sollen Versorgungsunternehmen, Windparkbetreibern und Investoren eine standardisierte Möglichkeit bieten, die finanziellen Auswirkungen volatiler Windstromerzeugung abzusichern.
Höhepunkte
- Die CME plant Wind-Derivate für Texas, Großbritannien, Deutschland und Victoria, Australien.
- Die Kontrakte könnten in den kommenden Monaten starten, die Pläne sind jedoch noch nicht final.
- Die Abrechnung würde auf unabhängigen Datensätzen zur Modellierung der Windstromerzeugung basieren.
- Standardisierte Kontrakte könnten die Geschwindigkeit und Liquidität bei der Wetterabsicherung verbessern.
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Börse widmet sich dem Windrisiko
Die Chicago Mercantile Exchange hat Kontrakte vorgeschlagen, die an das texanische Stromnetz, Märkte in Großbritannien und Deutschland sowie den Bundesstaat Victoria in Australien gekoppelt sind, so Bloomberg. Die Produkte könnten in den kommenden Monaten eingeführt werden, wobei die Pläne noch nicht finalisiert sind.
Die Kontrakte würden auf der Grundlage unabhängiger Datensätze abgerechnet, die die theoretische Windstromerzeugung an bestimmten Standorten modellieren. Diese Datensätze könnten von Vaisala Oyj bereitgestellt werden, einem in Finnland börsennotierten Unternehmen für Wetterdaten.
Dieser Schritt spiegelt einen umfassenderen Wandel an den Strommärkten wider. Da Wind- und Solarenergie einen immer größeren Anteil an der Stromerzeugung ausmachen, ist das Wetter zu einer direkten finanziellen Variable für Versorger, Erzeuger und Händler geworden. Eine Flaute kann die Windleistung verringern und das Angebot verknappen, während starker Wind das Netz mit Strom fluten und die Preise drücken kann.
Von maßgeschneiderten Deals zu Standardkontrakten
Die meisten Wetterabsicherungen erfolgen noch über außerbörsliche Kontrakte (OTC). Diese Geschäfte können auf spezifische Risiken zugeschnitten werden, wie etwa Regenfälle an einem einzelnen Tag an einem bestimmten Ort. Die Individualisierung begrenzt jedoch auch Marktgröße, Geschwindigkeit und Liquidität.
Börsennotierte Kontrakte könnten den Handel mit Wetterrisiken vereinfachen. Nicholas Ernst, Managing Director für Wettermärkte bei der BGC Group, sagte, die CME habe die neuen Derivate mit ihm und anderen besprochen. Er erklärte, dass standardisierte Kontrakte die Verhandlungszeit verkürzen und eine schnelle Abwicklung von Geschäften ermöglichen würden.
Die geplanten Windprodukte würden die erwartete Windstromerzeugung an jedem Standort abbilden und den Marktteilnehmern ein Instrument an die Hand geben, um die finanziellen Folgen wechselnder Wetterbedingungen zu steuern. Extremwetter kann die Stromnetze belasten, Preisspitzen auslösen und Verluste für Unternehmen verursachen, die Schwankungen bei erneuerbaren Energien ausgesetzt sind.
Wetter wird zum handelbaren Stromrisiko
Der Vorschlag zeigt, wie sich die Energiemärkte an den Aufstieg der erneuerbaren Energien anpassen. Die CME führt bereits temperaturbasierte Kontrakte für 18 Großstädte in den USA, Europa und Japan. Auch die Abaxx Exchange listet Wind-Futures für Standorte in Europa und den USA.
Vaisala hat über Speedwell Settlement Services bereits zuvor unabhängige Datensätze für Wetterkontrakte der CME Group geliefert. Heute bietet das Unternehmen Dutzende von Wind- und Solarenergie-Indizes in den USA, Europa und Australien an.
Für die Strommärkte ist der Kernpunkt simpel: Wind ist nicht mehr nur ein physischer Input für die Stromerzeugung. Er ist auch ein finanzielles Risiko.
Wir haben auch darüber berichtet, dass die CME Group den Kryptohandel auf 24/7 umstellt.
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