Scope Ratings bestätigt AAA-Rating der CEB mit stabilem Ausblick

Scope Ratings bestätigt AAA-Rating der CEB mit stabilem Ausblick
CEB erhält stabiles AAA

Die Entwicklungsbank des Europarats behält ihre Topbonität, während die Nachfrage nach Sozialinvestitionen in Europa hoch bleibt und das Institut seine Rolle in der Ukraine und bei EU-Programmen ausbaut. Die Bestätigung stützt sich auf eine starke Kapitalbasis, sehr hohe Liquidität, hohe Qualität des Kreditportfolios und die Unterstützung durch hoch bewertete Mitgliedstaaten.

Höhepunkte

  • Scope Ratings bestätigt das AAA-Langfristrating und S-1+-Kurzfristrating der Council of Europe Development Bank mit stabilem Ausblick, gestützt durch starke Kapitalbasis und solide Vermögensqualität.
  • Das Kreditportfolio der CEB erreicht 2025 einen Höchststand von 23,6 Milliarden Euro; Kapitalquote sinkt leicht auf 23,1%, Nettogewinn beträgt 122,3 Millionen Euro.
  • CEB baut ihre strategische Rolle aus, betreut ein InvestEU-Kreditportfolio von derzeit 417 Millionen Euro (Ziel: 1 Milliarde Euro bis 2027), bleibt aber durch hohen Verschuldungsgrad limitiert.

Ratingtreiber und finanzielle Kennzahlen

Wie Scope Ratings mitteilt, bestätigt die Agentur das langfristige Emittentenrating und das Rating für vorrangige unbesicherte Fremdwährungsverbindlichkeiten der Council of Europe Development Bank bei AAA mit stabilem Ausblick sowie das kurzfristige Fremdwährungs-Emittentenrating bei S-1+. Im Zuge der im Dezember 2025 aktualisierten Ratingdefinitionen werden für kurzfristige Ratings keine Ausblicke mehr vergeben; der bisherige stabile Ausblick für diese Kategorie wird daher gestrichen.

Die Agentur begründet die Einstufung mit dem sehr starken institutionellen und finanziellen Profil der Bank. Hervorgehoben werden die durch die Kapitalerhöhung von 2022 gestärkte Kapitalbasis, die hohe Ertragsstabilität, eine sehr gute Vermögensqualität, starke Liquiditätspuffer sowie der wachsende strategische Stellenwert der Bank für soziale Investitionen in Europa.

Das Kreditportfolio erreicht 2025 mit 23,6 Milliarden Euro einen Höchststand nach 22,9 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Kapitalquote liegt Ende 2025 bei 23,1% nach 23,2% im Jahr 2024 und 18,4% im Jahr 2023, während der Nettogewinn 122,3 Millionen Euro nach 124,3 Millionen Euro im Vorjahr beträgt.

Scope hebt zudem hervor, dass es 2025 weder Ausfälle noch verspätete Zahlungen gibt. Die Bank ist überwiegend gegenüber dem öffentlichen Sektor engagiert, 83% des Kreditbuchs entfallen nach Kreditverbesserungen auf Staaten und öffentliche Einrichtungen, während 85,3% der ausstehenden Kredite Investment-Grade-Qualität aufweisen.

Die Liquiditätsposition bleibt ebenfalls stark. Die liquiden Mittel werden Ende 2025 auf 11,8 Milliarden Euro geschätzt, fälligen Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres von 10,3 Milliarden Euro stehen damit ausreichende Puffer gegenüber, einschließlich geplanter Bruttoauszahlungen von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2026.

Wachsende Rolle in Europa und verbleibende Risiken

Die CEB gewinnt laut der Bewertung weiter an strategischer Bedeutung für ihre 43 Anteilseigner. Ihre soziale Ausrichtung unterstützt Mitgliedstaaten bei Themen wie sozialer Entwicklung, Inklusion sowie der Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten; zugleich finanziert die Bank den Wiederaufbau sozialer Infrastruktur in der Ukraine, für die seit dem Beitritt des Landes 2023 bereits mehr als 673 Millionen Euro genehmigt werden.

Auch in der Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission baut die Bank ihre Rolle aus. Als Durchführungspartner des InvestEU-Programms verwaltet sie im Zeitraum 2021 bis 2027 ein Darlehensportfolio von 417 Millionen Euro, das bis 2027 auf 1 Milliarde Euro wachsen soll und teilweise durch die InvestEU-Garantie der Europäischen Kommission abgesichert ist.

Auf der Passivseite verweist Scope auf den guten Marktzugang der Bank. Die CEB refinanziert sich über Benchmark-Emissionen in U.S.-Dollar, Euro und britischem Pfund sowie über Social Inclusion Bonds; seit 2017 werden davon mehr als 13,5 Milliarden Euro emittiert, darunter 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Als Belastungsfaktor nennt die Agentur trotz der Kapitalerhöhung den weiterhin hohen Verschuldungsgrad und einen im Vergleich zu anderen Entwicklungsbanken geringeren zusätzlichen Spielraum für neues Kreditwachstum. Bei einem anhaltenden Kreditwachstum von rund 5% bis 6% in den kommenden Jahren könnte der zusätzliche Spielraum bis 2028 auf etwa 3 bis 4 Prozentpunkte sinken.

Der stabile Ausblick bedeutet nach Einschätzung von Scope, dass die Risiken für das Rating in den kommenden 12 bis 18 Monaten ausgewogen sind. Negativ auf Rating und Ausblick auswirken könnten vor allem anhaltende Verluste mit spürbarer Schwächung der Kapitalbasis oder ein deutlicher Rückgang der Liquiditätspuffer.

In unserem früheren Beitrag zur Debatte über die Finanzierung von Pflege, Rente und Krankenversicherung in Deutschland haben wir erläutert, warum der Reformdruck durch demografische Faktoren weiter zunimmt. Im Fokus stand dabei, dass in den diskutierten Konzepten keine unmittelbaren Rentenkürzungen vorgesehen sind, sondern eher ein langsamerer Anstieg von Ansprüchen – und dass ohne finanziell tragfähige Anpassungen strukturelle Defizite in den 2030er Jahren wahrscheinlicher werden.

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