Deutschland verzeichnet mehr Unternehmensinsolvenzen im ersten Quartal
Die Insolvenzzahlen in Deutschland steigen zu Beginn des Jahres 2026 weiter und deuten auf anhaltenden Druck in der Unternehmenslandschaft hin. Im ersten Quartal werden 6.275 Unternehmensinsolvenzen bei den Amtsgerichten beantragt, während zugleich auch die Zahl der Privatinsolvenzen zunimmt.
Höhepunkte
- Im ersten Quartal 2026 steigt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland um 6,5 Prozent auf 6.275 Fälle gegenüber dem Vorjahr.
- Die Forderungen der Gläubiger sinken deutlich von 19,9 Milliarden Euro auf rund 9,3 Milliarden Euro, da weniger große Unternehmen betroffen sind.
- Im März verzeichnet die Zahl der Verbraucherinsolvenzen einen Anstieg um 18,9 Prozent, im Quartal insgesamt plus sechs Prozent auf 19.679 Fälle.
Insolvenzanstieg im ersten Quartal 2026
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, werden im ersten Quartal 2026 bei den Amtsgerichten 6.275 Unternehmensinsolvenzen beantragt, das sind 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.Besonders stark fällt der Anstieg im März aus. In diesem Monat steigt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,8 Prozent.
Am stärksten betroffen ist der Bereich Verkehr und Lagerwirtschaft. Dort werden im ersten Quartal 32,1 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen registriert, gefolgt vom Gastgewerbe und dem Baugewerbe.
Trotz der höheren Zahl an Insolvenzen gehen die Forderungen der Gläubiger deutlich zurück. Sie sinken von 19,9 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf rund 9,3 Milliarden Euro, weil diesmal weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz anmelden.
Druck auf Konjunktur und Verbraucher nimmt zu
Auch die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet angesichts der schwachen Konjunktur im Gesamtjahr mit weiteren Unternehmensinsolvenzen.Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch sagt Reuters, dass es auch 2026 wieder mehr Insolvenzen und vor allem mehr Schließungen geben werde. Eine konkrete Zahl nennt er nicht, betont aber, dass nicht nur die Menge der Pleiten entscheidend sei, sondern auch, welche Unternehmen betroffen sind.
Besonders besorgniserregend ist nach seiner Einschätzung die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe. Dort müssen viele Unternehmen trotz grundsätzlich gesunder Struktur aus dem Markt austreten.
Nicht nur Unternehmen geraten stärker unter Druck. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen steigt in den ersten drei Monaten des Jahres um sechs Prozent auf 19.679 Fälle, im März liegt das Plus gegenüber dem Vorjahresmonat sogar bei 18,9 Prozent.
In unserem früheren Beitrag zum Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland Anfang 2026 haben wir die deutlich höheren Fallzahlen im März und im ersten Quartal sowie die besonders betroffenen Branchen wie Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe und Bau eingeordnet. Zudem haben wir erläutert, warum die Gläubigerforderungen trotz mehr Insolvenzen stark zurückgingen und dass auch die Verbraucherinsolvenzen spürbar zulegten.
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