WTI-Rohöl stabilisiert sich nahe der 63-Dollar-Marke, da Zölle und Angebotsrisiken die Aussichten belasten
Die Preise für Rohöl der Sorte WTI bewegten sich am Mittwoch in der Nähe von 63,20 $ pro Barrel und stabilisierten sich damit nach einem starken Rückgang von 2 % am Vortag. Der Markt befindet sich in einem Spannungsfeld gegensätzlicher Kräfte: US-Zölle auf indische Importe, Streiks gegen die russische Energieinfrastruktur und ein gemischter US-Lagerbestandsbericht.
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Höhepunkte
- WTI-Rohöl wird nach einem Rückgang von 2 % um 63,20 $ gehandelt, wobei Zölle und geopolitische Spannungen eine Rolle spielen.
- Technisch gesehen liegt der Widerstand bei 64,80 $, die wichtige Unterstützung bei 62,50 $ und das Augusttief bei 60,70 $.
- Die US-Zölle auf Indien und die Streiks zwischen Russland und der Ukraine sorgen für Unsicherheit hinsichtlich der Nachfrage- und Angebotsströme.
Das Ergebnis ist eine zerbrechliche Konsolidierung, da die Händler einschätzen, ob die kurzfristigen Risiken die Nachfrage senken oder das Angebot erhöhen werden. Die Entscheidung Washingtons, die Zölle auf einige indische Importe auf 50 % zu verdoppeln, hat die Aussichten für die weltweite Ölnachfrage getrübt. Indien, der drittgrößte Rohölimporteur der Welt, hatte seine Käufe aus Russland im Zuge früherer Sanktionen gedrosselt, hat aber signalisiert, dass es in den kommenden Monaten wieder höhere Mengen beziehen könnte. Gleichzeitig haben die eskalierenden Streiks im Russland-Ukraine-Konflikt die Besorgnis über mögliche Unterbrechungen der Versorgungswege und der Infrastruktur erneuert.

WTI-Preisdynamik (Quelle: TradingView)
Die politischen Unruhen in den USA über die Unabhängigkeit der US-Notenbank haben die allgemeine Risikostimmung belastet und die Volatilität zusätzlich erhöht. In der Zwischenzeit haben die API-Daten gezeigt, dass die US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um knapp eine Million Barrel abgebaut wurden, was geringer ist als der erwartete Abbau von 1,7 Millionen Barrel, was die Händler auf der Nachfrageseite enttäuscht hat.
Technische Struktur spricht für Vorsicht
Das Vier-Stunden-Chart zeigt einen Markt, der immer noch mit einem übergeordneten Widerstand zu kämpfen hat. WTI wird seit Mitte August innerhalb einer steigenden Handelsspanne gehandelt, aber die Erholungen haben sich nicht über der Mittellinie bei 63,50 $ halten können. Der 20-Perioden-EMA bei 63,60 $ und der 50-EMA bei 63,97 $ begrenzen den Preisanstieg, während der 100-EMA bei 64,78 $ eine stärkere Widerstandszone bildet. Die Zurückweisung am Montag in der Nähe des 200-EMA machte deutlich, dass das Angebot in diesem Bereich weiterhin dominiert.
Die Momentum-Signale spiegeln ein Zögern wider. Der RSI ist auf 45 gesunken, nachdem er letzte Woche einen Höchststand von 65 erreicht hatte, was darauf hindeutet, dass die jüngste Erholung eher eine Korrektur als ein neuer Trend war. Sofern die Käufer nicht die untere Begrenzung des Kanals bei 62,50 $ bis 62,80 $ verteidigen, besteht die Gefahr, dass der Kurs wieder in Richtung des Augusttiefs bei 60,70 $ kippt. Ein Durchbruch unter dieses Niveau könnte die Verkäufe beschleunigen und den Weg in Richtung 59,50 $ bis 58,80 $ öffnen, wo sich zu Beginn des Jahres frühere Basen gebildet hatten.
Die Niveaus auf der Oberseite sind ebenso klar. Eine Rückeroberung von 63,60 $ mit einem Durchbruch über 64,00 $ würde den Weg zum Test von 64,80 $ eröffnen. Ein nachhaltiger Handel oberhalb dieser Zone würde den ersten technischen Stimmungsumschwung seit Juli markieren und Spielraum in Richtung 66,20 $ und möglicherweise 68,00 $ eröffnen, wenn geopolitische Faktoren oder Lagerbestandsverringerungen mit dem Aufwärtsmomentum übereinstimmen.
Ausblick hängt von Indien und Lagerbeständen ab
Die nächsten Bewegungen bei WTI hängen davon ab, ob Zölle die indischen Rohölimporte beeinträchtigen oder ob geopolitische Störungen die Angebotsängste verstärken. Die Kaufentscheidungen Indiens haben ein erhebliches Gewicht, da das Land der drittgrößte Ölverbraucher ist. Unterdessen könnte eine Eskalation der russisch-ukrainischen Streiks die rückläufigen Nachfragesignale ausgleichen, indem sie die Angebotsrisiken verstärkt.
Vorerst bleibt die technische Tendenz defensiv, solange die Preise unter 64,80 $ notieren und das Momentum unterhalb der RSI-Mittellinie verharrt. Ein Schlusskurs unter 62,50 $ würde die Aufmerksamkeit wahrscheinlich wieder auf das August-Tief bei 60,70 $ lenken, während die Rückeroberung der 64 $-Marke mit Stärke die Erholungsperspektive wiederherstellen könnte. Im Vorfeld der offiziellen EIA-Lagerbestandsveröffentlichung in dieser Woche, die darüber entscheiden könnte, ob sich der Ölpreis stabilisiert oder seinen Abwärtstrend fortsetzt, halten die Händler ihre Positionierung zurück.
In früheren Berichten haben wir den Bereich zwischen 63,50 $ und 64,10 $ als die entscheidende Zone für die kurzfristige Richtung hervorgehoben. Dieser Bereich fungiert weiterhin als Bärenlinie, wobei das Augusttief bei 60,70 $ nach wie vor als kritische Abwärtsmarke dient. Solange WTI die 64,80 $-Marke nicht überschreitet, dürften Erholungen eher als Korrekturen denn als Trendwechsel angesehen werden.
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