Erdgas hält sich über 3 $, da die weltweiten LNG-Ströme die Bilanzen verschärfen

Erdgas hält sich über 3 $, da die weltweiten LNG-Ströme die Bilanzen verschärfen
Erdgas-Futures setzen Erholung über $3,00 fort, da Händler europäische Nachfrage und US-LNG-Ströme abwägen

Die Erdgas-Futures setzten ihre Erholung im September fort und kletterten wieder über die 3,00 $-Schwelle, nachdem sie Ende letzten Monats bei 2,73 $ Unterstützung gefunden hatten. Der Erdgaspreis spiegelt heute eine veränderte Tendenz wider, wobei die Tagesgrafik eine Erholung von einer steigenden Basislinie zeigt, obwohl der Preis in einem breiteren Kontraktionsmuster mit niedrigeren Höchstständen gefangen bleibt. Dies hat den Aufschwung seit dem Frühjahr gebremst.

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Höhepunkte

- Erdgas-Futures erobern die 3,00 $-Marke zurück, nachdem sie sich von ihrem Tiefstand von 2,73 $ im August erholt haben.

- Europäische Benchmarks steigen, da schwächere Windproduktion und kühleres Wetter die Nachfrage ankurbeln.

- Der Widerstand bei 3,10 $ - 3,27 $ bleibt entscheidend, wobei sich die Dynamik vorsichtig verbessert.

Der unmittelbare Test liegt bei der 3,10 $-Marke, an der sich der exponentielle gleitende 50-Tage-Durchschnitt ausrichtet. Der 14-Tages-RSI ist wieder über 50 gestiegen, was auf eine Rückkehr des positiven Momentums nach Monaten des schleppenden Handels hindeutet. Jenseits der 3,10 $-Marke markiert das Cluster der 100- und 200-Tages-EMAs bei 3,26-$3,27 $ das entscheidende Schlachtfeld.

Dieser Bereich hat seit Juli wiederholt Vorstöße zurückgewiesen, was ihn zum entscheidenden Niveau für die Bestätigung einer breiteren Trendwende macht. Die Unterstützung liegt bei 2,95 $ und dann bei 2,88-$2,90 $, wobei das jüngste Tief bei 2,73 $ die entscheidende Untergrenze darstellt. Ein Schlusskurs unter 2,70 $ würde die Erholungstendenz zunichte machen und 2,50 $ als nächstes Abwärtsziel ausweisen.

Europa sorgt für externe Unterstützung

Der Aufschwung wurde durch Entwicklungen in Übersee verstärkt. Die europäischen Benchmark-Gaspreise stiegen auf 31,9 € pro MWh und beendeten damit einen viermaligen Preisrückgang. Die schwächere Erzeugung aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus Windkraft, fiel mit dem kühleren Wetter zusammen und ließ den Verbrauch in Nordwesteuropa auf über 100 GWh pro Tag ansteigen. Die Händler beobachten auch mögliche Beschränkungen der russischen LNG-2-Lieferungen aus der Arktis, die ein zusätzliches politisches Risiko für die Winterversorgung darstellen. Während die Speicherkapazität bereits bei über 77 % liegt und auf dem besten Weg ist, das November-Ziel von 80 % zu übertreffen, wird das Grenzmolekül immer noch teurer angeboten, wenn die Leistung der erneuerbaren Energien unterdurchschnittlich ist.

Diese Dynamik wirkt sich über die LNG-Handelsströme direkt auf die Preisgestaltung in den USA aus. Da die russischen LNG-Exporte seit Jahresbeginn um mehr als 6 % zurückgegangen sind, füllen die US-Ladungen zunehmend die Lücke im Handel mit dem Atlantikbecken. Laut EIA-Aggregaten liegen die Lagerbestände in den USA etwa 3,4 % unter dem Vorjahresniveau, was das Bild der Verknappung weiter verschärft. Die Inlandsproduktion hat sich leicht abgekühlt, und die Exportnachfrage steigt weiter an, was den Clearingpreis am Henry Hub erhöht. Produzenten wie ExxonMobil gehen weiterhin davon aus, dass die weltweite Gasnachfrage in den nächsten 25 Jahren um mehr als 20 % steigen wird, was das längerfristige strukturelle Angebot auf dem Markt unterstreicht.

Abwägen von Aufwärts- und Abwärtsrisiken

Für Händler, die sich fragen, warum der Erdgaspreis heute steigt, erklärt sich der Aufschwung durch die Kombination aus einer stärkeren europäischen Nachfrage, einem eingeschränkten Angebot aus Russland und den US-Exportströmen. Die Wiedereroberung der 3,00 $-Marke in Verbindung mit dem sich verbessernden RSI-Momentum spricht für eine vorsichtige zinsbullische Tendenz. Gelingt es nicht, diese Zone zurückzuerobern und zu halten, könnte der Aufschwung nachlassen, insbesondere wenn das milde Wetter die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Europa ankurbelt oder wenn Klarheit über die LNG-2-Lieferungen aus der Arktis entsteht. Ein Rückfall unter 2,95 $ würde auf eine nachlassende Dynamik hinweisen, während ein Rückgang unter 2,73 $ die Erholung zunichte machen würde.

In früheren Analysen wurde die Spanne zwischen 2,88 $ und 2,95 $ als Dreh- und Angelpunkt für die Aufrechterhaltung der Erholung hervorgehoben. Dieses Niveau dient auch weiterhin als Drehpunkt. Solange sich Erdgas oberhalb dieser Marke hält, bleibt die kurzfristige Tendenz konstruktiv. Die Überzeugung wird sich jedoch erst festigen, wenn die Preise den Widerstandsbereich zwischen 3,26 und 3,27 $ überwinden. Bis dahin bleibt der Markt von den Schlagzeilen bestimmt, wobei die LNG-Ströme, die europäische Nachfrage und die Speicherdaten die Richtung vorgeben.

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