Erdgas durchbricht die 4 $-Marke, da die frühen Winterprognosen eine neue Aufwärtsdynamik entfachen
Die Erdgas-Futures stiegen am Freitag um fast 3 % auf $ 4,07 pro MMBtu und verzeichneten damit den stärksten Wochenanstieg seit Monaten, da die kälteren US-Wettervorhersagen und die steigende Heizungsnachfrage für einen kräftigen Aufschwung sorgten. Die Bewegung markiert einen deutlichen Stimmungsumschwung, da die Händler den Beginn der nachfragestarken Wintersaison einpreisen, wobei die technische und saisonale Dynamik für einen weiteren Aufwärtstrend spricht.
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Höhepunkte
- Erdgas klettert angesichts der kälteren Wetteraussichten in den USA um 3 % auf $ 4,07.
- Der Ausbruch über 3,60 $ bestätigt das zinsbullische Umkehrmuster.
- Kältere Novemberprognosen und starke LNG-Nachfrage lassen Preise steigen.
Das Tages-Chart von Erdgas zeigt einen entscheidenden Ausbruch aus dem absteigenden Dreieck, das die Preise seit Juni begrenzte. Der Anstieg über 3,60 $ löste starke Anschlusskäufe aus, die die Preise in Richtung der Widerstandszone von 4,10 $ trieben. Das Muster deutet nun auf eine bestätigte Trendumkehr hin, wobei sich zwischen $ 2,85 und $ 2,90 eine Basis höherer Tiefststände gebildet hat - ein Zeichen dafür, dass die Akkumulation in eine Expansion übergegangen ist.

NG-Preisdynamik (Quelle: TradingView)
Alle wichtigen EMAs befinden sich unterhalb des aktuellen Kurses zwischen 3,25 $ und 3,43 $ und bilden eine solide Unterstützungsgruppe. Der Supertrend-Indikator drehte bei 3,42 $ nach oben und bestätigt damit die strukturelle Stärke. Wenn sich die Preise über $3,80 halten, liegen die nächsten Aufwärtsziele bei $4,25-$4,30, gefolgt von der psychologischen Barriere bei $4,50.
Die Momentum-Werte bestätigen diese Entwicklung. Der RSI stieg über 65, was auf ein starkes, aber nicht übermäßiges Kaufinteresse hindeutet, während der zinsbullische Crossover des MACD zu Beginn der Woche eine Beschleunigung des Aufwärtsmomentums signalisierte. Der Anstieg des Handelsvolumens bestätigt die Entwicklung und deutet auf eine institutionelle Beteiligung an dem Ausbruch hin.
Kälteres Wetter und LNG-Ströme beflügeln den Nachfrageoptimismus
Saisonale Fundamentaldaten unterstützen die Rallye. Die Meteorologen von Atmospheric G2 sagen für den Osten der USA zwischen dem 9. und 13. November unterdurchschnittliche Temperaturen voraus, was die Heizungsnachfrage in wichtigen Regionen wie Boston, New York und Philadelphia ankurbelt. Händler setzen nun auf einen höheren Verbrauch bis zum Beginn des Winters, einer historisch starken Periode für Gaspreise.
Die U.S. Energy Information Administration (EIA) meldete einen Bestandsaufbau von +74 Mrd. m³, der leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt von +67 Mrd. m³ liegt, so dass die Gesamtspeicher um 4,6 % über dem Normalwert liegen. Dennoch konnten die Daten die Stimmung nicht trüben, da die Nachfrageerwartungen die kurzfristigen Bestandssorgen überwiegen. Die US-Trockengasproduktion liegt mit 107,1 Mrd. m³/Tag nach wie vor in der Nähe des Rekordniveaus, aber die robusten LNG-Exporte von 16,7 Mrd. m³/Tag und die Nachfrage des Stromsektors haben die Bilanzen angespannt.
Christopher Lewis, ein altgedienter Rohstoffanalyst, merkte an, dass Rückschläge in dieser Zeit oft "Wertchancen" darstellen, und verwies auf zyklische Trends, die eine Preisstärke von November bis Februar begünstigen, bevor sie im Frühjahr nachlassen.
Ausblick und Schlüsselniveaus
Aus technischer Sicht wird Erdgas derzeit innerhalb eines neuen Aufwärtstrends gehandelt. Der unmittelbare Widerstand liegt bei 4,10-$4,25, gefolgt von 4,50 $, während die Unterstützung bei 3,60 $ und tiefer bei 3,25 $ hält. Ein nachhaltiger Anstieg über 4,25 $ könnte den Weg in Richtung 4,70 $ öffnen, die zuletzt im Februar getestet wurden.
Wie bereits erwähnt, deutet das Zusammentreffen von technischer Stärke, saisonaler Nachfrage und festen LNG-Strömen darauf hin, dass der Markt in eine neue Haussephase eingetreten ist. Die hohe Produktion und die umfangreichen Lagerbestände sind jedoch nach wie vor wichtige Hemmnisse, was bedeutet, dass die Aufwärtsentwicklung eher stetig als explosiv verlaufen wird.
Sofern sich die Wettervorhersagen nicht deutlich erwärmen, dürfte Erdgas seinen Aufwärtstrend bis in den November hinein fortsetzen, unterstützt von einem der stärksten saisonalen Hintergrundfaktoren im Energiekomplex.
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