Bundesnetzagentur vergibt wieder Zuschläge für Biomethanprojekte
Zum Gebotstermin 1. April 2026 veröffentlicht die Bundesnetzagentur die Ergebnisse ihrer Ausschreibungen für Biomasse- und Biomethananlagen. Dabei bleibt die Biomasseausschreibung unterzeichnet, während erstmals seit 2022 wieder Biomethan-Projekte einen Zuschlag erhalten.
Höhepunkte
- Bundesnetzagentur vergibt 388 Zuschläge für Biomasse mit 491 MW bei durchschnittlichem mengengewichteten Zuschlagswert von 18,46 ct/kWh.
- Für Biomethananlagen erhalten alle sechs Gebote mit insgesamt 38 MW einen Zuschlag; der durchschnittliche Zuschlagswert beträgt 23,08 ct/kWh.
- Mit dem Biomassepaket und einer ab 2026 um 10 Prozent auf 23,13 ct/kWh erhöhten Höchstwert für Biomethan verbessern sich die Rahmenbedingungen für Investoren deutlich.
Ausschreibungsergebnisse und Preisniveau
Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, werden bei einer ausgeschriebenen Menge von 727 MW insgesamt 494 Gebote mit einer Gebotsmenge von 637 MW für Biomasse eingereicht. Damit bleibt die Runde unterzeichnet, 388 Gebote mit einer Zuschlagsmenge von 491 MW erhalten einen Zuschlag, während 29 Gebote vom Verfahren ausgeschlossen werden.Wegen der Unterzeichnung reduziert die Behörde das Ausschreibungsvolumen nach den gesetzlichen Vorgaben. Dadurch können Zuschläge nur im Umfang von 80 Prozent des Volumens der zugelassenen Gebote erteilt werden.
Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte für Biomasse liegen zwischen 12,05 ct/kWh und 19,38 ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 18,46 ct/kWh, wobei Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller von weitgehend stabilen Gebotswerten spricht.
Für Biomethananlagen werden bei einer ausgeschriebenen Menge von 61 MW sechs Gebote mit einer Gebotsmenge von 38 MW eingereicht. Alle Gebote erhalten einen Zuschlag, Ausschlüsse vom Verfahren gibt es in diesem Segment nicht.
Die Zuschlagswerte für Biomethan liegen zwischen 22,99 ct/kWh und 23,12 ct/kWh. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert erreicht 23,08 ct/kWh und liegt damit nur knapp unter dem Höchstwert.
Regionale Verteilung und Wirkung des Biomassepakets
Das größte Zuschlagsvolumen bei Biomasse entfällt auf Standorte in Bayern mit 123 MW und 111 Zuschlägen. Es folgen Niedersachsen mit 105 MW und 84 Zuschlägen, Nordrhein-Westfalen mit 55 MW und 43 Zuschlägen sowie Schleswig-Holstein mit 47 MW und 31 Zuschlägen.Bei Biomethan liegt Sachsen mit 20 MW und zwei Zuschlägen vorn. Dahinter folgen Niedersachsen mit 7 MW und zwei Zuschlägen, Nordrhein-Westfalen mit 6 MW und einem Zuschlag sowie Schleswig-Holstein mit 5 MW und einem Zuschlag.
In dieser Ausschreibungsrunde gelten erstmals die Änderungen aus dem Biomassepaket. Die Europäische Kommission genehmigt die Regelungen im September 2025 beihilferechtlich, zudem erhöht die Bundesnetzagentur den Höchstwert für das Biomethan-Segment in den Ausschreibungen des Jahres 2026 um 10 Prozent auf 23,13 ct/kWh.
Die Anpassungen verbessern nach Angaben der Behörde unter anderem die Rahmenbedingungen für Biomethananlagen. Dass seit der Ausschreibung im Oktober 2022 wieder Zuschläge in diesem Segment erteilt werden, deutet auf eine verbesserte Investitionsgrundlage im deutschen Bioenergie-Markt hin.
In unserem früheren Beitrag zur Stromproduktion in Deutschland im ersten Quartal 2026 haben wir gezeigt, dass erneuerbare Energien wieder die Mehrheit der Erzeugung stellen und Deutschland nach sinkenden Importen und steigenden Exporten zum Nettoexporteur wurde. Besonders die Windkraft legte deutlich zu, während Photovoltaik rückläufig war. Insgesamt unterstrichen die Zahlen, wie stark der Strommix und der grenzüberschreitende Handel von der wetterabhängigen Erzeugung geprägt werden.
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