Bund steigt bei TenneT Germany ein und stärkt Netzfinanzierung

Bund steigt bei TenneT Germany ein und stärkt Netzfinanzierung
Bund stärkt TenneT-Netz

Nach dem Abschluss aller regulatorischen Prüfungen vollzieht der Bund seinen Einstieg bei TenneT Germany und sichert sich über die KfW einen Anteil von 25,1%. Die Beteiligung soll den Ausbau des Stromübertragungsnetzes als kritische Infrastruktur absichern und den Einfluss des Bundes auf zentrale Teile der deutschen Energieversorgung ausweiten.

Höhepunkte

  • TenneT Germany erhält 25,1% Beteiligung durch die KfW im Auftrag des Bundes nach regulatorischen Freigaben und Rezertifizierung am 9. Juni.
  • Bis 2029 steigern NBIM, APG für ABP und GIC ihre Anteile auf insgesamt 46%, während die restlichen Anteile bei der niederländischen TenneT Holding verbleiben.
  • Mit der Beteiligung an TenneT Germany ist der Bund nun an drei der vier deutschen Stromübertragungsnetzbetreiber beteiligt und erhält erweiterte Einflussmöglichkeiten auf die Netzinfrastruktur.

Einstieg nach Freigaben und Zertifizierung

Wie Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mitteilte, erwirbt die KfW im Auftrag des Bundes mit dem Vollzug der Transaktion 25,1% der Anteile an TenneT Germany von der niederländischen TenneT Holding. TenneT Germany betreibt mit mehr als 14.000 Trassenkilometern das größte deutsche Stromübertragungsnetz und beschäftigt mehr als 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Nach der Vertragsunterzeichnung am 3. Februar waren zunächst regulatorische Genehmigungen erforderlich. Auf die fusionskontrollrechtliche Freigabe der EU-Kommission Ende Mai folgt am 9. Juni die positive Entscheidung der Bundesnetzagentur zur Rezertifizierung von TenneT Germany, die bei Änderungen in der Eigentümerstruktur wegen der entflechtungsrechtlichen Vorgaben notwendig ist.

Bereits am 30. Juni schließen zudem die drei Investoren NBIM, APG für den Pensionsfonds ABP sowie GIC ihre Transaktion ab. Ihre Anteile sollen bis 2029 auf insgesamt 46% steigen, während der Bund seinen Anteil zur gleichen Kaufpreis-Bewertung wie die Mitinvestoren erwirbt und der restliche Anteil bei der niederländischen TenneT Holding verbleibt.

Größerer staatlicher Einfluss auf die Netzinfrastruktur

Bundesministerin Katherina Reiche erklärt, mit dem Vollzug der Transaktion werde der Ausbau des Stromübertragungsnetzes als kritische Infrastruktur abgesichert und der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt. Zugleich wertet sie den Einstieg privater Investoren als Signal für die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort.

Auch KfW-Vorstandsvorsitzender Stefan Wintels bezeichnet die Beteiligung als Beitrag zu einer sicheren und zukunftsfähigen Energieinfrastruktur. Die KfW setze ihre finanzielle Stärke gezielt ein, um große Transformationsprojekte als Ankeraktionär zu unterstützen und damit Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit zu stärken.

Mit der Beteiligung von 25,1% erhält der Bund Einflussmöglichkeiten bei TenneT Germany. Neben den bereits bestehenden Beteiligungen über die KfW an 50Hertz mit 20% und an TransnetBW mit 24,95% ist der Bund damit nun an drei der vier deutschen Stromübertragungsnetzbetreiber beteiligt.

In unserem früheren Beitrag zum Reformpaket der Bundesregierung haben wir die Kritik des Unternehmensberaters Roland Berger an der Umsetzungstiefe zusammengefasst. Dabei ging es unter anderem um fehlende Verbindlichkeit und Zeitpläne, die aus seiner Sicht zu geringe steuerliche Entlastung sowie die Sorge, dass steigende Lohnnebenkosten mögliche Entlastungen für Bürger und Unternehmen wieder aufzehren könnten.

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