Deutschlands Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen steigt im ersten Quartal auf Mehrheitsanteil
Die Stromproduktion in Deutschland legt im ersten Quartal 2026 spürbar zu und wird erstmals seit dem Vorjahresquartal wieder mehrheitlich von erneuerbaren Energieträgern getragen. Zugleich sinken die Stromimporte deutlich, während die Exporte anziehen und das Land erstmals seit dem vierten Quartal 2023 über ein gesamtes Quartal wieder zum Nettoexporteur machen.
Höhepunkte
- Erneuerbare Energieträger erreichen im ersten Quartal 2026 mit 67,5 Milliarden Kilowattstunden einen Anteil von 53,3 % an der deutschen Stromerzeugung.
- Windkraft verzeichnet einen Anstieg von 28,8 % auf 42,8 Milliarden Kilowattstunden und bleibt mit 33,8 % wichtigster Energieträger, während Kohle um 5,1 % auf 24,1 %anteilig fällt.
- Stromexporte steigen um 20,4 % auf 19,5 Milliarden Kilowattstunden, Importe sinken um 15,5 %, wodurch Deutschland einen Exportüberschuss von 3,1 Milliarden Kilowattstunden erzielt.
Strommix im ersten Quartal 2026
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, werden im ersten Quartal 2026 in Deutschland 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert und in das Netz eingespeist, 6,0 % mehr als ein Jahr zuvor. Erneuerbare Energieträger kommen dabei auf 67,5 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 13,9 %, und erreichen damit einen Anteil von 53,3 % an der gesamten inländischen Stromerzeugung.Konventionelle Energieträger fallen dagegen im Vorjahresvergleich um 1,8 % auf 59,1 Milliarden Kilowattstunden zurück. Ihr Anteil am Strommix sinkt damit auf 46,7 %, nachdem er im ersten Quartal 2025 noch bei 50,4 % gelegen hatte.
Den größten Beitrag zum Zuwachs der erneuerbaren Stromerzeugung liefert die Windkraft. Ihre Produktion steigt um 28,8 % auf 42,8 Milliarden Kilowattstunden und ihr Anteil an der gesamten inländischen Stromerzeugung wächst auf 33,8 % von zuvor 27,8 %, womit sie der wichtigste Energieträger bleibt.
Destatis verweist zugleich darauf, dass das Niveau der Windstromerzeugung im langfristigen Vergleich nur durchschnittlich ausfällt. Der starke Anstieg gegenüber dem Vorjahr erklärt sich vor allem durch ein außergewöhnlich windarmes erstes Quartal 2025.
Im Gegensatz dazu sinkt die Stromerzeugung aus Photovoltaik um 7,4 % auf 10,3 Milliarden Kilowattstunden. Ihr Anteil am gesamten Strommix geht damit auf 8,1 % zurück, nach 9,3 % im Vorjahresquartal.
Handelsbilanz und Folgen für den Energiesektor
Bei den konventionellen Energieträgern sinkt die Stromerzeugung aus Kohle im ersten Quartal 2026 um 5,1 % auf 30,5 Milliarden Kilowattstunden. Kohle bleibt mit einem Anteil von 24,1 % zwar der zweitwichtigste Energieträger, verliert aber gegenüber dem Vorjahreswert von 26,9 % an Bedeutung.Die Stromproduktion aus Erdgas steigt zugleich um 3,2 % auf 25,4 Milliarden Kilowattstunden. Wegen der insgesamt höheren erzeugten und eingespeisten Strommenge sinkt der Anteil von Erdgas am Strommix dennoch leicht auf 20,0 % von 20,6 % im ersten Quartal 2025.
Parallel dazu gehen die Stromimporte um 15,5 % auf 16,4 Milliarden Kilowattstunden zurück. Die Stromexporte steigen dagegen um 20,4 % auf 19,5 Milliarden Kilowattstunden, sodass Deutschland im Quartal einen Exportüberschuss von 3,1 Milliarden Kilowattstunden verzeichnet.
Die Entwicklung deutet auf eine stärkere inländische Deckung des Strombedarfs und eine verbesserte Außenhandelsposition im Energiesektor hin. Für den deutschen Strommarkt unterstreicht das Quartal die wachsende Bedeutung wetterabhängiger erneuerbarer Erzeugung für Produktionsniveau, Brennstoffmix und grenzüberschreitenden Stromhandel.
In unserem früheren Artikel zur Stellungnahme der Bundesregierung zum 10. Sektorgutachten der Monopolkommission zur Energieversorgung haben wir dargelegt, dass die Regierung wettbewerbliche Reformen bei Fernwärme und Ladeinfrastruktur sowie neue Leitplanken für die Zukunft der Gasverteilnetze vorantreibt. Im Fokus standen mehr Preistransparenz und bessere Rahmenbedingungen für Investitionen – unter anderem durch die Energiewirtschaftsgesetz-Novelle vom 25. März 2026, die Netzbetreibern mehr Planungs- und Rechtssicherheit bei Umnutzung oder Stilllegung von Gasnetzen geben soll.
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