Nvidia-Bewertung nahe Zehnjahrestief – Anleger hinterfragen Gewinnaussichten
Nvidia verzeichnet eines der stärksten Wachstumsphasen seiner Geschichte, doch Anleger bewerten die Aktie deutlich niedriger als noch vor einem Jahr. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass der Markt über die boomende KI-Nachfrage hinausblickt und hinterfragt, wie lange der Chiphersteller seine derzeitige Ertragskraft und außergewöhnlich hohen Margen bewahren kann.
Das Wichtigste
- Nvidia wird mit weniger als dem 17-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt.
- Das Gewinnwachstum bleibt außergewöhnlich stark.
- Anleger konzentrieren sich zunehmend auf die künftigen Margen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Nvidia wird laut Bloomberg derzeit mit weniger als dem 17-Fachen der erwarteten Gewinne für die kommenden 12 Monate gehandelt – nahe dem niedrigsten Bewertungsmultiple seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Multiple liegt etwa halb so hoch wie 2025 und ist von mehr als dem 25-Fachen der prognostizierten Gewinne noch im Mai gefallen.
Starkes Wachstum trifft auf Skepsis der Anleger
Die niedrigere Bewertung steht in starkem Kontrast zu Nvidias operativer Entwicklung. Für das Geschäftsjahr 2027, das im Januar endet, wird ein Anstieg von Umsatz und Nettogewinn um rund 90 % beziehungsweise 99 % erwartet. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte das Umsatzwachstum 65 % betragen.
Nvidias Ergebnisse für das zweite Quartal bestätigten diese Dynamik. Der Umsatz erreichte 96,2 Mrd. USD, während die Bruttomarge bei 75 % lag. Zudem prognostizierte das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2028 ein deutlich schnelleres Umsatzwachstum, als Analysten zuvor erwartet hatten.
Dennoch sind die Nvidia-Aktien 2026 nur um 20 % gestiegen. Damit bleibt das Unternehmen hinter weiten Teilen der Halbleiterbranche zurück, deren breiter Chipindex um fast 76 % zugelegt hat. Micron, Intel und AMD haben jeweils mehr als 180 % gewonnen.
Margen rücken als Schwachstelle in den Fokus
Die Sorge gilt weniger der aktuellen Nachfrage als der Frage, wie Nvidias Ertragsmodell in einigen Jahren aussehen könnte. Steigende Speicher- und Komponentenpreise setzen die Profitabilität unter Druck, während einige der größten Kunden eigene KI-Prozessoren entwickeln.
Laut in dem Bericht zitierten Analystenschätzungen soll die Bruttomarge im vierten Quartal unter 72 % fallen, bevor sie sich wieder erholt. Dieser Rückgang ist relevant, weil Nvidias Premiumbewertung historisch nicht nur auf dem schnellen Umsatzwachstum, sondern auch auf der ungewöhnlich hohen Profitabilität beruhte.
Der Wettbewerb könnte an Bedeutung gewinnen, da Unternehmen wie Meta und Alphabet verstärkt in intern entwickelte Chips investieren. Ihre Bemühungen deuten zwar noch nicht auf einen abrupten Rückgang der Nvidia-Käufe hin, geben Großkunden jedoch eine weitere Möglichkeit, ihre Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten zu verringern.
Der Markt bewertet die nächste Phase der KI
Nvidias Bewertung spiegelt eine zentrale Frage des KI-Booms wider: Kann die enorme Infrastrukturfinanzierung von heute weiterhin ungefähr im gleichen Tempo fortgesetzt werden? Der Jahresumsatz ist von rund 27 Mrd. USD im Geschäftsjahr 2023 auf geschätzte 410 Mrd. USD im Geschäftsjahr 2027 gestiegen – eine Expansion, wie sie in dieser Größenordnung nur selten zu beobachten ist.
Für Anleger geht es nicht mehr darum, ob Nvidia wächst. Entscheidend ist vielmehr, ob künftiges Wachstum, Margen und Marktführerschaft stark genug bleiben, um erneut höhere Multiples zu rechtfertigen. Die ungewöhnlich niedrige Bewertung der Aktie deutet darauf hin, dass die Erwartungen vorsichtiger geworden sind, obwohl die Finanzergebnisse des Unternehmens weiterhin beeindruckend ausfallen.
Zuvor berichteten wir, dass Nvidia sein KI-Infrastrukturnetzwerk in Australien ausbaut.
Neueste NVDA Nachrichten
- Forex
- Crypto