Berliner Startup-Szene warnt vor Vergesellschaftungsplänen als Risiko für das Investitionsklima
In Berlin wächst der Widerstand aus der Startup- und Wirtschaftsszene gegen mögliche Vergesellschaftungen großer Immobilienbestände durch eine rot-grün-rote Landesregierung. Vertreter der Branche sehen darin ein Signal, das weit über den Wohnungsmarkt hinausreicht und die Attraktivität der Hauptstadt für Kapitalgeber belasten könnte.
Das Wichtigste
- Die Berliner Startup-Szene fordert SPD, Grüne und Linke per offenem Appell auf, Vergesellschaftungspläne großer Immobilienbestände nicht weiterzuverfolgen.
- Unterzeichner wie Finn Hänsel, Christian Miele und Verena Pausder warnen, dass schon die politische Debatte über Eigentumseingriffe das Investorenvertrauen gefährdet.
- Die Initiative betont, dass Startups auf privates Kapital angewiesen sind und verlässliche Investitionsbedingungen für Berlins wirtschaftliche Entwicklung zentral bleiben müssen.
Öffentlicher Appell an SPD, Grüne und Linke
Wie Bild unter Berufung auf Gründerszene berichtet, fordern die Berliner Landesgruppe des Startup-Verbands und die Startup-Bewegung BAD1, "Berlin auf die 1", SPD, Grüne und Linke auf, von einer Vergesellschaftung großer Immobilienbestände Abstand zu nehmen.Zu den Unterstützern des Appells zählen unter anderem Sanity-Group-CEO Finn Hänsel, Headline-Investor Christian Miele, The-Delta-Gründer Julian Teicke und Startup-Verbandschefin Verena Pausder. In dem Aufruf heißt es, man lehne die geplanten Vergesellschaftungen ab, weil schon die politische Debatte über Eingriffe in Eigentumsrechte das Vertrauen von Investoren erschüttern könne.
Nach Ansicht der Unterzeichner reicht die Sorge damit deutlich über die Immobilienwirtschaft hinaus. Sie argumentieren, dass eine solche Diskussion ausgerechnet jene Branche treffen könne, die für Berlins wirtschaftliche Entwicklung als besonders wichtig gilt.
Kapitalbedarf der Startups rückt in den Fokus
Die Kritik kommt aus einem Wirtschaftsbereich, der in besonderem Maß auf privates Kapital angewiesen ist. Startups benötigen Investoren, um Produkte zu entwickeln, Unternehmen aufzubauen und international zu wachsen.Die Unterzeichner sehen deshalb einen grundsätzlichen wirtschaftspolitischen Konflikt. Aus ihrer Sicht steht die Frage im Raum, wie verlässlich die Rahmenbedingungen für private Investitionen in Berlin sind, wenn die Politik zugleich die Vergesellschaftung von Eigentum erwägt.
Wer die Bedingungen für Startups, Scaleups und die Wirtschaft insgesamt verbessern wolle, müsse Investoren Sicherheit geben statt neue Zweifel am Umgang mit privatem Eigentum zu wecken, so die Forderung der Initiative. Damit verbinden die Beteiligten die Erwartung, dass die drei Parteien entsprechende Pläne aufgeben.
In unserem früheren Beitrag zu Investitionshemmnissen in Deutschland haben wir erläutert, welche strukturellen Faktoren aus Sicht der Bundesregierung ausländische Investoren bremsen – darunter Bürokratie und Regulierung, lange Genehmigungsverfahren, hohe Energie- und Arbeitskosten sowie Fachkräftemangel. Gleichzeitig wurde betont, dass das grundsätzliche Investoreninteresse wegen politischer Stabilität, Planungssicherheit und verlässlicher Rahmenbedingungen hoch bleibt und die Hürden je nach Branche stark variieren.
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