Deutscher Rentenmarkt verzeichnet im Mai starken Nettoabsatz von Schuldverschreibungen
Der Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland nimmt im Mai 2026 deutlich zu, obwohl die Bruttoemissionen am deutschen Rentenmarkt leicht unter dem Vormonatswert liegen. Getragen wird der Zuwachs von höheren Nettoemissionen der öffentlichen Hand und einer starken Nachfrage ausländischer Investoren.
Höhepunkte
- Der gesamte Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland steigt im Mai 2026 um 75,2 Mrd Euro, getrieben von In- und Auslands-Emissionen.
- Öffentliche Hand erhöht Rentenmarktverbindlichkeiten um netto 37,7 Mrd Euro im Mai, wobei der Bund vor allem zehnjährige Anleihen im Wert von 13,8 Mrd Euro platziert.
- Inländische Investmentfonds verzeichnen einen Mittelzufluss von 11,2 Mrd Euro, getrieben durch Spezialfonds (7,6 Mrd Euro) und gemischte Wertpapierfonds (6,5 Mrd Euro).
Emissionen und Mittelaufnahme im Mai
Wie die Deutsche Bundesbank berichtet, liegen die Bruttoemissionen am deutschen Rentenmarkt im Mai 2026 bei 134,4 Mrd Euro, nach 135,2 Mrd Euro im Vormonat. Nach Abzug der Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten steigt der Umlauf heimischer Rentenwerte um 49,2 Mrd Euro. Ausländische Schuldverschreibungen werden zudem für netto 25,9 Mrd Euro auf dem deutschen Markt untergebracht, sodass der gesamte Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland um 75,2 Mrd Euro zunimmt.Die öffentliche Hand erhöht ihre Rentenmarktverbindlichkeiten im Mai um netto 37,7 Mrd Euro, nachdem im April noch Nettotilgungen von 21,9 Mrd Euro angefallen sind. Der Bund begibt dabei vor allem zehnjährige Anleihen im Volumen von 13,8 Mrd Euro sowie zweijährige Schatzanweisungen über 6,2 Mrd Euro. Hinzu kommen 30- und siebenjährige Anleihen mit 5,8 Mrd Euro beziehungsweise 3,7 Mrd Euro sowie fünfjährige Obligationen über 3,4 Mrd Euro. Länder und Gemeinden emittieren per saldo Schuldverschreibungen für 4,0 Mrd Euro.
Die Kreditinstitute begeben im Mai Schuldverschreibungen für netto 6,3 Mrd Euro, nach 18,5 Mrd Euro im April. Dabei wächst vor allem der Umlauf von Sonstigen Bankschuldverschreibungen um 4,2 Mrd Euro, während Hypothekenpfandbriefe und Öffentliche Pfandbriefe netto um 1,8 Mrd Euro beziehungsweise 1,3 Mrd Euro zulegen. Der Umlauf von Papieren der Spezialkreditinstitute sinkt dagegen um 1,0 Mrd Euro. Inländische Unternehmen erhöhen ihre Kapitalmarktverschuldung im Berichtsmonat um 5,2 Mrd Euro, nach 7,4 Mrd Euro im April, wobei vor allem nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften mit netto 3,3 Mrd Euro neue Papiere emittieren.
Investorenachfrage stützt auch Aktien- und Fondsmarkt
Auf der Erwerberseite treten im Mai ausländische Investoren als stärkste Käufergruppe auf und erwerben hiesige Schuldverschreibungen für netto 37,4 Mrd Euro. Inländische Kreditinstitute nehmen Rentenwerte für per saldo 25,3 Mrd Euro in ihre Portfolios auf, während heimische Nichtbanken ihr Rentenportfolio um netto 16,6 Mrd Euro vergrößern. Bei beiden inländischen Gruppen stehen vor allem ausländische Papiere im Fokus. Der Bestand an von der Bundesbank gehaltenen Anleihen verringert sich zugleich um netto 4,1 Mrd Euro, vor allem wegen auslaufender Bestände aus den Ankaufprogrammen des Eurosystems.Am deutschen Aktienmarkt werden im Berichtsmonat neue inländische Aktien für 0,7 Mrd Euro begeben, während der Umlauf ausländischer Aktien in Deutschland um 2,1 Mrd Euro steigt. Gekauft werden Dividendenwerte vor allem von inländischen Kreditinstituten mit netto 4,0 Mrd Euro. Heimische Nichtbanken bauen ihre Aktienportfolios um 0,7 Mrd Euro aus, während ausländische Investoren sich von hiesigen Dividendenwerten für per saldo 1,8 Mrd Euro trennen.
Inländische Investmentfonds verzeichnen im Mai einen Mittelzufluss von 11,2 Mrd Euro, nach 1,4 Mrd Euro im April. Der Großteil entfällt auf Spezialfonds mit 7,6 Mrd Euro. Unter den Anlageklassen setzen vor allem Gemischte Wertpapierfonds neue Anteile im Volumen von 6,5 Mrd Euro ab, daneben auch Aktienfonds mit 2,0 Mrd Euro, Rentenfonds mit 1,4 Mrd Euro und Dachfonds mit 1,1 Mrd Euro. Am deutschen Markt aktive ausländische Fondsgesellschaften verbuchen ebenfalls Mittelzuflüsse von 11,3 Mrd Euro. Auf Käuferseite treten vor allem inländische Nichtbanken mit 19,5 Mrd Euro in Erscheinung, während gebietsfremde Anleger hiesige Anteilscheine für netto 2,1 Mrd Euro erwerben und inländische Kreditinstitute ihr Fondsengagement um 0,9 Mrd Euro ausweiten.
Die bestätigten Inflationsdaten für Juni 2026 in Deutschland zeigen einen weiteren Rückgang der Teuerungsrate auf 2,3 %, nachdem sie im Mai noch bei 2,6 % lag. Wir hatten dazu eingeordnet, dass der Preisdruck vor allem bei Energie und Nahrungsmitteln nachließ, auch wenn Energie aufgrund geopolitischer Faktoren weiterhin ein wichtiger Inflationstreiber blieb. Damit liefert der Bericht den makroökonomischen Hintergrund für die aktuelle Entwicklung an Renten-, Aktien- und Fondsmarkt, die stark von Anlegerstimmung und Zins- bzw. Inflationserwartungen geprägt ist.
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