EZB signalisiert Beibehaltung der Geldpolitik, während Energiepreise den Ausblick trüben

EZB signalisiert Beibehaltung der Geldpolitik, während Energiepreise den Ausblick trüben
EZB pausiert, während Märkte auf September warten

​Es wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Zinssätze unverändert lässt, während die Währungshüter die wirtschaftlichen Auswirkungen des erneuten Konflikts im Nahen Osten und der steigenden Energiepreise bewerten. Obwohl sich die Inflation in den letzten Monaten abgeschwächt hat, haben höhere Ölpreise und geopolitische Unsicherheit den Ausblick für die Wirtschaft der Eurozone verkompliziert.

Höhepunkte

  • Es wird erwartet, dass die EZB ihren Einlagensatz bei 2,25 % belässt.
  • Die Märkte konzentrieren sich weiterhin auf eine mögliche Zinserhöhung im September.
  • Höhere Ölpreise haben die Inflationssorgen neu entfacht.
  • Lagarde wird voraussichtlich einen datenabhängigen Ansatz betonen.

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Märkte konzentrieren sich auf den September-Ausblick

Es wird erwartet, dass die EZB ihren Einlagensatz bei 2,25 % belässt und nach der Anhebung um einen Viertelpunkt im Juni eine Pause einlegt. Laut Bloomberg erwarten weder Ökonomen noch Finanzmärkte eine weitere Zinserhöhung in diesem Monat; stattdessen verlagert sich die Aufmerksamkeit darauf, ob die Entscheidungsträger einen möglichen Schritt im September signalisieren. Trader preisen weiterhin mindestens zwei zusätzliche Zinserhöhungen bis Anfang 2027 ein, während die meisten Ökonomen eine letzte Erhöhung im September erwarten, gefolgt von einer etwa einjährigen Zinspause.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird voraussichtlich bekräftigen, dass künftige Entscheidungen datenabhängig bleiben, wobei aktualisierte Inflations- und Wirtschaftsprognosen bei der September-Sitzung eine zentrale Rolle spielen werden. Anleger werden ihre Pressekonferenz genau auf Anzeichen dafür beobachten, ob die Währungshüter trotz der erhöhten Unsicherheit weiterhin eine „allgemeine Richtung“ der Geldpolitik sehen.

Inflationsrisiken kehren mit steigenden Ölpreisen zurück

Die Juni-Sitzung der EZB fand nach einem vorübergehenden Waffenstillstand im Nahen Osten und schwächer als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten statt, was die Hoffnung auf einen nachlassenden Preisdruck nährte. Diese Erwartungen haben sich abgeschwächt, nachdem erneute Kämpfe den Preis für Brent-Rohöl wieder über 90 $ pro Barrel getrieben haben, was die Sorge schürt, dass höhere Energiekosten den Rückgang der Inflation verlangsamen könnten.

Die jüngsten Wirtschaftsindikatoren bleiben relativ widerstandsfähig. Die Inflation verlangsamte sich im Juni auf 2,8 %, während sich auch die Dienstleistungsinflation und der Kernpreisdruck abschwächten. Ökonomen beobachten jedoch weiterhin die Inflationserwartungen und potenzielle Zweitrundeneffekte durch höhere Löhne und Energiepreise. Die für September erwarteten aktualisierten Mitarbeiterprognosen sollen ein klareres Bild davon vermitteln, ob die EZB eine weitere Straffung benötigt.

Aufmerksamkeit richtet sich auch auf Lagarde

Christine Lagarde wird sich wahrscheinlich auch Fragen zu Spekulationen über ihre Zukunft bei der EZB stellen müssen. Berichte haben sie mit potenziellen internationalen Rollen in Verbindung gebracht, darunter die Leitung des Weltwirtschaftsforums, während Kommentare über einen Beitrag zur politischen Debatte in Frankreich Spekulationen über ein vorzeitiges Ausscheiden vor dem Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 angeheizt haben.

Vorerst scheinen sich die Währungshüter darauf zu konzentrieren, die sich verbessernden Inflationstrends gegen neue geopolitische Risiken abzuwägen. Die Entscheidung am Donnerstag soll für Stabilität sorgen, aber der September könnte zum nächsten großen Test für die EZB werden, falls die Energiepreise hoch bleiben und sich die Inflation als hartnäckiger erweist als erwartet.

Wie es weitergeht

Die Entscheidung der EZB wird die Erwartungen für die Kreditkosten im gesamten 20 Mitglieder zählenden Euroraum prägen, wo sich die Inflation zwar abgeschwächt hat, aber weiterhin über dem 2 %-Ziel der Zentralbank liegt. Die Märkte werden nach Hinweisen suchen, ob die steigenden Energiepreise ausreichen, um den Disinflationsprozess zu verzögern.

Mit einem Einlagensatz von 2,25 % sehen Anleger den September als die nächste entscheidende geldpolitische Sitzung an. Aktualisierte Wirtschaftsprognosen, Inflationsdaten und die Entwicklungen im Nahen Osten werden wahrscheinlich darüber entscheiden, ob die EZB eine weitere Erhöhung vornimmt oder ihre Pause verlängert.  

Wir berichteten auch, dass die EZB 36 Teilnehmer für das Pilotprojekt zum digitalen Euro auswählt.

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