EZB treibt Arbeiten am digitalen Euro und Aktualisierungen des Marktregelwerks im Euroraum voran
Die Europäische Zentralbank weitet ihre Arbeit über Zinsentscheidungen hinaus aus und aktualisiert ihre Pläne für die digitale Währung, Marktoperationen und Governance im gesamten Euroraum. Die jüngsten Maßnahmen umfassen die Ansprache potenzieller Teilnehmer für Pilotprojekte zum digitalen Euro, rechtliche Änderungen am geldpolitischen Rahmen des Eurosystems und Stellungnahmen zur Kryptoregulierung im August und September 2026.
Das Wichtigste
- Der EZB-Rat veröffentlichte im September 2026 zwei Aufrufe zur Interessenbekundung für E-Commerce-Pilotprojekte zum digitalen Euro und private Innovationspartnerschaften, mit Bewerbungsfristen am 27. Oktober beziehungsweise 9. November 2026.
- Neue Änderungen an den geldpolitischen Rechtsakten und Leitlinien des Eurosystems zur Verbesserung der Bewertungsprozesse treten am 30. November 2026 in Kraft.
- Fast 10 Millionen Menschen beziehungsweise 2,6 % der Bevölkerung des Euroraums beteiligten sich an der Umfrage der EZB zur Gestaltung von Euro-Banknoten und unterstrichen damit das große öffentliche Interesse an der Weiterentwicklung der Währung.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Pilotprojekte zum digitalen Euro und politische Entscheidungen
Wie die Europäische Zentralbank berichtet, zeigen die am 2. Oktober veröffentlichten Entscheidungen Fortschritte beim digitalen Euro sowie eine Reihe operativer und regulatorischer Maßnahmen auf, die ihr EZB-Rat im August und September 2026 ergriffen hat.In der externen Kommunikation erklärt die EZB, dass eine Pressemitteilung vom 30. Juli die Barrierefreiheitsfunktionen der App für den digitalen Euro erläuterte; Nutzbarkeits- und Barrierefreiheitstests sollen 2027 beginnen. Am 15. September startete die Zentralbank zudem einen Aufruf zur Interessenbekundung für E-Commerce- und Mobile-Commerce-Händler im Euroraum, die am Pilotprojekt zum digitalen Euro teilnehmen möchten; Bewerbungen müssen bis zum 27. Oktober 2026 eingereicht werden.
Am 28. September veröffentlichte die EZB einen zweiten Aufruf zur Interessenbekundung, der sich an private Unternehmen richtet, um zu prüfen, wie die Infrastruktur des digitalen Euro Innovationen unterstützen könnte. Bewerbungen für dieses Verfahren müssen bis zum 9. November 2026 eingereicht werden.
Bei den Marktoperationen genehmigt der EZB-Rat Änderungen an Rechtsakten, die den geldpolitischen Rahmen des Eurosystems regeln, und verabschiedet neue Leitlinien zur Verbesserung der Bewertungsprozesse innerhalb dieses Rahmens. Diese Änderungen treten am 30. November 2026 in Kraft.
Regulatorische und Governance-Auswirkungen im gesamten Euroraum
Die EZB berichtet zudem von einer ungewöhnlich starken Beteiligung der Öffentlichkeit an ihrer Umfrage zur künftigen Gestaltung von Euro-Banknoten: Fast 10 Millionen Befragte, entsprechend 2,6 % der Bevölkerung des Euroraums, nahmen teil. Die Beteiligung zeigt ein breites öffentliches Interesse an der künftigen Ausgestaltung des Euro-Bargelds, während die Institution sowohl physische als auch digitale Formen der Währung weiterentwickelt.Im Bereich der makroprudenziellen Politik genehmigt der EZB-Rat Stellungnahmen zur Konsultation der Europäischen Kommission über die Verordnung über Märkte für Kryptowerte, was die zunehmende Komplexität der Aufsicht im Kryptosektor widerspiegelt. Weitere Entscheidungen umfassen die Ernennung von Sigríður Dis Guðjónsdóttir zum nicht stimmberechtigten Mitglied des Market Infrastructure Board sowie zusätzliche EZB-Stellungnahmen und Erweiterungen der Governance, die die Wirksamkeit der Aufsicht und Regulierung stärken sollen.
Unsere frühere Berichterstattung über die Inflation im Euroraum und die Erwartungen an EZB-Zinserhöhungen erläuterte, wie eine positive Inflationsüberraschung – die vor allem durch höhere Energiepreise und eine robuste Wirtschaftstätigkeit ausgelöst wurde – die Argumente für weitere Straffungen stützte. Der Artikel stellte fest, dass die Märkte zunehmend eine Erhöhung des Einlagensatzes im Dezember einpreisten, während die Entscheidungsträger das Risiko abwogen, dass Energiekosten auf den breiteren Preisdruck übergreifen könnten.
Neueste Europe Nachrichten
- Forex
- Crypto