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Nvidia und Apple haben im S&P 500 zusammen eine Gewichtung von über 15 % erreicht. Dieses Konzentrationsniveau übertrifft den bisherigen Höchststand von 9,1 % bei Microsoft und General Electric vor dem Platzen der Dotcom-Blase bei Weitem. Wenn zwei Technologieriesen die Entwicklung eines Benchmark-Index bestimmen, der 500 große US-Unternehmen abbilden soll: Gefährdet diese Konzentration das Wesen des S&P 500 als diversifizierter Marktindex?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Laut Bestandsdaten des SPDR S&P 500 ETF von Ende September 2026 machte Nvidia rund 8,2 % des Index aus, während Apple bei etwa 7,4 % lag. Zusammen ergibt das mehr als 15 %. Peter Mallouk, Präsident von Creative Planning, hat die Bedeutung dieser Marktsituation hervorgehoben und erklärt: „Der S&P 500 war nie stärker auf nur zwei Aktien konzentriert als heute, da Nvidia und Apple mehr als 15 % des Index ausmachen.“
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Ein Jahrzehnt zuvor entfielen auf die zehn größten Unternehmen nicht mehr als 17–20 % des Index. Heute hat dieser Anteil beispiellose 39–40 % erreicht. Diese Gewichtungen schwanken mit den Aktienkursen, doch der übergeordnete Trend bleibt konstant. Die Marktkapitalisierung von Nvidia hat sich aufgrund der hohen AI-Nachfrage über $5 Bio. stabilisiert, und auch die Bewertung von Apple steigt kontinuierlich. Dadurch üben die beiden größten Unternehmen inzwischen mehr Einfluss aus als Hunderte anderer Großunternehmen zusammen.
Der S&P 500 ist ein nach der Free-Float-Marktkapitalisierung gewichteter Index. Das bedeutet, dass größere Unternehmen automatisch stärker vertreten sind, während die Gesamtzahl von 500 großen Unternehmen dennoch für ausreichende Diversifizierung sorgen soll. Mit steigenden Bewertungen von Nvidia und Apple stiegen ihre Gewichtungen proportional. Zudem werden Billionen, die in S&P-500-Fonds fließen, entsprechend den Gewichtungen der Unternehmen angelegt. Die Spitzenreiter profitieren daher stärker.
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Dieses sich selbst verstärkende Muster unterscheidet sich von gleichgewichteten Ansätzen. Charlie Bilello, Chefmarktstratege bei Creative Planning, hat die Konzentrationsdynamik anhand von Charts analysiert. Seine Ergebnisse zeigen, dass die gegenwärtige Situation in der Geschichte keine eindeutigen Parallelen hat. Derzeit neigen viele traditionelle Anleger dazu, sich in einer kleinen Zahl von Technologieunternehmen übermäßig zu engagieren, ohne die damit verbundenen Risiken vollständig zu verstehen.
Für Anleger, die den S&P 500 über kostengünstige Fonds halten, entfallen inzwischen mehr als 15 Cent jedes Dollars auf nur zwei Unternehmen. Finanzberater Wes Moss beschrieb das Problem wie folgt: „Ihr S&P 500 ist nicht mehr so stark diversifiziert … 35 bis 40 % der Bewegung dieses Fonds entfallen auf nur 7, 8, 9 oder 10 Aktien. Technisch gesehen ist er also wirklich nicht so stark diversifiziert.“ Eine kleine Zahl von Megakonzernen erzielt den Großteil der Renditen und verzerrt damit den Markt.
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Steigen diese Marktführer, legt der Index zu, selbst wenn der breitere Markt uneinheitlich ist. Drehen die Top-Aktien dagegen nach unten, tritt das Gegenteil ein. Diese Situation wirkt sich negativ auf Anleger aus, die traditionell geringere Marktrisiken bevorzugen. Einige Finanzberater bieten gleichgewichtete Alternativen oder andere Strategien an, die die Abhängigkeit von den größten Unternehmen verringern.
Historische Muster zeigen eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine neue Finanzkrise in den kommenden Monaten. Vor dem Technologieeinbruch Anfang der 2000er-Jahre erreichten die beiden größten Aktien nie die heutige gemeinsame Gewichtung. Mallouk und andere haben darauf hingewiesen, dass Microsoft und General Electric vor diesem Einbruch zusammen nur 9,1 % ausmachten. Das aktuelle Niveau von über 15 % für Nvidia und Apple deutet daher auf noch größere Risiken hin, ohne dass klare Absicherungsoptionen verfügbar sind.
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Kurzfristig scheinen stärkere Fundamentaldaten das Wachstum der Marktführer zu stützen. Das Gewinnwachstum von Nvidia steht im Zusammenhang mit dem Ausbau der AI-Infrastruktur, während Apple weiterhin konstant Cashflow generiert. Strukturelle Risiken bleiben jedoch bestehen, da jeder externe Schock, der eines dieser Unternehmen trifft, sofort auf andere Sektoren und Branchen übergreifen könnte.
Die aktuellen Markttrends, passive Kapitalzuflüsse und Skalenvorteile begünstigen die größten Akteure. Dennoch besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die derzeitige Konzentration ein vorübergehendes Extrem darstellt, dem eine mögliche Finanzkrise und eine Umschichtung zugunsten kleinerer Unternehmen folgen könnten. In jedem Fall sind sich die meisten Experten einig, dass der S&P 500 des Jahres 2026 nicht länger als objektives Barometer der US-Unternehmenslandschaft fungiert.
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Zwei Unternehmen bestimmen inzwischen den Gesamttrend und beeinflussen den Markt stärker als ganze Sektoren der US-Wirtschaft. Daher erscheint eine Neubewertung dessen gerechtfertigt, was der Besitz von Indexanteilen tatsächlich bedeutet. Das Wesen des S&P 500 wird in Echtzeit auf die Probe gestellt, und Privatanleger sollten seine Grenzen und impliziten Risiken erkennen.