Bosch baut in Abstatt weitere Stellen ab, Einschnitte in Mobilitätssparte steigen

Bosch baut in Abstatt weitere Stellen ab, Einschnitte in Mobilitätssparte steigen
Bosch streicht weitere Jobs

Der Stellenabbau in der deutschen Autozulieferindustrie setzt sich fort, nun plant Bosch an seinem Entwicklungsstandort Abstatt den Abbau von 750 weiteren Jobs bis Ende 2029. Damit steigt die Zahl der seit 2024 angekündigten Stellenstreichungen in der deutschen Mobilitätssparte des Konzerns auf 23.650 und verschärft den Druck auf die Branche insgesamt.

Das Wichtigste

  • Bosch plant bis 2029 weiteren Stellenabbau im Bereich 'Vehicle Motion' am Standort Abstatt mit derzeit 5.300 Beschäftigten, bevorzugt sozialverträglich.
  • Wachsende Konkurrenz aus China und günstige asiatische Bremssysteme erhöhen Druck auf Bosch und andere deutsche Zulieferer, Gesamtbranche meldet bisher rund 103.000 angekündigte Stellenstreichungen.
  • Roland Berger prognostiziert bis 2030 mindestens 200.000 zusätzliche wegfallende Arbeitsplätze bei deutschen Autoherstellern und Zulieferern, unterstützt von weiteren Warnungen der Branche.

Abbauplan in Abstatt bis 2029

Wie BILD unter Berufung auf eine Bestätigung von Bosch berichtet, betrifft der zusätzliche Stellenabbau in Abstatt den Bereich „Vehicle Motion“, in dem unter anderem Bremssysteme, Fahrzeugsensoren und Software für die Fahrzeugbewegung entwickelt werden.

An dem Standort sind insgesamt rund 5.300 Menschen beschäftigt. Der Konzern will den Abbau nach eigenen Angaben möglichst sozialverträglich umsetzen.

Wettbewerbsdruck belastet deutsche Zulieferer

Als zentraler Treiber gilt der wachsende Wettbewerbsdruck aus China. Bei modernen Bremssystemen herrscht ein intensiver Preiswettbewerb, während asiatische Anbieter günstigere Lösungen auf den europäischen Markt bringen und chinesische Autobauer neue Systeme häufig schneller entwickeln und einführen als deutsche Hersteller.

Bosch arbeitet deshalb zunehmend direkt mit Kunden am chinesischen Entwicklungsstandort zusammen. In der Branche summieren sich die angekündigten Stellenstreichungen laut den im Text genannten Angaben mit dem neuen Bosch-Programm auf rund 103.000.

Zusätzliche Warnungen kommen von anderen Branchenvertretern. Knorr-Bremse-Chef Marc Llistosella sagte am Dienstag zu Politico, dass die europäische Industrie bei einem unveränderten Kurs in 15 Jahren vom Markt verschwinden könnte, während VDA-Präsidentin Hildegard Müller vor weiteren Investitionsverlagerungen warnt. Die Unternehmensberatung Roland Berger erwartet zudem, dass bis 2030 mindestens 200.000 weitere Arbeitsplätze bei deutschen Autoherstellern und Zulieferern wegfallen könnten.

Der Stellenabbau bei BMW über ein freiwilliges Abfindungsprogramm stand in unserem früheren Beitrag im Mittelpunkt. Wir berichteten, dass das interne Portal wegen des großen Interesses zeitweise geschlossen wurde und BMW bis Ende 2027 den Abbau von bis zu 8.000 Stellen anpeilt, um ab 2028 jährlich rund eine Milliarde Euro einzusparen.

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