Der Tweet wurde vom Autor gelöscht.
Aber wir haben alles gespeichert 🙂.
Heute lassen sich Hotels, Flugtickets, Elektronik, Videospiele und sogar Autos mit Kryptowährungen bezahlen. Händler erhalten jedoch oft ganz normale Dollar, während der Kryptoanteil der Zahlung für sie unsichtbar bleibt. Können digitale Vermögenswerte unter diesen Umständen wirklich als eigenständiges Geld gelten?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Laut einer Studie der National Cryptocurrency Association (NCA) und PayPal akzeptieren bereits vier von zehn der befragten US-Unternehmen aus verschiedenen Konsumgüterbranchen Kryptowährungen. Bei Großunternehmen ist der Anteil sogar noch höher. Im Durchschnitt machen Kryptozahlungen bei Unternehmen, die sie eingeführt haben, einen erheblichen Teil des Umsatzes aus.

Gründe für die Einführung von Kryptozahlungen durch Unternehmen und deren Umfang. Quelle: NCA.
Der Begriff „digitale Vermögenswerte akzeptieren“ umfasst inzwischen jedoch sehr unterschiedliche Modelle. In einigen Fällen überweisen Käufer Coins direkt an Händler. In anderen werden Zahlungen sofort in herkömmliche Währungen umgetauscht. Und bei der Nutzung von Krypto-Karten wissen Geschäfte womöglich nicht einmal, dass Kunden mit digitalen Vermögenswerten bezahlt haben.
Reisen sind eine der wichtigsten Kategorien. So können Kunden bei Travala für mehr als 2,2 Millionen Unterkünfte, Flüge mit Hunderten von Fluggesellschaften, Mietwagen und Reiseaktivitäten mit Kryptowährungen bezahlen. Zu den unterstützten Vermögenswerten gehören BTC, ETH, USDT, USDC, XRP, DOGE und Dutzende weitere Kryptowährungen.
Für Nutzer ist der Ablauf unkompliziert: Sie wählen ein Hotel oder einen Flug, entscheiden sich für eine Zahlungsmethode und bezahlen die Buchung aus ihrer Krypto-Wallet.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
Diese Kategorie deckt sich weitgehend mit den Ergebnissen der NCA- und PayPal-Studie. Unter den befragten Unternehmen verzeichneten Beherbergungs- und Reisebetriebe mit rund 81 % die höchste Akzeptanzrate für Kryptowährungen. Bei digitalen Gütern, Videospielen und Luxusprodukten lag der Wert bei rund 76 %, bei Einzelhandel und E-Commerce bei etwa 69 %.
Auch alltägliche Einkäufe werden nach und nach über solche Modelle abgewickelt.
Dienste wie BitPay ermöglichen es Verbrauchern, mit Kryptowährungen für Lebensmittel, Elektronik, Kleidung, Haushaltswaren, Spiele, Tickets und weitere Dienstleistungen zu bezahlen. Laut Angaben des Unternehmens entfielen 2025 knapp 40 % aller mit digitalen Vermögenswerten getätigten Geschenkkartenkäufe auf Lebensmittel, Restaurants und Getränke – mehr als auf jede andere Kategorie.
Es ist jedoch wichtig, zwischen Händlern und Vermittlern zu unterscheiden. Wenn jemand mit BTC eine Geschenkkarte eines Einzelhändlers kauft, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass der Händler selbst Bitcoin akzeptiert. Für den Kunden ist das Ergebnis fast identisch: Er hat Kryptowährung für ein Produkt ausgegeben. Der Händler erhält jedoch eine herkömmliche Zahlung über ein bestehendes System.
Am anderen Ende des Marktes stehen hochpreisige Käufe. Ferrari etwa hat Kryptozahlungen über seine Händler in den USA und Europa ausgeweitet. Kunden können ein Fahrzeug mit digitalen Vermögenswerten kaufen. Die Händler müssen BTC oder ETH jedoch nicht unbedingt selbst halten, da der Zahlungsanbieter den Betrag in eine herkömmliche Währung umtauscht.
Für Käufer ist eine Kryptozahlung einfach: Sie wählen eine Kryptowährung aus, bestätigen die Überweisung und erhalten das Produkt. Händler interagieren jedoch zunehmend nicht mehr direkt mit digitalen Vermögenswerten.
Shopify ermöglicht Händlern beispielsweise, USDC über Shopify Payments zu akzeptieren. Kunden bezahlen mit dem Stablecoin, während Geschäfte entweder USDC selbst oder eine herkömmliche Währung erhalten können. Im zweiten Fall erfolgt der Umtausch automatisch. Für das Unternehmen unterscheidet sich die Transaktion damit kaum von einer Kartenzahlung.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
PayPal nutzt ein ähnliches Modell. Mit der Funktion „Pay with Crypto“ können US-Händler Dutzende digitaler Vermögenswerte akzeptieren; Zahlungsabwicklung und Umtausch übernimmt der Dienst. Kunden geben also BTC, ETH, XRP, USDT oder eine andere Kryptowährung aus, während Unternehmen ihnen vertrautes Geld erhalten.
Krypto-Karten gehen mit diesem Modell noch einen Schritt weiter. Nutzer können Guthaben in digitalen Vermögenswerten halten und überall dort bezahlen, wo Visa akzeptiert wird. Cafés und Geschäfte sehen eine gewöhnliche Kartenzahlung und wissen womöglich nicht, dass das Guthaben noch Sekunden zuvor in Kryptowährung gehalten wurde.
Der Begriff „mit Kryptowährung bezahlen“ umfasst inzwischen deutlich mehr als noch vor einigen Jahren. Für Kunden zählt, woher das Geld stammt. Für Händler ist entscheidend, dass sie die Zahlung in einer für sie praktischen Form erhalten.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
Dieses Modell baut nach und nach eine der größten Hürden für Unternehmen ab.
Geschäfte müssen sich nicht mehr zwangsläufig mit Krypto-Wallets auskennen, volatile Vermögenswerte halten oder ihre Buchhaltungssysteme grundlegend umstellen. Sie erhalten einfach eine weitere Zahlungsmöglichkeit, ohne ihre üblichen Abläufe im Umgang mit Geld zu ändern.
Vor diesem Hintergrund verändert sich die Rolle von Stablecoins besonders schnell. Bei alltäglichen Zahlungen sind USDT und USDC aus einem einfachen Grund praktischer als Bitcoin oder Ethereum: Ihr Wert soll sich zwischen dem Kauf und der Abrechnung nicht um 5–10 % verändern.
Laut Allium erreichte das Zahlungsvolumen mit Stablecoins in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 rund 482 Milliarden US-Dollar und stieg seit Jahresbeginn um etwa 45 %. Der Großteil dieses Geldes fließt jedoch nicht durch Kassen im Einzelhandel.
Zu den größten Kategorien zählen Zahlungen zwischen Unternehmen, Dienstleistungen, Lohnzahlungen und Lieferantenzahlungen. Auf Verbraucherkäufe entfällt mit rund 19 Milliarden US-Dollar ein deutlich geringerer Anteil.
Anders gesagt: Bei Stablecoin-Zahlungen geht es heute nicht in erster Linie um Kaffee oder Kleidung. Vielmehr geht es darum, Geld schnell und kostengünstig zwischen Ländern und Unternehmen zu transferieren.
Kartennetzwerke halten sich nicht heraus. Visa unterstützt bereits mehr als 160 an Stablecoins gekoppelte Kartenprogramme; das Transaktionsvolumen darüber hat sich im vergangenen Jahr nahezu verdreifacht. Statt direkt mit herkömmlichen Zahlungssystemen zu konkurrieren, werden digitale Vermögenswerte zunehmend in bestehende Infrastrukturen integriert.
Beitrag auf X ansehen Wird geladen...
Kryptowährungen können bereits für nahezu alle geläufigen Ausgabenkategorien genutzt werden – von Reisen und Lebensmitteln bis hin zu Elektronik und Autos. Die breite Akzeptanz entsteht jedoch nicht dadurch, dass Händler Dollar, Euro und Bankkarten aufgeben. Stattdessen werden digitale Vermögenswerte in etablierte Zahlungsinfrastrukturen eingebunden.
Damit werden Krypto-Assets für Nutzer faktisch zu Geld, selbst wenn Händler sie nie zu Gesicht bekommen. Für Kunden läuft der Unterschied zunehmend darauf hinaus, von welchem Guthaben der Betrag abgebucht wird. Für Händler zählt, in welcher Währung sie die Zahlung erhalten.
Deshalb sehen diese Zahlungen immer häufiger wie ganz gewöhnliche Einkäufe aus.