Coinbase und Microsoft helfen bei der Zerschlagung des Phishing-Netzwerks Tycoon 2FA
Europol führte zusammen mit mehreren Technologieunternehmen eine internationale Operation durch, die sich gegen die Phishing-Plattform Tycoon 2FA richtete, die Tools zum Hacken von Online-Konten verbreitete. An der Untersuchung waren Microsoft, Coinbase und eine Reihe von Cybersicherheitsfirmen beteiligt.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Als Ergebnis der Operation wurde die Kerninfrastruktur der Plattform gestört, berichtet Cointelegraph. Partner und Strafverfolgungsbehörden sperrten Hunderte von Domains und beschlagnahmten einen Teil der Server, die für den Betrieb des Dienstes verwendet wurden.
Internationale Operation gegen Tycoon 2FA
Laut Europol war Tycoon 2FA als "Phishing-as-a-Service"-Plattform tätig. Der Dienst verkaufte Abonnements für Tools, mit denen Benutzeranmeldeinformationen gestohlen werden konnten, so dass auch Personen mit geringen technischen Kenntnissen Phishing-Kampagnen starten konnten.
Microsoft half bei der Sperrung von 330 Domänen, die mit der Tycoon-Infrastruktur verbunden waren, einschließlich Phishing-Seiten und Verwaltungspanels. Gleichzeitig beschlagnahmten Strafverfolgungsbehörden in Lettland, Litauen, Portugal, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich Server und andere Elemente des Netzwerks.
Die Ermittlungen wurden vom Europäischen Zentrum für Cyberkriminalität (EC3) von Europol koordiniert. Cloudflare, Trend Micro, Proofpoint und andere Unternehmen waren ebenfalls an der Aktion beteiligt.
Die Plattform war mindestens seit August 2023 aktiv. Nach Angaben von Microsoft war Tycoon bis Mitte 2025 an etwa 62 % aller Phishing-Angriffe beteiligt, die das Unternehmen in seinen Systemen blockierte. Allein in einem einzigen Monat wurden über den Dienst mehr als 30 Millionen bösartige E-Mails verschickt.
Die Tools von Tycoon erstellten überzeugende Kopien beliebter Websites und fingen Sitzungs-Token und Cookies ab. So konnten die Angreifer die Multi-Faktor-Authentifizierung umgehen und sich Zugang zu E-Mail-Konten, Cloud-Diensten und anderen Online-Systemen des Unternehmens verschaffen.
Coinbase half beim Aufspüren von Kryptowährungszahlungen
Auch die Krypto-Börse Coinbase spielte eine Rolle bei den Ermittlungen. Das Unternehmen half bei der Analyse von Blockchain-Transaktionen, die zur Finanzierung der Plattform verwendet wurden.
"Plattformen, die Phishing-Dienste anbieten, arbeiten wie illegale Softwareunternehmen: Abonnements, Wiederverkäufer, Support und wiederkehrende Einnahmen. Einige dieser Zahlungen werden über Kryptowährungen getätigt, und Blockchain-Transaktionen schaffen Ermittlungsansätze, die dabei helfen können, Betreiber, Käufer und die zugehörige Infrastruktur miteinander zu verbinden", so Unternehmensvertreter.
Die Analyse dieser Zahlungen half den Ermittlern, den mutmaßlichen Administrator der Plattform zu identifizieren. Den Ermittlungen zufolge könnte es sich um den pakistanischen Staatsbürger Saad Fredi handeln.
Coinbase betonte auch, wie wichtig es ist, die Finanzkanäle hinter solchen Diensten zu kappen:
"Wenn Kriminelle keine Zahlungen mehr erhalten und ihre Infrastruktur nicht mehr in Betrieb halten können, bricht ihr 'Geschäftsmodell' zusammen."
Warum das Takedown wichtig ist
Phishing-Angriffe sind nach wie vor eine der größten Bedrohungen für Krypto-Plattformen und Online-Dienste. Nach Angaben von CertiK führten Phishing-Angriffe im Jahr 2025 bei 248 Vorfällen zu Verlusten in Höhe von rund 722 Millionen US-Dollar.
Solche Plattformen senken die Einstiegshürde für Cyberkriminelle. Sie verkaufen gebrauchsfertige Angriffstools, technischen Support und Updates und machen die Cyberkriminalität so zu einer dienstleistungsbasierten Industrie.
Gleichzeitig zeigen gemeinsame Operationen des Privatsektors und der Strafverfolgungsbehörden erste Erfolge. Nach Angaben des Cybersicherheitsunternehmens SlowMist sank der durch Phishing-Angriffe gestohlene Betrag im Jahr 2025 um 83 % auf 83,85 Millionen US-Dollar.
Der Fall Tycoon 2FA verdeutlicht die wachsende Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Technologieunternehmen, Kryptobörsen und Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung der Cyberkriminalität. Die Blockchain-Analyse und der grenzüberschreitende Austausch von Informationen werden zu wichtigen Instrumenten bei solchen Ermittlungen.
Lesen Sie auch: Armstrong sagt, dass die Wall Street Coinbase inmitten der Krypto-Disruption immer noch unterschätzt
Neueste Microsoft Nachrichten
- Forex
- Crypto