Lateinamerikaner ziehen Stablecoins Bitcoin vor

Lateinamerikaner ziehen Stablecoins Bitcoin vor
Lateinamerika setzt auf Stablecoins.

In Lateinamerika kaufen immer mehr Menschen Stablecoins anstelle von Bitcoin. Dies spiegelt lokale wirtschaftliche Probleme wider, darunter Inflation, schwächelnde Landeswährungen und eingeschränkter Zugang zu Bankdienstleistungen.

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Laut dem Bericht von Bitso über die Akzeptanz von Kryptowährungen in Lateinamerika entfielen 40 % aller Käufe von Krypto-Assets auf dollargestützte Stablecoins, darunter USDT und USDC. Auf Bitcoin entfielen 18 %. Der Bericht stellt fest, dass dies das erste Mal ist, dass die Käufe von Stablecoins in der Region die Bitcoin-Käufe übertroffen haben.

Die Ergebnisse von Bitso basieren auf Daten von fast 10 Millionen Privatkunden der Kryptobörse. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass dieser Trend einen umfassenderen Prozess der „digitalen Dollarisierung“ widerspiegelt. In Ländern, in denen die Menschen mit hoher Inflation, einer Abwertung der Landeswährungen und Schwierigkeiten beim Zugang zu traditionellen Finanzdienstleistungen konfrontiert sind, werden Stablecoins zu einer relativ einfachen Möglichkeit, Gelder zu horten und Zahlungen in Dollar zu tätigen.

Obwohl der US-Dollar selbst ebenfalls der Inflation unterliegt, verliert er in der Regel langsamer an Wert als viele lokale Währungen. Darüber hinaus bleibt der Dollar die weltweit wichtigste Abrechnungswährung, sodass er für Nutzer, die Stabilität suchen, als klarer Maßstab dient.

Der globale Stablecoin-Markt ist auf rund 320 Milliarden US-Dollar angewachsen. Ihre Nutzung nimmt sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern zu. Für Lateinamerika ist der praktische Wert solcher Vermögenswerte besonders offensichtlich: Nutzer verlassen sich auf Stablecoins, um Ersparnisse zu sichern, Zahlungen zu tätigen und internationale Überweisungen zu senden.

Vor diesem Hintergrund wächst auch das Interesse an lokalen Stablecoin-Projekten. Anfang April führte der brasilianische Einzelhändler Mercado Libre ein Produkt für grenzüberschreitende Überweisungen ein, das auf dem Stablecoin „Meli Dollar“ basiert. Der Dienst steht Nutzern in Brasilien, Mexiko und Chile zur Verfügung. Dies geschah, nachdem das Unternehmen zuvor die Ausgabe seines eigenen Stablecoins, der „Mercado Coin“, eingestellt hatte.

Bitcoin wird weiterhin benötigt

Obwohl der Anteil von Bitcoin an den Käufen zurückgegangen ist, zeigt der Bericht von Bitso, dass es nach wie vor einen wichtigen Platz in den Krypto-Portfolios lateinamerikanischer Nutzer einnimmt. Das Unternehmen stellt fest, dass Bitcoin weiterhin die wichtigste langfristige digitale Wertanlage der Region ist.

Dem Bericht zufolge ist Bitcoin im Jahr 2025 in 52 % der Krypto-Portfolios lateinamerikanischer Nutzer vertreten. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert bei 53 %, was bedeutet, dass der Rückgang minimal war.

Bitcoin wird seit langem als Wertanlage angesehen, trotz Volatilität und ungleichmäßiger Performance im Vergleich zu früheren Marktzyklen. Im Oktober stieg der Kurs über 126.000 US-Dollar, bevor er stark korrigierte und später nahe dem unteren Ende der 60.000-Dollar-Spanne gehandelt wurde.

Eine aktuelle Studie von MarketVector legt nahe, Bitcoin als Wertanlage nicht nur unter dem Gesichtspunkt der kurzfristigen Kursentwicklung zu betrachten. Analysten weisen darauf hin, dass Bitcoin und Gold gemeinsame Eigenschaften aufweisen: begrenztes Angebot, dezentraler Charakter und Widerstandsfähigkeit gegenüber einer Ausweitung des Angebots. Ihrer Ansicht nach stützen diese Eigenschaften den langfristigen Wert des Vermögenswerts.

Die Rolle Lateinamerikas in der Kryptowelt

Der lateinamerikanische Markt ist für Kryptowährungen wichtig, da digitale Vermögenswerte dort oft reale Alltagsprobleme lösen, anstatt nur zu Spekulationszwecken genutzt zu werden. Die Region umfasst viele Länder mit hoher Inflation, instabilen Landeswährungen und eingeschränktem Zugang zu Bankdienstleistungen. Deshalb nutzen die Menschen Kryptowährungen, insbesondere Stablecoins, um Ersparnisse zu sichern, Zahlungen zu tätigen, internationale Überweisungen zu senden und auf Dollar-Liquidität zuzugreifen.

Lateinamerika zeigt zudem, wie Kryptowährungen im Massenmarkt funktionieren können. Während Kryptowährungen in Industrieländern oft als Anlageinstrument betrachtet werden, werden sie in Argentinien, Brasilien, Mexiko, Venezuela und anderen Ländern zunehmend Teil der Finanzinfrastruktur. Deshalb ist die Region für Börsen, Fintech-Unternehmen und Stablecoin-Emittenten wichtig: Sie zeigt eine echte Nachfrage nach Produkten, die den Kryptomarkt mit der Alltagswirtschaft verbinden.

Zur Erinnerung: US-Banken versuchen, die Einführung von Stablecoins zu verlangsamen.

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