EZB warnt: US-Kryptowährungsboom bedroht Finanzstabilität der EU

EZB warnt: US-Kryptowährungsboom bedroht Finanzstabilität der EU
EZB weist auf Ansteckungsgefahr durch US-Kryptopolitik hin

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eindringlich davor gewarnt, dass die zunehmende Unterstützung der Vereinigten Staaten für den Kryptowährungssektor destabilisierende Auswirkungen auf das europäische Finanzsystem haben könnte.

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In einem Strategiepapier bezeichnete die EZB den Anstieg von Dollar-gestützten Stablecoins als potenziellen Katalysator für finanzielle Ansteckung und forderte eine dringende Überarbeitung der kürzlich erlassenen EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA).

Wichtigste Erkenntnisse

- EZB fordert Überarbeitung der MiCA: Die EZB drängt auf eine Verschärfung der MiCA nur wenige Monate nach ihrer Verabschiedung und beruft sich dabei auf neue US-Maßnahmen.

- Stablecoin-Zuflüsse stellen ein systemisches Risiko dar: Dollar-gestützte Token könnten Liquiditätsengpässe bei europäischen Banken auslösen.

- EU-Kommission spielt Dringlichkeit herunter: Brüssel sagt, dass MiCA robust bleibt, was zu Unstimmigkeiten zwischen den Institutionen führt.

Kluft zwischen Institutionen

Der Stablecoin-Markt, der inzwischen auf über 234 Milliarden Dollar geschätzt wird, ist zu einem geopolitischen Krisenherd geworden. Im Mittelpunkt der Sorge der EZB steht die Möglichkeit, dass die US-Gesetzgebung - namentlich die STABLE- und GENIUS-Gesetze - zu einer Flut von auf Dollar lautenden Stablecoins auf den europäischen Märkten führen wird. Die EZB befürchtet, dass dies zu einer Kapitalflucht aus europäischen Vermögenswerten führen, die geldpolitische Souveränität der EU untergraben und die Bankenliquidität belasten könnte.

Stablecoin-Transaktionen insgesamt. Quelle: Phemex

Die Europäische Kommission hat zurückgeschlagen und argumentiert, dass die MiCA in der Lage ist, Stablecoin-Risiken zu managen und dass die Haltung der EZB verfrüht ist. Laut EU-Beamten sieht die Kommission keine Notwendigkeit für "schnelle Änderungen", die allein auf den Entwicklungen in der US-Gesetzgebung basieren. Diese Divergenz offenbart tiefe institutionelle Spannungen darüber, wie man auf Washingtons Krypto-Agenda reagieren soll.

Stimmen aus der Industrie äußern Bedenken

Der Krypto-Stratege Mikko Ohtamaa kritisierte, dass die EU ihren frühen Vorsprung bei der Regulierung von Stablecoins verspielt habe. "Kein EU-Stablecoin ist global wettbewerbsfähig", schrieb er auf X und machte restriktive Regeln verantwortlich, die von traditionellen Finanzlobbyisten geprägt wurden. Seine Äußerungen unterstreichen die Befürchtung, dass das starre europäische Regelwerk die Nutzer zu US-Alternativen treiben und damit das Dollar-Risiko erhöhen könnte.

Die Forderung der EZB nach einer präventiven Reform unterstreicht die wachsende Sorge, dass die globale Kryptopolitik zu einem Nullsummenspiel wird. Angesichts der US-Reformen, die Stablecoins möglicherweise in Instrumente der finanziellen Einflussnahme verwandeln, steht Europa vor der heiklen Aufgabe, seine Autonomie zu verteidigen, ohne Innovationen zu ersticken. Ob es den Regulierungsbehörden gelingt, dieses Gleichgewicht zu finden, könnte die Rolle des Kontinents in der sich entwickelnden Wirtschaft der digitalen Vermögenswerte bestimmen.

Wir schrieben bereits, dass MiCA den EU-Kryptomarkt umgestaltet und nur 11 Stablecoins übrig bleiben.

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