Brent-Preis fällt, da Spannungen in der Straße von Hormus nachlassen
Die Ölpreise gaben am Donnerstag nach, da Anleger Anzeichen bewerteten, wonach indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran das Risiko von Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten verringern könnten. Der Rückgang spiegelte eine Verschiebung des Marktfokus von unmittelbaren Konfliktrisiken hin zur Frage wider, ob Diplomatie die Rohölströme durch die Straße von Hormus aufrechterhalten kann.
Höhepunkte
- Brent-Rohöl-Futures fielen um 1,20 %, während WTI-Rohöl-Futures um 1,22 % nachgaben.
- US-Iran-Gespräche linderten Ängste vor Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten.
- Die Straße von Hormus bleibt das Hauptrisiko für die Ölmärkte.
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Diplomatie belastet die Risikoprämie
Brent-Rohöl-Futures für die Lieferung im September notierten bei 70,71 $ pro Barrel, ein Minus von 0,86 $ oder 1,20 %. West Texas Intermediate-Futures für die Lieferung im August fielen auf 67,74 $ pro Barrel, ein Minus von 0,84 $ oder 1,22 %. Der jüngste Rückgang erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump laut CNBC erklärte, dass die Verhandlungen mit dem Iran in Katar „gut laufen“ und hinzufügte, dass sich die Diskussionen über das iranische Atomprogramm in die richtige Richtung bewegen.
Katar teilte mit, dass die Gespräche positive Fortschritte bei Themen im Zusammenhang mit einem im Juni erzielten Interimsabkommen erzielt hätten. Die Hauptthemen der Gespräche waren die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und die mögliche Freigabe iranischer Gelder, weniger das iranische Atomprogramm.
Die Straße von Hormus bleibt zentral für die Reaktion des Ölmarktes. Jede Bedrohung des dortigen Verkehrs kann die Rohölpreise schnell in die Höhe treiben, während Anzeichen für einen reibungslosen Fluss die Risikoprämie tendenziell senken. Jüngste Berichte deuteten auf einen sich erholenden Verkehr durch die Meerenge und nachlassende Ängste vor einer größeren Störung hin.
Preise ziehen sich nach volatilem Quartal zurück
Der jüngste Rückgang vertieft eine scharfe Umkehr der Rohölpreise in diesem Quartal. Brent verzeichnete die schwächste Quartalsperformance seit 2020, während auch WTI nachgab, da Händler eine geringere Wahrscheinlichkeit für einen unmittelbaren Angebotsschock einpreisen.
Dennoch betrachtet der Markt den diplomatischen Prozess nicht als abgeschlossen. Die jüngste Verhandlungsrunde endete ohne klaren Durchbruch zu einem dauerhaften Friedensabkommen. Der Iran strebt weiterhin die Anerkennung seiner Kontrolle über die Straße von Hormus an, während US-Beamte erklärten, dass Atomfragen erst später behandelt werden.
Versorgungsrisiko bleibt der wichtigste Preistreiber
Die jüngste Entwicklung ist von Bedeutung, da die Ölpreise weniger durch Nachfragedaten als vielmehr durch geopolitische Risiken getrieben werden. Eine stabile Lage in der Straße von Hormus könnte die Preise unter Druck halten, insbesondere wenn sich das Angebot weiter erholt und Händler konfliktbezogene Absicherungen abbauen.
Das Risiko ist jedoch nicht verschwunden. Über den Wasserweg wird ein Großteil des weltweiten Energiehandels abgewickelt, und jüngste Angriffe auf Handelsschiffe haben gezeigt, wie schnell die Stimmung umschlagen kann. Vorerst betrachtet der Markt die Diplomatie als Verkaufsgrund, doch jeder Abbruch der Gespräche könnte die Risikoprämie für den Nahen Osten schnell wieder in die Rohölpreise einpreisen.
Wir berichteten auch: IEA warnt vor schwächerer Ölnachfrage und Angebotsüberschuss bis 2027.
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