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Im Jahr 2026 zeigt XRP eine Divergenz zwischen steigender Netzwerkaktivität und Preisdynamik. Die Anzahl der Transaktionen im XRP-Ledger übersteigt 3 Millionen pro Tag, die Token-Burn-Raten haben Jahreshöchststände erreicht, und die Anzahl der aktiven Wallets bricht historische Rekorde. Trotzdem wird XRP um 1,40 $ gehandelt und zeigt keine nennenswerte Reaktion auf diese grundlegenden Veränderungen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Der Verbrennungsmechanismus im XRP-Ledger unterscheidet sich von den meisten Krypto-Projekten. Token werden automatisch mit jeder Transaktion als Netzwerknutzungsgebühr vernichtet. Die Mindestgebühr beträgt 0,00001 XRP und wird nicht an Validierer ausgeschüttet, sondern dauerhaft aus dem Umlauf genommen.
In den letzten Wochen ist diese Kennzahl stark angestiegen. Während das Netzwerk Anfang Februar etwa 900 XRP pro Tag und Anfang März etwa 500 XRP verbrannte, erreichte das tägliche Volumen am 19. März 2.491 XRP. Dies stellt einen Höchststand von 2026 und einen Anstieg von über 300 % in einem kurzen Zeitraum dar.
Dieser Sprung ist direkt mit der Netzwerklast verbunden. Der XRP-Ledger verarbeitet derzeit etwa 3 Millionen Transaktionen pro Tag, verglichen mit etwa 1 Million Mitte 2025. Das Wachstum des Zahlungsverkehrs, der AMM-Pools und des Tokenized-Asset-Segments erhöht das Gebührenvolumen und damit auch die Burn-Rate.
Im größeren Maßstab der XRP-Wirtschaft bleiben diese Zahlen jedoch vernachlässigbar. In den 13 Jahren des Netzwerkbetriebs wurden etwa 14 Millionen XRP verbrannt, was nur 0,014 % des Gesamtangebots von 100 Milliarden Token entspricht. Selbst bei der aktuellen Rate von ~2.500 XRP pro Tag entspricht dies weniger als 1 Million XRP pro Jahr oder etwa 0,001 % des Angebots.
Daher schafft die XRP-Verbrauchsrate keine Knappheit. Sie spiegelt lediglich die Auslastung des Netzwerks wider und dient in erster Linie als Lastindikator.
Der Hauptgrund für die schwache Preisreaktion liegt in der Marktstruktur. Nach dem Höchststand Ende 2025 hat XRP einen massiven Schuldenabbau erfahren. Das offene Interesse an Derivaten fiel von über 10 Milliarden Dollar auf 2-3 Milliarden Dollar. Dies deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil des spekulativen Kapitals, das den Aufwärtstrend unterstützte, den Markt verlassen hat.
In einem solchen Umfeld führen selbst starke Fundamentaldaten nicht zu einem Preisanstieg. Sie können zwar das Interesse an dem Netz aufrechterhalten, aber ohne einen erneuten Liquiditätszufluss können sie keine Dynamik erzeugen.
Laut dem Alphractal-Analysten Joao Wedson hat XRP noch keine Anzeichen für einen bestätigten Marktboden gezeigt. Er verweist auf die Kennzahl "Number of Days Spent at a Profit" (Anzahl der Tage, die mit Gewinn verbracht wurden), die anzeigt, wie lange ein Vermögenswert unter seinen vorherigen Höchstständen gehandelt wird. Historisch gesehen fallen extreme Werte in dieser Metrik mit den Endphasen eines Bärenmarktes zusammen. Derzeit hat XRP diese Werte nicht erreicht, was darauf hindeutet, dass der Markt länger als von den Teilnehmern erwartet in einer Korrekturphase bleiben könnte.
Ein weiterer Faktor ist die veränderte Zusammensetzung der Token-Inhaber. Die Zahl der nicht leeren Wallets hat einen Rekordwert von 7,7 Millionen erreicht, was auf eine breitere Nutzerbasis hinweist. Gleichzeitig nimmt der Anteil der großen (Wal-)Adressen ab. Dies deutet darauf hin, dass die großen Akteure teilweise Gewinne mitnehmen oder ihre Positionen umverteilen.
Dieses Ungleichgewicht verändert die Art der Nachfrage. Der Markt wird stärker fragmentiert, ist aber weniger in der Lage, starke Preisbewegungen zu erzeugen. Die Einzelhandelsnachfrage kompensiert die Aktivität, schafft aber nicht den notwendigen Wachstumsdruck.
Mehrere Jahre lang war die Ungewissheit über den rechtlichen Status des XRP der wichtigste hemmende Faktor für den Markt. In den Jahren 2025-2026 änderte sich die Situation erheblich. Gerichtsurteile und regulatorische Stellungnahmen bestätigten, dass XRP auf dem Sekundärmarkt nicht als Wertpapier eingestuft wird. Außerdem wurde der Vermögenswert allmählich als digitale Ware neben Bitcoin und Ethereum angesehen.
Der Markt hat jedoch nicht wie erwartet auf diesen Beschluss reagiert. Dies deutet auf eine Verschiebung der Prioritäten hin: Ein geringeres regulatorisches Risiko ist keine ausreichende Bedingung mehr für einen Preisanstieg ohne begleitenden Kapitalzufluss.
Eine steigende Burn-Rate erzeugt die Illusion von Knappheit, ändert aber in Wirklichkeit nichts am Marktgleichgewicht. XRP wird durch das Brennen nicht wesentlich seltener, sondern die Intensität der Netzwerknutzung nimmt zu - ein wichtiges fundamentales Signal, das aber keine direkte Preisprojektion zulässt. Der Markt bewertet das Gleichgewicht von Nachfrage und Liquidität und nicht die Geschwindigkeit der Token-Zerstörung. Solange sich dieses Gleichgewicht nicht ändert, sind selbst die Rekordwerte der On-Chain-Kennzahlen zweitrangig.
Die aktuelle Situation bestätigt dies: Das Netzwerk expandiert, die Aktivität steigt und die regulatorische Unsicherheit hat abgenommen. Diese Faktoren sind jedoch entweder bereits eingepreist oder werden nicht als neue Treiber wahrgenommen. Das Ergebnis ist eine Lücke, in der die Fundamentaldaten stärker erscheinen als die Preisentwicklung. Die entscheidende Frage ist nicht, warum XRP nicht wächst, sondern was die Nachfragestruktur ändern kann. Ohne eine neue Kapitalquelle ist es unwahrscheinlich, dass weiteres Netzwerkwachstum zu einer schnellen Umkehr führt.