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Polymarket bereitet sich auf eines der größten Updates in seiner Geschichte vor - die Prognosemarkt-Plattform wird einen eigenen Stablecoin einführen. Auf den ersten Blick sieht dies wie ein routinemäßiges Plattform-Upgrade aus, aber in Wirklichkeit spiegelt es eine viel umfassendere Veränderung wider. Stablecoins sind dabei, Teil des globalen Finanzsystems zu werden, und große Akteure wie Visa und Mastercard schenken ihnen bereits große Aufmerksamkeit.
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Polymarket plant eine umfassende Überarbeitung seiner internen Infrastruktur. Das Team hat einen neuen intelligenten Vertrag, ein aktualisiertes Auftragsbuch und eine schnellere Matching-Engine angekündigt, um die Anzahl der Operationen zu reduzieren und die Gaskosten zu senken. Dies ist die bedeutendste technische Verbesserung seit dem Start der Plattform.
Die wichtigste Entwicklung ist die Einführung von Polymarket USD, dem eigenen Stablecoin der Plattform. Er wird 1:1 durch USDC unterlegt und wird zum primären Abwicklungswert auf der Plattform. Gleichzeitig löst sich Polymarket von USDC.e auf Polygon ab - einer überbrückten Version von USDC.
Bemerkenswert ist, dass die neue Ankündigung keine Erwähnung des POLY-Tokens enthält, den das Team zuvor diskutiert hatte. Dies ist besonders interessant, wenn man bedenkt, dass Polymarket neben anderen großen Krypto-Plattformen als potenzieller IPO-Kandidat im Jahr 2026 gesehen wurde. Im Moment konzentriert sich das Unternehmen auf seine Handelsinfrastruktur und Stablecoin, anstatt sich auf einen Token-Launch oder eine öffentliche Notierung zu konzentrieren.
Das Interesse an Prognosemärkten ist im letzten Jahr sprunghaft angestiegen. Im August 2025 lag das monatliche Handelsvolumen von Polymarket und Kalshi zusammen bei unter 2 Milliarden US-Dollar. Nur sechs Monate später, im Februar 2026, lag es bei über 18 Mrd. $.
Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb. Kalshi, das von der CFTC reguliert wird, hat Polymarket beim Handelsvolumen bereits überholt und schätzungsweise einen Jahresumsatz von mehr als 1 Mrd. USD erzielt. Das Wachstum wurde vor allem durch sportbezogene Kontrakte vorangetrieben - so überstieg das Handelsvolumen allein am Super-Bowl-Sonntag 1 Milliarde Dollar.
In der Zwischenzeit drängen neue Akteure in diesen Bereich. Produkte mit Prognosemarkt-Elementen wurden bereits von Coinbase, Crypto.com und DraftKings auf den Markt gebracht oder angekündigt, während traditionelle Börsen wie Nasdaq und Cboe ebenfalls binäre Kontrakte erforschen. In diesem Umfeld verbessert Polymarket nicht nur sein Produkt - es beschleunigt sich, um in einem sich schnell entwickelnden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Warum also führt Polymarket seinen eigenen Stablecoin ein? Dies ist kein Einzelfall, sondern Teil eines breiteren Wandels. Immer mehr Plattformen versuchen, die Abrechnung innerhalb ihres eigenen Ökosystems zu kontrollieren und ihre eigenen digitalen "Dollars" zu schaffen, anstatt sich auf eine externe Infrastruktur zu verlassen.
Das Ausmaß dieses Marktes ist bereits jetzt kaum zu übersehen. Laut DeFiLlama hat die gesamte Stablecoin-Marktkapitalisierung 317 Milliarden US-Dollar überschritten, wobei rund 58 % von USDT dominiert werden. Seit Anfang 2025 ist der Markt um rund 100 Milliarden Dollar gewachsen.
Stablecoins sind nicht mehr nur Werkzeuge für den Kryptohandel. Wie das Weltwirtschaftsforum festgestellt hat, beeinflussen sie zunehmend den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, die internationale Rolle des Dollars, die Widerstandsfähigkeit der Finanzinfrastruktur und sogar die wirtschaftliche Autonomie von Staaten.
Stablecoins ziehen die Aufmerksamkeit der großen globalen Zahlungsunternehmen auf sich, und dieses Interesse schlägt sich bereits in konkreten Geschäftsentscheidungen nieder. Im März 2026 kündigte Mastercard die Übernahme von BVNK für bis zu 1,8 Milliarden Dollar an. Das Geschäft soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden und könnte das größte in der Geschichte der Stablecoin-Infrastruktur werden. BVNK ermöglicht es Unternehmen, Stablecoins und Fiat über mehrere Blockchains und Kanäle in über 130 Ländern zu senden, zu empfangen und zu konvertieren.
Dieser Schritt zeigt, dass Mastercard Stablecoins nun als Teil des zukünftigen Zahlungssystems sieht. Es geht nicht mehr nur um Karten und Überweisungen, sondern um neue Abwicklungswege, die einen schnelleren und günstigeren Werttransfer ermöglichen.
Visa sendet ein ähnliches Signal. In einem kürzlich erschienenen Bericht erklärte das Unternehmen, dass Stablecoins schließlich erhebliche Teile des 40 Billionen Dollar schweren globalen Kreditmarktes umgestalten könnten. Nach Angaben des Unternehmens haben Stablecoins in den letzten fünf Jahren bereits Kredite in Höhe von 670 Milliarden Dollar mit 1,1 Millionen Kreditnehmern ermöglicht.
Für Polymarket ist die Einführung eines eigenen Stablecoins eine Möglichkeit, seine Position auf einem schnell wachsenden Markt zu stärken. Die Plattform zielt darauf ab, nicht nur Vorhersageverträge, sondern auch die Abwicklungsebene innerhalb ihres Ökosystems zu kontrollieren. In diesem Sinne bewegt sie sich in dieselbe Richtung wie größere Akteure: Stablecoins werden zunehmend nicht als unterstützendes Kryptowerkzeug, sondern als Grundlage einer neuen Finanzinfrastruktur gesehen.
Mit dem Wachstum des Marktes wächst jedoch auch die Kontrolle. Die steigende Marktkapitalisierung, das wachsende Interesse von Visa und Mastercard und die zunehmenden Anwendungsfälle lenken die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich - sowohl auf die Prognosemärkte als auch auf Stablecoins selbst. Infolgedessen geht es im Wettbewerb nicht nur um Marktanteile, sondern auch darum, sich einen Platz im zukünftigen Finanzsystem zu sichern und gleichzeitig eine strengere Regulierung zu umgehen.