Von Andeutungen zur Tat: Wird X zu einem Krypto-Sozialnetzwerk?

Von Andeutungen zur Tat: Wird X zu einem Krypto-Sozialnetzwerk?
Die Krypto-Perspektiven des sozialen Netzwerks X

X entwickelt sich weiter in Richtung Finanzdienstleistungen und beschäftigt sich zunehmend mit Kryptowährungen. Die Plattform von Elon Musk hat die Funktion Cashtags eingeführt, mit der Nutzer Aktien und Token direkt in ihrem Feed verfolgen können, und hat auch ein mögliches neues Krypto-Produkt angedeutet. Vor diesem Hintergrund stellen sich immer mehr Menschen die Frage: Was sind die wirklichen Pläne von X für digitale Vermögenswerte?

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Was sind Cashtags?

X hat die bereits angekündigte Cashtags-Funktion eingeführt und die Plattform um Finanzfunktionen erweitert. Nutzer können nun direkt in X nach Aktien und Kryptowährungen suchen - einfach durch Eingabe eines Tickers oder einer Vertragsadresse. Das System schlägt automatisch den entsprechenden Vermögenswert vor, und wenn man darauf tippt, öffnet sich eine Seite mit Beiträgen über den Coin zusammen mit einem Echtzeit-Kursdiagramm.

Wenn man zum Beispiel BTC oder ETH eingibt, werden nicht nur die Diskussionen, sondern auch die letzten Kursbewegungen angezeigt. Das vereinfacht die Navigation: Bisher mussten die Nutzer auf externe Plattformen wie CoinMarketCap oder TradingView ausweichen, jetzt sind die Basisdaten direkt in der App verfügbar.

In Kanada geht die Funktion sogar noch weiter. Cashtags enthält eine eingebaute Schaltfläche, die zur Wealthsimple-Brokerage-App verlinkt, wo die Nutzer Aktien oder Kryptowährungen kaufen können. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Nutzer einen Vermögenswert entdecken, Diskussionen lesen und mit nur wenigen Klicks zum Kauf übergehen kann.

Der Start von Cashtags war jedoch nicht das einzige "kryptobezogene" Signal. Einen Tag zuvor hatte der Produktchef von X, Nikita Bier, eine neue Initiative angedeutet:

"Krypto hat ein hartes Jahr hinter sich. Vielleicht sollten wir etwas starten, um das zu ändern."

Der Beitrag wurde mehr als 5 Millionen Mal aufgerufen und verstärkte die Erwartung, dass X über die reine Anzeige von Finanzdaten hinausgehen könnte.

Elon Musk und die Vision einer Super-App

Das wachsende Interesse von X an Kryptowährungen ist eng mit Elon Musk verbunden, dem die Plattform seit 2022 gehört. Damals erklärte er, dass die Übernahme von Twitter ein Schritt zum Aufbau einer "Alles-App" sei - einer einzigen Plattform, auf der die Nutzer an einem Ort kommunizieren, Zahlungen tätigen und auf Dienste zugreifen können. Als Referenz verwies Musk auf das chinesische WeChat, das Messaging, Zahlungen, Shopping und vieles mehr vereint.

Kryptowährungen sind seit langem Teil von Musks öffentlicher Darstellung. Er hat sich wiederholt für den Dogecoin ausgesprochen, und seine Beiträge haben den Preis des Tokens beeinflusst. Er hat auch gesagt, dass Zahlungen innerhalb der Plattform ein wichtiges Produktmerkmal werden könnten. In diesem Zusammenhang scheint die geplante Einführung von X Money - einer Geldbörse mit P2P-Überweisungen, Bankfunktionen und einer Karte - ein logischer nächster Schritt zu sein. Im Moment wird der Dienst als fiat-basiert beschrieben, aber die zugrunde liegende Infrastruktur könnte digitale Vermögenswerte unterstützen.

Schon vor Musk hatte Twitter jedoch Schritte in Richtung Krypto unternommen. Unter Jack Dorsey führte die Plattform ein Bitcoin-Emoji ein, das erschien, wenn Nutzer #Bitcoin oder #BTC eintippten. Dorsey unterstützte Bitcoin offen und bezeichnete es als die "native Währung des Internets".

Soziales Netzwerk oder Finanzplattform

In der Praxis unternimmt X bereits konkrete Schritte in Richtung der Kryptoindustrie. Die Plattform hat ein Publikum von Hunderten von Millionen Nutzern, integrierte Finanztools wie Cashtags und plant die Einführung einer eigenen Geldbörse, X Money. In Verbindung mit der Möglichkeit, direkt über den Feed zu handeln - wie von Nikita Bier vorgeschlagen - könnte X zu einem Ort werden, an dem Nutzer nicht nur über Kryptowährungen diskutieren, sondern auch sofort mit ihnen interagieren.

Gleichzeitig gibt es aber auch klare Einschränkungen. Erstens führt X derzeit keine Geschäfte selbst aus und fungiert nicht als Broker. Zweitens sind Finanz- und insbesondere Krypto-Dienstleistungen stark reguliert, insbesondere in den USA und Europa. Darüber hinaus hat die Plattform bereits erklärt, dass sie keine Mechanismen fördern möchte, die zu Spam, Manipulation oder aggressiver Token-Promotion führen - Probleme, die im Kryptobereich üblich sind.

Infolgedessen bewegt sich X eindeutig in Richtung Kryptowährungen, allerdings schrittweise. Im Moment baut die Plattform ihre Infrastruktur auf: Sie fügt Datentools hinzu, testet Funktionen und erweitert den Zahlungsverkehr. Ob sie ein vollwertiges soziales Krypto-Netzwerk wird, hängt vom nächsten Schritt ab - der Einführung echter Tools für die Arbeit mit digitalen Vermögenswerten direkt auf der Plattform.

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