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Am 22. Mai findet im Trump National Golf Club in der Nähe von Washington, D.C., ein exklusives Abendessen mit US-Präsident Donald Trump statt. Die Gästeliste wurde jedoch nicht nach politischer Loyalität oder Wahlkampfspenden festgelegt - sie basierte auf der Anzahl der Memecoins in den Geldbörsen der Anwesenden. Nur die 220 besten Besitzer des TRUMP-Tokens wurden zu einem Abendessen mit dem Präsidenten eingeladen.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Die Veranstaltung löste intensive Debatten aus, noch bevor die Teilnehmer ihren Platz eingenommen hatten. Der Grund dafür liegt nicht nur in dem hochkarätigen Gastgeber, sondern auch in der höchst ungewöhnlichen Auswahlmethode. Zum ersten Mal richtet sich eine politische Veranstaltung dieser Größenordnung an Memecoin-Inhaber.
Das Dinner wurde erstmals im April angekündigt und führte zu einem rasanten Wertanstieg des TRUMP-Tokens - über 60 % an einem einzigen Tag. Obwohl es sich um einen Memecoin handelt, wurde TRUMP sofort zu einem Ticket für den Zugang zur realen politischen Welt. Dieser Wechsel vom traditionellen politischen Fundraising zur Token-basierten Loyalität ist beispiellos - und, wie die Marktreaktion zeigt, effektiv.
Für die Krypto-Community war die Botschaft klar: Die Kluft zwischen Politik und digitalen Vermögenswerten wird kleiner. Trump hat sich bereits früher für die Branche ausgesprochen, insbesondere im Hinblick auf eine Lockerung der Krypto-Regulierung. Dieses Abendessen ist ein weiteres Signal dafür, dass Web3 bald eine offizielle Rolle in der politischen Diskussion spielen könnte.
Offiziell erhalten die Teilnehmer eine auf Solana geprägte NFT mit dem Motiv TRUMP, ein formelles Abendessen in einem exklusiven Club und die Möglichkeit, ein Foto mit dem Präsidenten zu machen. Einige wenige erhalten sogar eine private Führung durch das Weiße Haus, eine Erfahrung, die normalerweise Diplomaten und hohen Beamten vorbehalten ist.
Analysten gehen davon aus, dass der wahre Wert der Veranstaltung in den informellen Gesprächen, dem Networking mit wichtigen politischen Akteuren und der Möglichkeit, die Zukunft des Kryptomarktes zu diskutieren, liegt.Das Abendessen könnte auch erste Einblicke in potenzielle regulatorische Veränderungen bieten und Insider, die die US-Kryptopolitik beeinflussen, vorstellen.
Trotz der Transparenz der Blockchain bleibt es eine Herausforderung, die Personen hinter den größten Wallets zu identifizieren. Die Top-Wallet mit der Bezeichnung "SUN" wurde nun offiziell als Eigentum von Justin Sun, dem Gründer von TRON, bestätigt. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) bestätigte er seine Teilnahme an dem Abendessen als oberster TRUMP-Inhaber und äußerte seinen Wunsch, mit Präsident Trump "über Krypto zu sprechen und die Zukunft unserer Branche zu diskutieren".
Es wird vermutet, dass die zweitgrößte Wallet, "MeCo", mit MemeCore, einem in Singapur ansässigen Blockchain-Team, in Verbindung steht. Die Wallet wurde über Binance finanziert und enthält sowohl TRUMP als auch eine kleine Menge an Solana.
Die dritte Wallet mit der Bezeichnung "CASE" wurde über Wintermute, einen großen Krypto-Marktmacher, finanziert. Analysten vermuten, dass es sich hierbei um eine außerbörsliche Transaktion (OTC) oder eine Privatplatzierung gehandelt haben könnte.
Zwei weitere Wallets - "GAnt" und "REKT" - wurden in jüngerer Zeit erstellt. Die eine erhielt Gelder über Binance und Coinbase, während die andere über ChangeNOW, eine Nicht-KYC-Plattform, finanziert wurde. Dies untermauert die Bedenken von Kritikern, dass solche Transaktionen es nicht-amerikanischen Organisationen ermöglicht haben könnten, sich durch die Hintertür Zugang zum politischen Prozess zu verschaffen.
Das "Pay-to-Play"-Konzept - bei dem der Zugang im Austausch gegen Geld gewährt wird - ist in der US-Politik nichts Neues. Aber die Verwendung eines Memecoins als Eintrittskarte für ein Abendessen mit dem Präsidenten wurde von Kritikern bereits als "Pay-to-Play 2.0" betitelt.
Technisch gesehen ist dies keine Wahlkampffinanzierung. Aber in der Praxis ist TRUMP zu einem Tor für politischen Zugang geworden. Die Vereinbarung wurde von den Senatoren Elizabeth Warren und Adam Schiff unter die Lupe genommen, die eine bundesweite Untersuchung wegen möglicher Verstöße gegen die US-Verfassung - insbesondere gegen die Emoluments Clause - gefordert haben.
Auch die Watchdog-Gruppe Accountable.US meldete Bedenken an und verwies auf mögliche finanzielle Verbindungen zwischen Token-Erlösen und CIC Digital, einer Tochtergesellschaft der Trump Organization.
Trotz des Hypes um die Veranstaltung zeigen Daten von Nansen, dass ein großer Teil der Privatanleger rote Zahlen schrieb. Von den mehr als 2.600 Teilnehmern verzeichneten etwa 70 % Verluste, wobei sich die realisierten Gesamtverluste auf über 21 Millionen US-Dollar beliefen. Es ist ein bekanntes Muster: Die meisten Käufer stiegen während des Höhepunkts der Aufregung ein, aber der spekulative Handel führt selten zu breiten Gewinnen.
Auch das Interesse an dem Token ist mittlerweile abgeflaut. Laut Google Trends ist die Suchaktivität für TRUMP seit Januar rückläufig - trotz konstant hoher Handelsvolumina.
Diese Geschichte mag gemischte Eindrücke hinterlassen, aber sie offenbart etwas Grundlegendes: Auf dem Kryptomarkt geht es nicht mehr nur um Technologie oder Investitionen - er entwickelt sich zu einem Kanal der Einflussnahme. Und dieser Einfluss erstreckt sich nicht nur auf die Regulierungsbehörden, sondern auch auf die politische Kultur selbst.
Dieses Abendessen mag nur eine Fußnote in der Krypto-Geschichte sein. Aber es zeigt, dass diejenigen, die den "richtigen" Token besitzen, jetzt vielleicht einen Platz am Tisch haben - und die Politiker, so scheint es, sind bereit, zuzuhören. Selbst wenn es ein gut organisiertes Abendessen braucht, um das Gespräch zu beginnen.