Gal Gadot und das neue Hollywood: Bitcoin, KI und ein 70-Millionen-Dollar-Experiment

Gal Gadot und das neue Hollywood: Bitcoin, KI und ein 70-Millionen-Dollar-Experiment
Die Schauspielerin entwickelt sich zu einer echten Botschafterin der Technologie.

​Gal Gadot steht gleich im Zentrum zweier der größten Technologiedebatten. Ihr nächster Film beleuchtet die mysteriösen Ursprünge von Bitcoin und nutzt dabei KI, um einen Großteil dessen zu erschaffen, was das Publikum später auf der Leinwand sehen wird. 

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Der Wonder-Woman-Star verteidigte kürzlich den Einsatz von KI in Doug Limans kommendem Film Bitcoin, der früher den Titel Bitcoin: Killing Satoshi trug. „Ich habe Angst vor KI“, sagte Gadot und argumentierte zugleich, dass es nicht mehr realistisch sei, die Technologie zu ignorieren.

„Der Zug ist abgefahren. Entweder du arbeitest mit ihr, oder du bist komplett aus dem Spiel.“

Von Wonder Woman zu Bitcoin

Unter der Regie von Liman, zu dessen Filmen The Bourne Identity und Edge of Tomorrow gehören, führt Bitcoin Gadot in eine Geschichte rund um die Identität des Bitcoin -Schöpfers Satoshi Nakamoto.

Gadot spielt die Kriegsreporterin Charlotte „Lotte“ Miller an der Seite von Casey Affleck, Pete Davidson und Isla Fisher. Die Handlung greift die Behauptung des australischen Informatikers Craig Wright auf, er sei Satoshi – eine Behauptung, die ein britisches Gericht 2024 zurückwies.

Für Gadot geht das Experiment über das Thema des Films hinaus. Die rund 200 Schauplätze umfassen die Antarktis, Antigua und Las Vegas, doch die Schauspieler reisten nicht dorthin. Stattdessen verbrachten sie nur 20 Drehtage in einem ehemaligen Autohaus im Westen Londons, größtenteils vor grauen Bildschirmen. Anschließend wurde KI eingesetzt, um Schauplätze, Kulissen und Beleuchtung zu erschaffen.

KI macht Gadot Angst – und trotzdem nutzt sie sie

Anstatt eine Technologie abzulehnen, die sie verunsichert, versucht Gadot nach eigenen Angaben, sie zu verstehen. Die ungewöhnliche Produktion gab ihr die Gelegenheit, selbst zu erleben, was KI-gestütztes Filmemachen für Schauspieler bedeuten könnte.

Ohne herkömmliche Kulissen und häufige Unterbrechungen für Änderungen an der Beleuchtung konnte die Besetzung mitunter stundenlang am Stück spielen. Gadot verglich die Erfahrung mit dem Theater.

„Alles war auf das Wesentliche reduziert, und übrig blieb nur die schauspielerische Leistung“, sagte sie.

Die wirtschaftlichen Aspekte des Experiments sind ebenso bemerkenswert. Produzent Ryan Kavanaugh schätzt, dass konventionelle Dreharbeiten zu Bitcoin an so vielen Schauplätzen mehr als 300 Millionen US-Dollar gekostet hätten. Das gemeldete Budget liegt bei rund 70 Millionen US-Dollar.

Diese Zahlen bleiben eine Schätzung des Produzenten, und der fertige Film muss erst noch zeigen, ob KI-generierte Umgebungen die erwartete visuelle Qualität liefern können. Als sie über das Projekt sprach, hatte Gadot selbst noch keine fertige Szene gesehen. „Wir werden sehen“, sagte sie.

Wo Gadot die Grenze zieht

Ihre Bereitschaft zum Experimentieren bedeutete nicht, dass sie der KI uneingeschränkten Zugriff auf ihre Arbeit gewährte.

Die Verhandlungen über Gadots Vertrag dauerten sechs Monate, während ihre Anwälte prüften, wie die Technologie während und nach der Produktion eingesetzt werden könnte. Ihre zentrale Bedingung war, dass die KI die Welt um sie herum erschaffen durfte, nicht aber ihre schauspielerische Leistung generieren oder verändern durfte.

„Ich wollte nicht, dass KI irgendetwas mit meiner schauspielerischen Leistung zu tun hat“, sagte sie.

Das Thema wird für Darsteller zunehmend wichtiger, da generative KI immer besser darin wird, Gesichter, Stimmen und Bewegungen zu reproduzieren. Gadot sagte, SAG-AFTRA habe ihre Anwälte kontaktiert, während der Verband Schutzmaßnahmen prüfte, die möglicherweise auch für andere Schauspieler nützlich sein könnten.

Wie stark kann KI Hollywood verändern?

Studios haben offensichtliche Gründe, weiter zu experimentieren. Wenn sich Dutzende internationale Schauplätze überzeugend nachbilden lassen, ohne große Besetzungen und Filmteams rund um die Welt zu bewegen, könnte sich die Wirtschaftlichkeit ambitionierter Filmproduktionen erheblich verändern.

Bitcoin bietet eine Vorstellung davon, wie das aussehen könnte. Schauspieler, Regisseur und schauspielerische Leistungen bleiben menschlich, während ein Großteil der sie umgebenden physischen Welt digital erschaffen wird.

Es liegt außerdem eine gewisse Symmetrie darin, KI für einen Film über Bitcoin einzusetzen. Es liegt außerdem eine gewisse Symmetrie darin, KI für einen Film über Bitcoin einzusetzen. Beide Technologien haben sich rasch von Randerscheinungen zu Bestandteilen von Branchen entwickelt, die ihnen einst mit erheblicher Skepsis begegneten.

Gadot befindet sich direkt im Zentrum dieser Debatte, statt sie vom Spielfeldrand aus zu beobachten. Sie ist neugierig genug, um zu experimentieren, besorgt genug, um sechs Monate lang ihre schauspielerische Leistung zu schützen, und pragmatisch genug, um zu glauben, dass es nicht mehr realistisch ist, sich einfach zu weigern, mit KI umzugehen.

Gadot hat noch nicht gesehen, wie das fertige Experiment aussehen wird. Vorerst tut sie genau das, was Hollywood ihrer Ansicht nach zunehmend tun müssen wird: mit KI zu arbeiten und zugleich festzulegen, was sie nicht berühren darf.

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