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Der Handelskrieg zwischen den USA und Kanada hat die Großunternehmen erreicht. Donald Trump drohte damit, Bombardier vom US-Markt auszuschließen, sofern das Unternehmen seine Produktion nicht in die Vereinigten Staaten verlagert. Allerdings zeigt sich, dass der kanadische Flugzeughersteller so eng mit der US-Industrie verflochten ist, dass ein solcher Schritt viele Amerikaner arbeitslos machen könnte.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Donald Trump drohte mit einem Verbot des Verkaufs von Bombardier-Flugzeugen in den USA, sofern das kanadische Unternehmen nicht mit der Produktion im Land beginnt. „KEIN VERKAUF VON BOMBARDIER MEHR IN DEN VEREINIGTEN STAATEN!“, schrieb der Präsident auf Truth Social. Er erklärte, Unternehmen, die Zugang zum US-Markt wünschen, sollten in den Vereinigten Staaten produzieren.
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Der Streit wurde teilweise durch die Situation rund um den US-Flugzeughersteller Gulfstream Aerospace ausgelöst. Trump warf Kanada vor, das Unternehmen am Verkauf von Flugzeugen auf seinem Markt zu hindern. Ottawa hatte die Zulassung einiger Gulfstream-Modelle zuvor unter Verweis auf Compliance-Probleme verzögert, sie jedoch im Februar genehmigt.
Bombardier erklärte, sein Geschäft sei bereits eng mit den USA verbunden, da Mitarbeiter in mehr als 20 Bundesstaaten beschäftigt seien. Die Tragflächen für den Geschäftsjet Global 7.500 werden in Texas gefertigt, während Komponenten der Flugsteuerung in einer Produktionsstätte im Raum Los Angeles hergestellt werden. Das Unternehmen kauft außerdem Triebwerke, Avionik und weitere wichtige Systeme in den USA.
Bombardier arbeitet mit mehr als 2.800 US-Zulieferern zusammen. Der republikanische Senator Jerry Moran aus Kansas hat bereits Kontakt zur Trump-Regierung aufgenommen und darauf hingewiesen, dass Bombardier allein in Wichita mehr als 1.000 Menschen beschäftigt.
Am 22. August verhängten die USA Zölle von 50 % auf kanadische Importe im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Die Maßnahmen betrafen Wein, Milchprodukte, Zement, Möbel und Hockeyausrüstung. Die Entscheidung folgte auf das Scheitern der Handelsverhandlungen zwischen Washington und Ottawa.
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Nur wenige Tage zuvor, am 18. August, hatte Donald Trump bekannt gegeben, dass beide Seiten eine vorläufige Einigung erzielt hätten, und den Verhandlungsführern drei Tage Zeit gegeben, die Details abzuschließen. Doch die Vereinbarung scheiterte in letzter Minute. Kanadische Regierungsvertreter erklärten, die USA hätten unannehmbare Forderungen gestellt, die heimische Industrien und die Souveränität beträfen. Washington warf Ottawa seinerseits vor, neue Forderungen gestellt zu haben, darunter zusätzliche Zugeständnisse bei den Lkw-Zöllen.
Kanada reagierte mit eigenen Zöllen, die am 8. September in Kraft traten. Auf rund 700 Kategorien US-amerikanischer Waren im Wert von etwa 20 Milliarden US-Dollar wurden Zölle zwischen 15 % und 50 % erhoben. Die Zölle auf viele Stahlprodukte stiegen von 25 % auf 50 %, während auch Motorräder, Kosmetika, Käse, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Papierprodukte und Elektronik betroffen waren.
Washington hat bereits neue Maßnahmen als Reaktion auf die Schritte Ottawas angedroht. US-Vertreter haben zusätzliche Zölle und vollständige Verbote bestimmter kanadischer Importe ins Gespräch gebracht. Trump erklärte außerdem, er beabsichtige, die Zölle auf Automobile ab dem 1. Januar von 25 % auf 50 % zu erhöhen und einen Zollsatz von 50 % auf Autoteile zu erheben, obwohl diese Maßnahmen noch nicht offiziell eingeführt wurden.
Trumps Drohung hat bislang keinen Ausverkauf der Bombardier-Aktien ausgelöst. Die Aktie stieg im vergangenen Tag um 2,25 %. Im vergangenen Monat liegt sie 14,48 % im Minus, seit Jahresbeginn jedoch weiterhin 32,44 % im Plus und über die vergangenen 12 Monate 98,06 % höher.
Bombardier investiert zudem weiter in die Produktion. Am 1. September vereinbarte das Unternehmen die Übernahme einer Produktionsstätte von Mitsubishi Heavy Industries in Mississauga, Ontario. Das Werk produziert Tragflächen für die Geschäftsjets Global 5.500 und Global 6.500. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben.
Das Unternehmen baut sein Geschäft in den USA ebenfalls aus. Bombardier plant, seine Verteidigungsaktivitäten und sein Servicenetz zu erweitern, und will noch in diesem Jahr eine neue Produktionsstätte in Fort Wayne, Indiana, eröffnen.
Der US-Markt bleibt für das Unternehmen von außerordentlicher Bedeutung. Trump behauptet, dass mehr als die Hälfte von Bombardiers Umsatz aus den USA stammt. Sollte Washington tatsächlich ein Verkaufsverbot für Flugzeuge verhängen, werden die Folgen für das Unternehmen nicht von den Zöllen abhängen, sondern davon, wie schnell es den Verlust seines größten Marktes ausgleichen kann.
Vorerst ist Bombardier nur schwer als erstes großes Opfer des Handelskriegs zu bezeichnen. Trumps Drohung hat die Aktien nicht zum Einbruch gebracht, während das Unternehmen weiter investiert und seine Präsenz in den USA ausbaut. Ein tatsächliches Verkaufsverbot würde die Lage jedoch drastisch verändern und Bombardier von einem seiner wichtigsten Märkte abschneiden.
Der Fall Bombardier könnte daher zu einem Test für Washingtons neue Handelspolitik werden. Bislang haben die USA und Kanada weitgehend Zölle auf Warengruppen ausgetauscht, doch der Druck auf ein bestimmtes Großunternehmen erhöht den Einsatz. Sollte die Drohung umgesetzt werden, würde sich zeigen, ob das Weiße Haus bereit ist, Schäden für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze in Kauf zu nehmen, um Druck auf Ottawa auszuüben.