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Zu Beginn des Jahres 2026 litt der Arbeitsmarkt für Kryptowährungen noch unter einem Mangel an offenen Stellen. Bis zum Herbst hatte sich die Lage jedoch verändert, und Unternehmen stellten wieder aktiv ein. Warum nehmen Stellenausschreibungen zu, während die Bewerbungen zurückgehen, und welche Fachkräfte benötigt die Branche heute tatsächlich?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
CryptoJobsList verzeichnete im Juli 382 neue Stellen, im August 886 und im September 1.241. Im selben Zeitraum sank die Zahl der Bewerbungen von 26.728 auf 19.605, ein Rückgang von etwa 27 %. Gleichzeitig stieg die Zahl der Arbeitgeber, die Stellen ausschrieben, von 107 auf 125.
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Diese Zahlen bedeuten jedoch nicht, dass sich der gesamte Arbeitsmarkt innerhalb von zwei Monaten verdreifacht hat. Cryptogrind, das die Einstellungen bei 56 überwiegend großen Kryptowährungsunternehmen verfolgt, verzeichnete im Juli 460 neue Stellen, im August 426 und im September 460. Die Daten deuten eher auf eine Erholung nach einem schwachen Jahresbeginn als auf einen neuen branchenweiten Einstellungsboom hin.
2025 stieg die Zahl neuer Stellenausschreibungen um etwa 47 %, blieb jedoch unter dem Höchststand von 2022. Der Beginn des Jahres 2026 war erneut schwach: Im Januar gingen neue Stellenangebote auf großen Jobplattformen gegenüber dem Vorjahr um rund 80 % zurück. Die veränderte Struktur der Einstellungen liefert den deutlichsten Hinweis darauf, wie sich die Nachfrage entwickelt.
In der September-Stichprobe von Cryptogrind wurden künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen mit 73 Stellen beziehungsweise 15,9 % aller neuen Ausschreibungen zur größten Kategorie. Sicherheit belegte mit 12,6 % den zweiten Platz, gefolgt von Operations mit 11,7 %. Auf Blockchain-Entwickler entfielen 9,3 %, etwa genauso viel wie auf Marketing.
Bereiche, die noch vor wenigen Jahren fast automatisch mit Web3 verbunden wurden, haben deutlich an Bedeutung verloren. Im September erfassten Analysten nur 12 Stellen in der Kategorie Web3 und 11 für Smart-Contract -Spezialisten. Die monatliche Nachfrage nach diesen Rollen sank jeweils um 25 % beziehungsweise 52 %. Auf NFT- und Gaming-Projekte entfielen lediglich neun neue Stellen.
Dagegen stieg die Nachfrage nach Blockchain-Entwicklern um 59 %. Unternehmen sind weiterhin bereit, Spezialisten mit einem tiefen Verständnis der Technologie einzustellen, interessieren sich jedoch zunehmend weniger dafür, jemanden ausschließlich für die Entwicklung eines weiteren Smart Contracts oder eines eigenständigen Web3-Produkts zu rekrutieren.
Die Nachfrage nach Spezialisten für künstliche Intelligenz wächst besonders schnell. Im Mai entfiel auf KI nur ein Anteil von 4,7 % der Stellen bei Cryptogrind. Im Juni stieg die Zahl der KI-Stellen fast um das Fünffache auf 89. Seither gehört KI zu den größten Einstellungskategorien.
Die Bandbreite der verfügbaren Stellen zeigt, dass KI nicht mehr auf spezielle Forschungsteams beschränkt ist. 2026 hat Coinbase offene Stellen in den Bereichen maschinelles Lernen, Compliance-Automatisierung, Kundenservice, interne Infrastruktur und algorithmischer Handel.
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Auch Sicherheit bleibt eine der größten Einstellungskategorien. Unternehmen suchen Spezialisten für Produktsicherheit, Untersuchungen von On-Chain-Transaktionen, Bedrohungsanalysen und interne Kontrollsysteme.
Die Arbeitgeberstatistik für September spiegelt denselben Wandel wider. Coinbase, Binance, Kraken, Fireblocks und Ripple veröffentlichten in der Stichprobe die meisten neuen Stellen. Große Unternehmen machen zunehmend einen bedeutenden Anteil der Nachfrage aus, da sie Mitarbeiter suchen, die komplexe Finanz- und Technologieinfrastrukturen unterstützen können.
Eine der auffälligsten Veränderungen betrifft die Compliance. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 machten Rechtspositionen in der Stichprobe von Tiger Research etwa 10,4 % der aktiven Stellen aus und waren damit nach Engineering die zweitgrößte Kategorie. Bei Kryptobörsen ist der Trend noch ausgeprägter. Von den 904 Stellen bei zentralisierten Plattformen bezogen sich 145 auf Compliance- und Rechtsfunktionen, gegenüber 61 im Bereich Geschäftsentwicklung und Vertrieb. Im September verzeichneten Analysten zudem einen monatlichen Anstieg der Compliance- und Rechtspositionen um 40 %.
Mit der Reifung des Marktes stehen Kryptowährungsunternehmen zunehmend vor denselben Herausforderungen wie traditionelle Finanzinstitute. Lizenzierung, Kundenidentifizierung, Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche, Sanktionsprüfungen und interne Verfahren erfordern jeweils eigene Teams.
Auch die Zusammensetzung der Arbeitgeber verändert sich. In der ersten Jahreshälfte entfielen etwa 30,8 % der aktiven Stellen auf zentralisierte Börsen, während Stablecoin- und Zahlungsunternehmen weitere 13,4 % ausmachten. Zusammen machten diese Segmente 44,2 % der Stichprobe aus.
Vor einigen Jahren stammte ein erheblicher Anteil neuer Stellen von DeFi-Protokollen, DAOs, NFT-Projekten und kleinen Web3-Teams. Heute wird die Nachfrage zunehmend von großen Plattformen, Zahlungsunternehmen, Infrastrukturanbietern und Unternehmen in regulierten Märkten getrieben.
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Die Regulierung beeinflusst nicht nur die Teamzusammensetzung, sondern auch die geografische Ausrichtung der Personalbeschaffung.
Laut Analysten blieben in der ersten Jahreshälfte etwa 40,2 % der aktiven Stellen remote, doch ein erheblicher Anteil der übrigen Vakanzen konzentrierte sich auf die Vereinigten Staaten, Singapur und Hongkong. Bei bestimmten Rollen ist der Standort unmittelbar an die Lizenz, die Aufsichtsbehörde oder den Zielmarkt eines Unternehmens gebunden.
Am oberen Ende des Marktes werden weiterhin hohe Vergütungen geboten, mit Jahresgehältern von rund $200.000.
Diese Zahl sollte jedoch nicht als Durchschnittsgehalt in der Kryptowährungsbranche verstanden werden. Gehaltsspannen wurden nur in etwa jeder zehnten Stelle der Stichprobe angegeben, und die meisten dieser Ausschreibungen stammten von großen Unternehmen. Stattdessen verdeutlicht die Zahl, wie viel Arbeitgeber für seltene Fachkenntnisse zu zahlen bereit sind.
So bot Fireblocks einem Mobile-Entwickler ein Jahresgehalt von 177.000–230.000, während ein Rechtsspezialist im Bereich Kryptowährungsdienstleistungen bis zu $312.000 verdienen konnte. Solche Vergütungsspannen finden sich in den Bereichen Infrastruktur, Sicherheit, KI, Rechtsdienstleistungen und Risikomanagement.
Gleichzeitig ist Remote-Arbeit kein bedingungsloser Branchenstandard mehr. Vollständig Remote-Stellen machten etwa 32 % der September-Stichprobe aus. Coinbase etwa bleibt ein Remote-first-Unternehmen, verlangt von Mitarbeitern jedoch, regelmäßig an Präsenz-Arbeitssitzungen teilzunehmen.
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Damit verändert sich einer der früheren Vorteile des Krypto-Arbeitsmarktes. Vor einigen Jahren konkurrierte die Branche um Talente nicht nur über Gehälter, sondern auch mit der Möglichkeit, von überall aus zu arbeiten, tokenbasierte Vergütung zu erhalten und schnell zwischen neuen Projekten zu wechseln. Heute ähneln die Anforderungen zunehmend denen traditioneller Fintech-Unternehmen, mit stärkerem Fokus auf rechtliche Beschränkungen, interne Verfahren und spezialisierte Fachkenntnisse.
Dieser Wandel könnte den Rückgang der Bewerbungen erklären.
CryptoJobsList selbst führt den Rückgang der Bewerbungen auf einen schrumpfenden Pool verfügbarer Kandidaten zurück und erwartet Engpässe bei Protokoll-Entwicklern, Compliance-Führungskräften und Spezialisten für quantitativen Handel. Dies ist jedoch die eigene Einschätzung der Plattform und keine bestätigte Erklärung.
Der Markt ist sowohl größer als auch spezialisierter geworden. Unternehmen schaffen mehr Stellen, suchen jedoch zunehmend Spezialisten für KI, Sicherheit, Compliance, Infrastruktur und quantitativen Handel — Bereiche, in denen der Pool qualifizierter Kandidaten bereits begrenzt ist.
Daher bedeuten weniger Bewerbungen nicht zwangsläufig, dass Menschen das Interesse an einer Tätigkeit im Kryptobereich verloren haben. Die Branche entfernt sich von der Massenrekrutierung generalistischer Web3-Fachkräfte. Hohe Gehälter sind zunehmend seltenem Fachwissen vorbehalten und nicht einfach nur Erfahrung im Kryptowährungssektor.