Deutschland meldet BIP-wachstum von 0,2% im vierten quartal 2025

Deutschland meldet BIP-wachstum von 0,2% im vierten quartal 2025
BIP-Wachstum in Q4 2025

Quelle: BMWE Pressemitteilungen

Höhepunkte

  • Das preisbereinigte BIP Deutschlands stieg im vierten Quartal 2025 um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal und im Gesamtjahr ebenfalls um 0,2 Prozent.
  • Industrieproduktion wuchs im November um 0,8 Prozent zum Vormonat, besonders Investitionsgüterhersteller mit 4,9 Prozent Plus, während Konsumgüter schwächelten.
  • Unternehmensinsolvenzen kletterten im Oktober 2025 auf 2.108 Anträge (+8,7 Prozent zum Vormonat), während Frühindikatoren eine schwache Konsum- und Arbeitskräfteentwicklung signalisieren.

Zum Jahresende 2025 hat sich die deutsche Konjunktur nach der Stagnation im dritten Quartal leicht stabilisiert, getragen von einer höheren Industrieproduktion und einer vorsichtigen Erholung beim Konsum. Nach vorläufigen Angaben stieg das preis-, kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Gesamtjahr 2025 lag das preisbereinigte BIP damit 0,2 Prozent über dem Vorjahr, während Unsicherheiten durch schwache Auslandsnachfrage und eingetrübte Stimmungsindikatoren hoch bleiben.

Quartalsdaten, industrie und investitionen

Die Impulse im Schlussquartal kamen laut Bericht vor allem aus dem Produzierenden Gewerbe und aus einer Fortsetzung der Erholung bei privaten und öffentlichen Konsumausgaben. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe stieg im November um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und damit zum dritten Mal in Folge; gegenüber dem Vorjahr lag sie ebenfalls 0,8 Prozent höher. Treiber war die Industrieproduktion, insbesondere Investitionsgüterproduzenten mit einem Plus von 4,9 Prozent, während Konsum- und Vorleistungsgüter zuletzt nachgaben. Eine breitere Industriebelebung wird weiterhin durch gedämpfte Auslandsnachfrage sowie geo- und handelspolitische Risiken begrenzt.

Außenhandel, inflation und konsumlaune

Vom Außenhandel wird für die kurzfristige Konjunkturentwicklung kein positiver Wachstumsbeitrag erwartet, die Exportperspektiven bleiben herausfordernd. Im November fielen die nominalen Ausfuhren saison- und kalenderbereinigt um 3,0 Prozent, während die Einfuhren um 0,5 Prozent sanken; der Außenhandelsüberschuss verringerte sich auf 6,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig sank die Inflation im Dezember 2025 auf 1,8 Prozent und damit erstmals seit Herbst 2024 unter zwei Prozent, vor allem wegen rückläufiger Energiepreise, während Dienstleistungen mit 3,5 Prozent weiter den Preisdruck prägen. Im Einzelhandel gingen die preisbereinigten Umsätze im November um 0,3 Prozent zurück, und Frühindikatoren deuten auf eine gedämpfte Konsumentwicklung um den Jahreswechsel 2025/26 hin.

Arbeitsmarkt und insolvenzen als risikofaktoren

Am Arbeitsmarkt zeigt sich zum Jahresbeginn keine klare Trendwende, die Arbeitslosigkeit stieg im Dezember saisonbereinigt um 3.000 Personen. Die Erwerbstätigkeit blieb im November nahezu unverändert, auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stagnierte zuletzt, während Frühindikatoren auf eine gedämpfte Arbeitskräftenachfrage hinweisen. Parallel steigen die Unternehmensinsolvenzen weiter: Im Oktober 2025 wurden 2.108 Verfahren beantragt, ein Plus von 8,7 Prozent zum Vormonat und 4,8 Prozent zum Vorjahr. Der IWH-Insolvenztrend weist für Dezember 1.519 Insolvenzen aus, 17 Prozent mehr als im Vormonat, was die Unsicherheit für die kurzfristigen Wachstumsperspektiven zusätzlich unterstreicht.

Traders Union berichtete zuvor über die Indikatoren, die zum Jahresende 2025 auf einen robusten Start ins vierte Quartal und eine kurzfristige Stabilisierung der deutschen Wirtschaft hindeuteten. Gleichzeitig wurde betont, dass sich Geschäfts- und Konsumerwartungen zuletzt eingetrübt haben und die Lage im Spannungsfeld zwischen schwachem Außenumfeld und einer schrittweisen Inlandsstabilisierung bleibt.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.