Deutschlands Erzeugerpreise steigen im Mai um 2,2%, Vorleistungsgüter und Energie treiben den Auftrieb
Der Preisauftrieb auf deutscher Produzentenebene verstärkt sich im Mai 2026 und erreicht den höchsten Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Mai 2023. Gegenüber April 2026 legen die Erzeugerpreise um 0,3% zu, wobei vor allem Vorleistungsgüter und Energie die Entwicklung prägen.
Höhepunkte
- Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland steigen im Mai 2026 um 2,2% gegenüber Mai 2025, getrieben von Vorleistungsgütern und Energie.
- Mineralölerzeugnisse verteuern sich gegenüber Mai 2025 um 34,9%, während Rohbenzin um 60,9% und leichtes Heizöl um 52,8% zulegen.
- Verbrauchsgüter verbilligen sich im Jahresvergleich um 1,7%, insbesondere Butter fällt um 40,0% und Schweinefleisch um 16,7%.
Preistreiber bei Energie und Vorprodukten
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, liegen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Mai 2026 um 2,2% über dem Niveau von Mai 2025. Ohne Energie steigen sie im Jahresvergleich um 2,3%, gegenüber April 2026 beträgt das Plus 0,7%.Besonders stark wirken Vorleistungsgüter, deren Preise um 4,2% gegenüber dem Vorjahresmonat und um 1,4% gegenüber April 2026 zulegen. Energie verteuert sich im Jahresvergleich um 2,5%, sinkt im Monatsvergleich jedoch um 0,4%. Mineralölerzeugnisse bleiben dabei annähernd auf dem hohen Niveau des Vormonats; gegenüber Mai 2025 steigen die Preise um 34,9%, während sie gegenüber April 2026 um 2,5% nachgeben.
Innerhalb der Energiekomponenten verteuert sich Rohbenzin um 60,9% gegenüber dem Vorjahr, leichtes Heizöl um 52,8% und Kraftstoffe um 24,2%. Dagegen fallen die Preise für Erdgas in der Verteilung um 1,3%, Strom um 4,6% und Fernwärme um 0,5% im Vergleich zu Mai 2025.
Industrie und Konsumgüter mit gemischtem Bild
Bei den Vorleistungsgütern treiben vor allem Metalle mit einem Plus von 11,1% die Entwicklung. Edelmetalle verteuern sich um 59,4%, Kupfer und Halbzeug daraus um 24,5%; auch chemische Grundstoffe steigen mit 10,4% deutlich, Düngemittel mit 13,2%. Holz sowie Holz- und Korkwaren legen um 5,8% zu, während Papier, Pappe und Waren daraus 1,5% günstiger sind als ein Jahr zuvor.Investitionsgüter und Gebrauchsgüter verteuern sich jeweils um 2,0% gegenüber Mai 2025. Maschinen kosten 1,9% mehr, Kraftwagen und Kraftwagenteile 1,3% mehr. Verbrauchsgüter dagegen verbilligen sich um 1,7%, die Nahrungsmittelpreise insgesamt um 3,6%. Besonders stark fallen die Preise für Butter mit minus 40,0% und für Schweinefleisch mit minus 16,7%, während Rindfleisch im Jahresvergleich um 1,0% teurer ist.
Sinkende Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen standen im Mittelpunkt unserer früheren Berichterstattung, nachdem sich die Lage im Nahen Osten entspannt hatte und Diesel sowie Super E10 weiter nachgaben. Dabei wurde auch hervorgehoben, dass der Tankrabatt zusätzlichen Spielraum für Preisrückgänge schafft, während ein US-Iran-Interimsabkommen die Ölpreise durch Erwartungen an mehr Angebot und normalisierte Lieferwege dämpfte.
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