Deutschlands Metall- und Elektroindustrie baut Stellen im April so stark ab wie seit 2020 nicht mehr
Wenige Tage vor der erwarteten Entlastung bei den Energiekosten durch den geplanten U.S.-Iran-Deal verschärft sich der Druck auf den Industriestandort Deutschland. In der Metall- und Elektroindustrie gehen allein im April 15.600 Arbeitsplätze verloren, was auf tiefer liegende Strukturprobleme über die Energiefrage hinaus hinweist.
Höhepunkte
- Die deutsche Metall- und Elektroindustrie verzeichnete im April mit 15.600 verlorenen Stellen den stärksten monatlichen Beschäftigungsrückgang seit Juli 2020.
- Die Branche beschäftigt aktuell rund 3,75 Millionen Menschen – 102.600 weniger als im Vorjahr – und leidet unter hohen Lohnkosten, wachsender Regulierung und schwacher Investitionstätigkeit.
- Gesamtmetall warnt vor bis zu 300.000 zusätzlichen gefährdeten Arbeitsplätzen und fordert bis zur Sommerpause tiefgreifende Reformen wie gesetzliche Wochenhöchstarbeitszeit und stabile Sozialbeiträge.
Beschäftigungsrückgang und Warnsignale der Branche
Wie BILD.de berichtet, stellt das Statistische Bundesamt neue Zahlen zum Stellenabbau in der Metall- und Elektroindustrie vor. Demnach sind im April noch rund 3,75 Millionen Menschen in dem Industriezweig beschäftigt, 102.600 weniger als ein Jahr zuvor.Der monatliche Verlust von 15.600 Stellen ist der stärkste Rückgang seit Juli 2020. Seit fast zweieinhalb Jahren weisen die Statistiken Monat für Monat ein Minus bei der Gesamtzahl der Beschäftigten in der Branche in Deutschland aus.
Standortkosten und Reformdruck nehmen zu
Als zentrale Ursachen nennt die Branche seit Jahren wachsende Regulierung, hohe Lohnkosten und einen schärferen internationalen Wettbewerb. Zugleich holen Wettbewerber wie China technologisch auf, während die Ausgaben der Branche nach Angaben von Gesamtmetall noch immer mehr als 20 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen.Gesamtmetall-Präsident Oliver Zander warnt, ohne bessere Rahmenbedingungen seien in der Metall- und Elektroindustrie weitere 300.000 Arbeitsplätze gefährdet. Er fordert bis zur parlamentarischen Sommerpause konkrete Reformen, darunter eine gesetzliche Wochenhöchstarbeitszeit und stabile Sozialversicherungsbeiträge, damit Investitionen am Standort Deutschland wieder attraktiver werden.
In unserem früheren Beitrag zur hohen Teilzeitquote von Frauen in Deutschland haben wir erläutert, dass dadurch mehrere Hunderttausend potenzielle Vollzeitkräfte dem Arbeitsmarkt entgehen und damit Wachstum sowie die Stabilität des Rentensystems belastet werden. Als zentrale Bremsen wurden fehlende Betreuungsangebote, steuerliche Fehlanreize wie das Ehegatten-Splitting sowie Minijobs genannt. Der Beitrag ordnete dies als wichtigen Hebel ein, um das Arbeitskräfteangebot zu erhöhen und den Fachkräftemangel zu entschärfen.
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