Dmytro Kharkov

Goldpreis fällt um 8,2 %, da die Erholung des Dollars eine Korrektur auslöst

Goldpreis fällt um 8,2 %, da die Erholung des Dollars eine Korrektur auslöst
Die Märkte haben die Aussichten auf eine Lockerung der Federal Reserve neu bewertet

Gold wird bei $ 4.893,2 gehandelt und ist damit im Laufe des letzten Handelstages um 8,2 % gesunken, was einen der stärksten Tagesrückgänge in diesem Jahr darstellt. Die makroökonomischen Faktoren deuten jedoch darauf hin, dass es sich eher um einen korrigierenden Pullback als um den Beginn einer anhaltenden Baisse handelt.

Höhepunkte

  • Der Goldpreis ist innerhalb einer Sitzung um 8,2 % auf $ 4.893,2 gefallen, was auf die Stärke des Dollars und die Neubewertung der Erwartungen der Federal Reserve zurückzuführen ist.
  • Trotz des steilen Rückgangs deuten die technischen Indikatoren darauf hin, dass der übergeordnete Aufwärtstrend oberhalb der wichtigen Unterstützung bei 4.650 $ intakt bleibt.
  • Die kurzfristigen Aussichten deuten auf eine volatile Konsolidierung hin, wobei eine Stabilisierung wahrscheinlich ist, bevor ein erneuter Aufwärtsversuch unternommen wird.

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Aus technischer Sicht war der Ausverkauf von Gold zwar heftig, aber noch nicht strukturell destruktiv. Der Rückgang folgte auf den gescheiterten Versuch, sich über der psychologischen 5.300 $-Zone zu halten, die nach der parabolischen Rallye Anfang des Jahres als kurzfristiger Widerstand fungiert hatte. Die Zurückweisung aus diesem Bereich löste beschleunigte Gewinnmitnahmen aus, die die Preise drastisch in Richtung der 4.900 $-Marke drückten.

Auf dem Tages-Chart ist der Goldpreis unter seinen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt gerutscht, was ein Zeichen dafür ist, dass das kurzfristige Momentum ins Negative gedreht hat. Der Preis liegt jedoch weiterhin deutlich über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt bei 4.650 $, der weiterhin aufwärts tendiert und signalisiert, dass der mittelfristige Trend noch intakt ist. Der gleitende 100-Tage-Durchschnitt, der sich derzeit bei 4.300 $ befindet, stellt eine tiefere Unterstützungsmarke dar und würde wahrscheinlich ein starkes Kaufinteresse auf sich ziehen, wenn er getestet wird.

Dynamik des Goldpreises (November 2025 - Januar 2025). Quelle: TradingView

Die Momentum-Indikatoren zeigen eher eine Abkühlung als einen Zusammenbruch an. Der Relative-Stärke-Index hat sich aus dem extrem überkauften Bereich oberhalb von 75 auf etwa neutrale Werte zurückgebildet, wodurch die während der Rallye entstandenen Spannungen abgebaut wurden. Die Volumenprofile deuten darauf hin, dass ein Großteil der jüngsten Verkäufe eher auf kurzfristige Spekulationsströme als auf langfristige Liquidation zurückzuführen ist.

Fed-Repricing und Dollar-Stärke belasten die Stimmung

Der jüngste Rückgang des Goldpreises stand in engem Zusammenhang mit einer Verschiebung der makroökonomischen Erwartungen, insbesondere in Bezug auf die US-Geldpolitik und den US-Dollar. Die Märkte haben die Aussichten für eine Lockerung der US-Notenbank neu bewertet, wobei die Anleger die Erwartungen für eine aggressive Zinssenkung zurückgeschraubt haben. Diese Anpassung hat die Renditen von US-Staatsanleihen gestützt und einen breit angelegten Wiederanstieg des Dollars ausgelöst, beides traditionell negativ für nicht renditeträchtige Anlagen wie Gold.

Wichtig ist, dass der Ausverkauf offenbar nicht auf eine Verschlechterung der längerfristigen Fundamentaldaten von Gold zurückzuführen ist. Die Diversifizierung der Zentralbanken, die geopolitische Unsicherheit und fiskalische Bedenken sind nach wie vor unterstützende Faktoren im Hintergrund. Stattdessen spiegelt die Entwicklung eine klassische Neupositionierung nach einer längeren Rallye wider, die durch eine fremdfinanzierte Positionierung an den Futures-Märkten noch verstärkt wurde.

Auch die Geschwindigkeit des Rückgangs deutet eher auf eine erzwungene Rücknahme als auf eine Änderung der Überzeugung hin. Als sich Gold nicht über den jüngsten Höchstständen halten konnte, wurden in rascher Folge Stopp-Loss-Aufträge ausgelöst, die die Abwärtsbewegung noch verstärkten. Solche Episoden markieren oft eher die Mitte als das Ende von Korrekturen.

Preisaussichten begünstigen Stabilisierung und Erholungsversuche

Die kurzfristige Entwicklung des Goldpreises wird davon abhängen, ob die wichtigsten Unterstützungsniveaus angesichts der anhaltenden Volatilität bei Währungen und Zinsen halten können. Solange die Preise oberhalb der 4.650 $-Zone bleiben, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend technisch gültig.

Kurzfristig dürfte Gold in einer volatilen Spanne zwischen 4.850 $ und 5.050 $ gehandelt werden, während die Märkte den jüngsten Schock verdauen. Eine Phase der Seitwärtskonsolidierung würde es den Momentum-Indikatoren ermöglichen, sich neu zu orientieren und eine Basis für die nächste Richtungsänderung zu schaffen. Sollte die Dollar-Rallye an Schwung verlieren oder die Zinserwartungen wieder zurückgehen, könnte Gold in den nächsten Wochen einen Erholungsversuch in Richtung 5.300 $ unternehmen.

Der Rückgang des Goldpreises ist auf Gewinnmitnahmen nach dem Rekordhoch, Portfolioumschichtungen und einen Stimmungsumschwung angesichts der gestiegenen Ölpreise zurückzuführen. Analysten betrachten den Rückgang als eine gesunde Korrektur, die Spielraum für eine Erholung bietet, wenn sich die Stimmung stabilisiert und die Nachfrage nach sicheren Häfen zurückkehrt.

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