Gold fällt trotz erneuter US-Iran-Kriegsspannungen auf Zwei-Monats-Tief
Die Goldpreise fielen auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten, obwohl der Krieg zwischen den USA und Iran normalerweise die Nachfrage nach sicheren Anlagen stützen würde. Diesmal reagierte der Markt jedoch anders: Höhere Ölpreise verstärkten die Inflationssorgen, der Dollar legte zu und Anleger begannen, das Risiko einer strafferen Geldpolitik einzupreisen.
Höhepunkte
- Spot-Gold fiel um etwa 1,6 % auf 4.385,85 $ je Unze, den niedrigsten Stand seit dem 26. März.
- US-Gold-Futures sanken um 1,3 % auf 4.389,70 $.
- UBS senkte das Jahresendziel auf 5.500 $, bleibt aber positiv gestimmt.
- Die Bank of America erwartet Gold zum Jahresende bei 5.093 $ je Unze, etwa 16 % über dem aktuellen Niveau.
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Dollar und Öl setzen Gold unter Druck
Am Donnerstag fiel der Spotpreis für Gold um etwa 1,6 % auf 4.385,85 $ je Unze und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 26. März. Die US-Gold-Futures zur Lieferung im nächsten Monat gaben um 1,3 % nach und schlossen bei etwa 4.389,70 $.
Laut CNBC erfolgte der Rückgang nach erneuter Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen den USA und Iran. Solche Ereignisse stützen Gold üblicherweise als sicheren Hafen. Doch diesmal kam der Haupteffekt über Öl und Dollar. Steigende Ölpreise schürten die Sorge, dass die Inflation länger erhöht bleiben könnte als erwartet. Das wiederum verringert die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Lockerung der Geldpolitik.
Auch ein stärkerer Dollar belastete die Nachfrage. Gold wird in US-Dollar gehandelt und wird für Käufer außerhalb der USA teurer, wenn der Dollar steigt. Unter diesen Bedingungen reichte selbst das geopolitische Risiko nicht aus, um den Preisverfall zu verhindern.
Analysten schreiben Gold nicht ab
Trotz des deutlichen Rückgangs bleiben große Banken beim Edelmetall optimistisch. UBS bekräftigte seinen positiven Ausblick, senkte jedoch das Kursziel für Jahresende kürzlich von 5.900 $ auf 5.500 $ je Unze. Die Bank glaubt, dass Gold wieder an Schwung gewinnen könnte, wenn die Erwartungen an Zinserhöhungen nachlassen.
Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management, sagte, Gold reagiere kurzfristig weiterhin sensibel auf Nachrichten aus Iran und den USA, auf Energiepreise, US-Anleiherenditen und den Dollar. Mittelfristig werde das Metall jedoch durch die Nachfrage der Zentralbanken, Diversifizierung der Reserven, hohe globale Verschuldung und die Erwartung einer lockereren Fed-Politik im weiteren Jahresverlauf gestützt.
Auch die Bank of America sieht weiteres Potenzial. Ihre Prognose für das Jahresende liegt bei 5.093 $ je Unze, etwa 16 % über dem aktuellen Spotpreis. Bis Ende 2027 erwartet die Bank einen Rückgang auf 4.925 $. Als Risiken für die Prognose nannten Analysten einen anhaltend starken Dollar, höhere Realzinsen und ein größeres Angebot an Altgold.
Inflation und Zinsen rücken wieder in den Fokus
Anleger richten ihre Aufmerksamkeit nun auf die US-Inflationsdaten. Von Dow Jones befragte Ökonomen erwarten einen Anstieg des Index um 0,5 % zum Vormonat und 3,8 % zum Vorjahr. Fällt der Wert höher aus als prognostiziert, könnte der Druck auf Gold zunehmen.
Auch andere Edelmetalle gaben nach. Silber verlor rund 2,4 % auf 72,85 $ je Unze, während die Futures knapp über 73 $ notierten. Platin sank um 1,7 % auf 1.884,95 $, Palladium fiel um 1,7 % auf 1.366,70 $.
Nach einem Rekordjahr 2025, in dem Gold um 66 % und Silber um 135 % zulegten, ist der Handel 2026 deutlich volatiler geworden. Die jüngste Korrektur zeigt, dass der Status von Gold als sicherer Hafen nicht immer automatisch greift: Wenn ein Krieg Ölpreise steigen lässt, den Dollar stärkt und Zinserwartungen gleichzeitig erhöht, kann Gold unter Druck geraten.
Wie bereits berichtet, fällt Bitcoin auf April-Tief, da neue US-Angriffe auf Iran Risikoanlagen belasten.
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