Öl steigt nach neuen US- und Iran-Angriffen um 3 %
Die Hoffnungen auf eine kurzfristige Einigung über die Straße von Hormuz sind nach einer neuen Runde militärischer Eskalation zwischen den USA und Iran nahezu verschwunden. Der Ölmarkt hat seine Risikoprämie schnell wieder eingepreist: WTI stieg auf 91,51 $ pro Barrel, während Brent auf 97,14 $ kletterte – beide Benchmarks legten etwa 3 % zu.
Höhepunkte
- WTI stieg auf 91,51 $ und Brent kletterte auf 97,14 $, beide Benchmarks legten etwa 3 % zu.
- Die USA erklärten, sie hätten iranische Drohnen abgeschossen und ein Ziel im Raum Bandar Abbas angegriffen.
- Die iranischen Revolutionsgarden griffen einen US-Luftwaffenstützpunkt an, was das Risiko eines Zusammenbruchs der Waffenruhe erhöht.
- Neue US-Sanktionen richten sich gegen eine iranische Organisation, die mit der Kontrolle der Passage durch Hormuz in Verbindung steht.
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Die Waffenruhe gerät erneut unter Druck
Laut Bloomberg führten die USA Luftangriffe auf eine iranische Militäranlage durch und verschärften den Sanktionsdruck auf Teheran. Sie erklärten, damit verhindern zu wollen, dass Iran Einnahmen aus dem Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz erzielt. Washington bezeichnete die Angriffe als defensiv und betonte, weiterhin an der seit letztem Monat geltenden Waffenruhe festhalten zu wollen.
Die US-Streitkräfte des Central Command schossen vier iranische Drohnen ab, die auf ein Handelsschiff zusteuerten, und zerstörten zudem eine weitere Drohne im Raum Bandar Abbas nahe der Meerenge. Am Donnerstag verschärften sich die Spannungen weiter, als die iranischen Revolutionsgarden nach dem Drohnenvorfall bei Hormuz einen US-Luftwaffenstützpunkt angriffen.
Diese Entwicklungen ereigneten sich nur wenige Stunden, nachdem Präsident Donald Trump Berichte zurückgewiesen hatte, wonach Washington kurz vor einer Kompromisslösung mit Teheran stehe. Zuvor hatte er erklärt, kein Land dürfe die wichtige Wasserstraße kontrollieren. Trump sagte, die Straße von Hormuz sei internationales Gewässer, müsse für alle offen bleiben, und die USA würden die Freiheit der Schifffahrt überwachen.
Hormuz bleibt die Hauptquelle des Risikos
Das US-Finanzministerium verhängte Maßnahmen gegen die Verwaltung des Persischen Golfs im Iran. Washington warf ihr vor, die Kontrolle über den Transit durch Hormuz zur Einnahmequelle machen zu wollen, indem sie von Schiffen Zahlungen für eine sichere Passage verlange.
Iran hatte zuvor seinen beanspruchten Hoheitsbereich rund um die Meerenge ausgeweitet und neue Vorschriften für Schiffe eingeführt. Laut US-Angaben beliefen sich die Forderungen in manchen Fällen auf bis zu 2 Millionen Dollar pro Durchfahrt. Für den Markt ist das besonders sensibel: Etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen passieren normalerweise Hormuz.
Gleichzeitig reichten die Sorgen über die US-Iran-Konfrontation hinaus. Kuwait meldete die Abwehr feindlicher Raketen und Drohnen und warnte, dass etwaige Explosionen auf das Eingreifen der Luftabwehrsysteme gegen feindliche Ziele zurückzuführen seien. Das israelische Militär teilte mit, es habe Hisbollah-Infrastruktur nahe Tyros im Süden Libanons angegriffen, während im Norden Israels wegen feindlicher Flugaktivitäten Sirenen ertönten.
Der Ölmarkt preist erneut Konfliktkosten ein
Der starke Anstieg des Ölpreises zeigte, wie schnell Investoren Risiken neu bewerten, wenn diplomatische Signale militärischen Schlagzeilen weichen. WTI stieg um 2,87 $ bzw. 3,24 % auf 91,51 $ pro Barrel. Brent legte um 2,85 $ bzw. 3,02 % auf 97,14 $ zu.
Für die Weltwirtschaft bedeutet das ein neues Inflationsrisiko. Sollte die Passage durch Hormuz weiter eingeschränkt bleiben, könnten höhere Ölpreise sich rasch auf Benzin, Fracht, Flugreisen und Industriegüter auswirken. Die zentrale Frage für die Märkte ist nun nicht nur, ob eine Einigung erzielt werden kann, sondern ob die USA und Iran überhaupt den grundlegenden Rahmen der Waffenruhe aufrechterhalten können, während neue Angriffe andauern.
Zuvor wurde berichtet, dass die Märkte auf eine Deeskalation mit Iran setzen, während KI-Aktien ihre Rally fortsetzen.
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