Märkte setzen auf Entspannung im Iran-Konflikt, während KI-Aktien ihre Rally fortsetzen
Die globalen Märkte erhielten eine seltene Verschnaufpause vom geopolitischen Druck: Die Ölpreise fielen stark nach Berichten über eine mögliche vorübergehende Einigung mit dem Iran, während Aktien sich nahe Rekordniveaus hielten. Anleger preisten sowohl die Chance ein, dass der normale Verkehr durch die Straße von Hormuz wieder aufgenommen werden könnte, als auch die anhaltende Nachfrage nach Unternehmen, die vom Boom der künstlichen Intelligenz profitieren.
Höhepunkte
- WTI-Rohöl fiel unter 90 US-Dollar nach Berichten über eine mögliche vorübergehende Einigung mit dem Iran.
- Der S&P 500 blieb nahe seinem Rekordhoch, auch wenn die Gewinne begrenzt waren.
- Speicherchip-Aktien stiegen weiter in Erwartung eines langanhaltenden KI-getriebenen Zyklus.
- Die Straße von Hormuz bleibt der wichtigste Risikofaktor für Öl, Inflation und den Welthandel.
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Die Öl-Risikoprämie beginnt zu schwinden
Der Preis für US-Rohöl fiel unter 90 US-Dollar pro Barrel, nachdem iranische Medien von einem inoffiziellen Entwurf für ein vorübergehendes Friedensabkommen berichteten. Laut Bloomberg könnte der Verkehr durch die Straße von Hormuz innerhalb eines Monats nach Abschluss des Abkommens wieder normal verlaufen.
Für den Energiemarkt ist dies ein zentrales Signal. Ein großer Teil der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen passiert Hormuz, sodass der starke Rückgang des Verkehrs seit Beginn des Konflikts die Energiepreise rasch steigen ließ und zusätzlichen Druck auf Unternehmen, Transportunternehmen und Verbraucher ausübte. Händler preisen nun die Möglichkeit ein, dass ein Teil dieser Kriegsprämie wieder verschwindet.
Dennoch sehen Marktteilnehmer das Abkommen noch nicht als abgeschlossen an. US-Außenminister Marco Rubio warnte, dass die Finalisierung der Vereinbarung noch mehrere Tage dauern könnte. Ein iranischer Regierungsvertreter erklärte unterdessen, dass das Thema der hochangereicherten Uranvorräte des Landes nicht auf der Verhandlungsagenda stehe.
KI überwiegt erneut die Geopolitik
Die Reaktion an den Aktienmärkten fiel verhaltener aus. Der S&P 500 legte nur leicht zu, blieb aber nahe seinem Rekordhoch. Analysten sagen, dass die Widerstandsfähigkeit des Marktes nicht nur durch das geringere Ölrisiko, sondern auch durch die anhaltende Nachfrage nach Unternehmen aus dem Bereich künstliche Intelligenz getragen wird.
Der Aufschwung war besonders bei Speicherchip-Herstellern sichtbar. Investoren setzen zunehmend darauf, dass der KI-Boom nicht nur ein Segment des Marktes verändert, sondern die gesamte Nachfragestruktur für Halbleiter, Server und Rechenzentren. Das stützt die Erwartungen an eine nachhaltige Neubewertung der Branche.
Unternehmensnachrichten bewegten zudem einzelne Aktien. Salesforce bereitete sich darauf vor, nach Börsenschluss Zahlen zu veröffentlichen – Investoren beobachten, ob die Veröffentlichung die Aktie aus ihrer längeren Schwächephase befreien kann.
JPMorgan stufte FedEx auf „Overweight“ hoch und verwies auf Erwartungen einer Verbesserung des Kerngeschäfts vor der geplanten Abspaltung der Fracht-Sparte.
Lululemon erzielte mit Gründer Chip Wilson eine Einigung zur Erneuerung des Vorstands.
Blackstone stellt Apogee Therapeutics bis zu 1,3 Milliarden US-Dollar an Finanzierung zur Verfügung, während Bath & Body Works Quartalszahlen über den Analystenerwartungen meldete und bekannt gab, dass Finanzchefin Eva Boratto am 12. Juni zurücktreten wird.
Worauf die Märkte als Nächstes achten
Wenn der Verkehr durch Hormuz tatsächlich innerhalb eines Monats wieder normal läuft, würde das den Inflationsdruck mindern und Verbraucher, Transportunternehmen sowie Industrieunternehmen entlasten.
Das Risiko einer erneuten Eskalation bleibt jedoch hoch. Ein Bericht der iranischen Staatsmedien allein reicht nicht aus, um das Abkommen als abgeschlossen zu betrachten. Die Märkte gehen daher mit zwei gegensätzlichen Kräften in die kommenden Tage: Hoffnung auf Entspannung an den Energiemärkten und weiterhin starke Nachfrage nach KI-bezogenen Investments.
Wie bereits berichtet, rücken durch den Nvidia-Chip-Fall die Exportkontrollen in Asien verstärkt in den Fokus.
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