WTI bleibt nach einer scharfen Umkehr von den jüngsten Höchstständen über 110 $ pro Barrel unter erheblichem Druck. Basierend auf dem Tageschart ist der Preis unter die wichtigsten gleitenden Durchschnitte gebrochen und in den Bereich von 78–80 $ gefallen, womit ein beträchtlicher Teil der geopolitischen Rallye der letzten Wochen zunichtegemacht wurde.
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Die jüngste Tageskerze spiegelt den verstärkten Verkaufsdruck und einen Ausbruch unter eine wichtige Unterstützungszone wider, was darauf hindeutet, dass das bärische Momentum kurzfristig fest verankert bleibt.
Geopolitische Prämie schwindet rapide
Der Haupttreiber für den Ausverkauf ist die Entspannung der Lage rund um die Öltransporte durch die Straße von Hormus. Die Marktteilnehmer bewerten die geopolitische Prämie neu, die zuvor aufgrund von Anzeichen für eine verbesserte regionale Stabilität und Fortschritten bei den Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in die Preise eingepreist worden war. Infolgedessen ist WTI bereits unter die Marke von 80 $ pro Barrel gerutscht und hat den niedrigsten Stand seit mehreren Monaten erreicht.
Angebotsseitige Sorgen verstärken den Abwärtssdruck
Zusätzlicher bärischer Druck resultiert aus der Erwartung einer schrittweisen Erholung der regionalen Exportströme und einer potenziellen Ausweitung des weltweiten Ölangebots. Mehrere große Investmentbanken haben ihre Preisprognosen für die zweite Jahreshälfte bereits nach unten korrigiert und verweisen auf die Aussicht auf zusätzliche Barrel, die auf den Markt zurückkehren, sowie auf eine verringerte Wahrscheinlichkeit von Versorgungsunterbrechungen.
Wichtige Niveaus im Fokus
Aus technischer Sicht stellt der Bereich von 78–80 $ die erste wichtige Unterstützungszone dar. Ein entscheidender Durchbruch unter diese Spanne könnte den Weg in Richtung 75 $ und potenziell zum langfristigen gleitenden Durchschnitt bei 73–74 $ pro Barrel ebnen. Damit die bullische Stimmung zurückkehrt, müsste WTI die Marke von 85 $ zurückerobern und halten. Die breitere Marktstruktur bleibt jedoch vorerst bärisch.
In den kommenden Tagen werden Händler das tatsächliche Tempo der Angebotsnormalisierung durch die Straße von Hormus und alle neuen Signale bezüglich des globalen Angebots-Nachfrage-Gleichgewichts genau beobachten – ein Risiko, das ich wiederholt hervorgehoben habe, insbesondere in meinem Artikel WTI fällt auf Mehrwochentiefs, da die Spannungen in Hormus nachlassen. Insgesamt bleibt das aktuelle Umfeld für die Rohölpreise moderat negativ.
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