Goldman sieht Warsh-Aussagen als neues Risiko für zweijährige Treasuries
Goldman Sachs Asset Management erwartet, dass Kevin Warshs erste geldpolitische Botschaft als Vorsitzender der Federal Reserve das kurze Ende der Treasury-Kurve volatiler machen wird, während der Druck auf längere Laufzeiten nachlässt. Diese Einschätzung spiegelt einen Markt wider, der Zinserhöhungen rasch vorverlegt hat, nachdem Warsh einen stärkeren Fokus auf die Inflation und eine geringere Abhängigkeit von der Forward Guidance signalisiert hatte.
Höhepunkte
- Goldman erwartet mehr Volatilität bei zweijährigen Treasuries.
- Warshs hawkish Botschaft zog Zinserhöhungswetten vor.
- Märkte sehen eine Chance von über 80 % für eine Erhöhung im September.
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Kurzfristige Zinsen passen sich schneller an
Kay Haigh, Global Head und Chief Investment Officer für Fixed Income und Liquidity Solutions bei Goldman Sachs Asset Management, sagte, Warshs Botschaft nach der Sitzung sei eindeutig hawkish gewesen und habe die Aufmerksamkeit zurück auf die Inflation gelenkt. Diese Haltung veranlasste Trader dazu, die Erwartungen für die nächste Zinserhöhung vorzuziehen, berichtet Bloomberg.
Märkte weisen einer Erhöhung im September nun eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 80 % zu, so die im Bericht zitierten Bloomberg-Daten. Bis Oktober ist mehr als ein Zinsschritt nach oben eingepreist. Vor der Fed-Sitzung hatten Trader weitgehend erwartet, dass die erste Erhöhung frühestens im Dezember erfolgen würde.
Die Bewegung war am deutlichsten bei zweijährigen Treasuries zu sehen, die eng mit den Erwartungen an die Fed-Politik verknüpft sind. Die zweijährige Rendite sprang am Mittwoch um 13 Basispunkte nach oben – der stärkste Anstieg seit April 2025 und eine der größten Bewegungen an einem Fed-Sitzungstag seit 2008. Die Rendite schwankte am Donnerstag weiter, während sich die Anleger auf den neuen geldpolitischen Ton einstellten.
Die Fed hielt die Zinsen zum vierten Mal in Folge stabil, doch ihre Projektionen zeigten eine stärkere Neigung zu künftigen Erhöhungen. Neun Entscheidungsträger erwarteten höhere Zinsen bis zum Jahresende, während acht keine Änderung sahen und nur einer eine Senkung prognostizierte. Warsh verzichtete darauf, seine eigene Zinsprognose abzugeben, was die Vorstellung bestärkt, dass der neue Vorsitzende möchte, dass sich die Märkte weniger auf explizite Signale der Fed verlassen.
Längere Anleihen könnten von klarerem Inflationsfokus profitieren
Goldmans Argument ist, dass eine energischere Anti-Inflations-Botschaft das lange Ende der Kurve beruhigen könnte. Wenn die Anleger glauben, dass es der Fed ernst damit ist, die Inflation auf ihr 2 %-Ziel zurückzuführen, könnten die längerfristigen Inflationsrisikoprämien sinken, selbst wenn kurzfristige Zinsen schwerer vorhersehbar werden.
Die Rendite 30-jähriger Treasuries erreichte am Donnerstag ein Zweimonatstief, während der zweijährige Sektor unruhig blieb. Dieser Kontrast deutet auf eine flachere Kurve hin, wobei die Renditen am kurzen Ende stärker auf eingehende Daten und geldpolitische Neubewertungen reagieren.
Warsh kündigte zudem Task Forces an, um Bereiche wie Fed-Prognosedaten und die Umsetzung der Geldpolitik zu überprüfen. Diese Überprüfungen könnten letztlich die Art und Weise ändern, wie die Zentralbank kommuniziert und agiert, was kurzfristig Unsicherheit schafft, aber potenziell die langfristige Volatilität verringert, wenn die Anleger Vertrauen in den Rahmen der Fed gewinnen.
Ein neuer Test für Anleiheinvestoren
Die Verschiebung ist von Bedeutung, da die zweijährige Note zum Hauptdruckpunkt für die Fed-Unsicherheit wird. Weniger Forward Guidance bedeutet, dass jeder Inflations-, Arbeitsmarkt- und Ausgabenbericht mehr Gewicht am Markt haben könnte.
Für Anleger ist das Ergebnis ein taktischerer Anleihenmarkt. Kurze Laufzeiten könnten stark schwanken, während Trader über den Zeitpunkt der Erhöhungen debattieren, während lange Anleihen attraktiver werden könnten, wenn die Inflationshaltung der Fed glaubwürdig erscheint. Die Ansicht von Goldman deutet darauf hin, dass Warshs erste Sitzung nicht einfach nur die Zinserwartungen geändert hat. Sie hat verändert, wo sich die Treasury-Volatilität wahrscheinlich konzentrieren wird.
Wir haben bereits zuvor hervorgehoben, dass Goldman Sachs und JPMorgan den Private-Credit-Markt neu bewerten.
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