WTI-Rohölpreisprognose: Öl fällt unter 90 Dollar, da sich die Kriegsprämie allmählich auflöst

WTI-Rohölpreisprognose: Öl fällt unter 90 Dollar, da sich die Kriegsprämie allmählich auflöst
WTI rutscht unter 90 $, da die Kriegsprämie nach dem Anstieg schwindet

Rohöl der Sorte WTI ist wieder unter die 90-Dollar-Marke gefallen, nachdem es Anfang der Woche bis auf 118 Dollar hochgeschnellt war, da die Händler beginnen, einen Teil der geopolitischen Risikoprämie abzubauen, die die ganze Zeit in die Preisbewegungen eingepreist war.

Höhepunkte

  • Auf dem Höhepunkt der geopolitischen Panik rutscht WTI wieder unter die 90 $-Marke, nachdem es kurzzeitig auf 118 $ gestiegen war.
  • Trump deutet schnellere Fortschritte als erwartet und mögliche Tanker-Eskorten durch Hormuz an.
  • Die Spanne von 87 $ bis 92 $ ist nun die wichtigste technische Zone für die nächste Richtungsänderung.

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Bislang deutet dieser Rückschlag darauf hin, dass der Markt langsam aber sicher von panischen Preisspekulationen zu einer vorsichtigen Einschätzung übergeht, ob es sich bei der Störung in der Straße von Hormuz um einen dauerhaften Angebotsschock oder ein vorübergehendes Ereignis handelt.

Politische Äußerungen in Verbindung mit politischen Erwartungen haben den Rückschlag ausgelöst. Die Händler reagieren auf Anzeichen dafür, dass Washington aggressiver vorgehen könnte, um die Schifffahrtsströme zu stabilisieren und den Anstieg des Ölpreises einzudämmen, was die Dringlichkeit der schlimmsten Versorgungsunterbrechungsszenarien verringern würde. Allerdings sind die Versorgungsrisiken noch nicht völlig verschwunden, so dass der Markt nach wie vor äußerst sensibel auf neue Nachrichten reagiert.

Risikoprämie kühlt sich ab, während die politische Reaktion Gestalt annimmt

Einer der Gründe, warum sich dies geändert hat, ist die zunehmende Überzeugung, dass die unmittelbare Bedrohung der Versorgung weniger schwerwiegend ist, als wir ursprünglich angenommen haben. Präsident Donald Trump sagte, dass die Militäraktion gegen den Iran möglicherweise früher als erwartet beendet wird.

Er erwähnte auch, dass die US-Marine bei der Eskortierung von Tankern durch die Straße von Hormuz, eine wichtige Schifffahrtsroute, helfen könnte. Er fügte hinzu, dass die USA die Aufhebung einiger Ölsanktionen in Betracht ziehen könnten, um die Versorgung zu stabilisieren. Die G7-Finanzminister bestätigten, dass sie bereit sind, Rohöl aus ihren strategischen Reserven freizugeben, falls sich die Bedingungen auf dem Markt verschlechtern sollten. Zusammengenommen haben diese Maßnahmen die Unruhe, die zu dem abrupten Preisanstieg vom Montag geführt hatte, etwas gemildert. Allerdings ist das Problem noch nicht ganz ausgestanden.

Produktionskürzungen und Exportunterbrechungen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und dem Irak üben weiterhin Druck auf das physische Angebot aus. Außerdem haben wir mit Problemen bei der Lagerung und Verzögerungen bei der Verschiffung zu kämpfen. Der Markt scheint jedoch nicht mehr von der Annahme auszugehen, dass das Worst-Case-Szenario unvermeidlich ist.

Charts deuten auf Konsolidierung nach dem Anstieg hin

Aus technischer Sicht ist der Rohölpreis von einer Panikrallye in eine Konsolidierungsphase übergegangen. Der Anstieg auf 118 $ sieht jetzt wie eine klassische Erschöpfungsspitze aus, gefolgt von einer raschen Auflösung, sobald die spekulativen Absicherungen wieder rückgängig gemacht wurden. Auf dem Ein-Stunden-Chart hält sich WTI immer noch über dem steigenden 100 EMA bei 87,2 $ und bequem über dem 200 EMA bei 80,7 $, was bedeutet, dass die breitere Struktur nach dem Ausbruch noch nicht zusammengebrochen ist.

WTI-Preisdynamik (Quelle: TradingView)

Der technische Fokus liegt nun auf der Region zwischen 91,8 und 92 $, wo sich der 20 EMA und der 50 EMA aneinanderreihen. Solange Rohöl unter dieser Zone bleibt, deutet das kurzfristige Momentum auf eine weitere Abkühlung oder einen Seitwärtshandel hin. Sollte der Preis für eine Weile über 92 $ bleiben, bedeutet dies, dass die Käufer wieder das Ruder übernehmen und die Preise möglicherweise auf 100 $ oder sogar in den Bereich zwischen 104 und 108 $ treiben werden.

Auf der Abwärtsseite stellt die Marke von 87,2 $ die erste wichtige Unterstützung dar. Ein Durchbruch unter diese Marke würde die 84 $-Marke, das jüngste Kapitulationstief, freilegen, gefolgt von der steigenden 200 EMA bei 80,7 $.

Wie bereits erwähnt, war WTI in einen krisenbedingten Ausbruch eingetreten, als die Preise den oberen Bereich verlassen hatten und die Störung in Hormuz eskalierte. Der Unterschied besteht nun darin, dass der Markt versucht festzustellen, wie viel von dieser Prämie bestehen bleiben soll. Solange Rohöl nicht aus der Spanne von 87 bis 92 $ ausbricht, wird das Band wahrscheinlich volatil, aber unentschlossen bleiben.

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