Ifo-Institut senkt Konjunkturprognose für Deutschland wegen Iran-Krieg

Ifo-Institut senkt Konjunkturprognose für Deutschland wegen Iran-Krieg
Ifo senkt Prognose

Die deutsche Konjunktur droht durch den anhaltenden Krieg im Iran zusätzlich ausgebremst zu werden, wie das ifo-Institut in München laut dem Artikel erklärt. Das Institut korrigierte seine Erwartung für das Wachstum nach unten und verweist auf den kurzfristigen Energiepreisanstieg als zentralen Belastungsfaktor. Laut ifo hängt die weitere Entwicklung entscheidend davon ab, wie lange der Konflikt andauert und wie stark die Energiepreise erhöht bleiben.

Höhepunkte

  • Das ifo-Institut senkt wegen des Iran-Kriegs seine BIP-Wachstumsprognose für Deutschland auf 0,8 Prozent 2024 und 1,2 Prozent 2025.
  • Ein anhaltend hoher fossiler Energiepreis könnte die Inflation laut ifo zeitweise auf knapp 3 Prozent treiben und das Wachstum auf 0,6 Prozent 2024 dämpfen.
  • ifo rechnet 2024 mit sinkender Erwerbstätigkeit und sieht erst 2025 wieder Jobzuwächse, getrieben von besserer Bau- und Industrieauftragslage sowie staatlichen Investitionen.

Prognosekorrektur und Energieschock

Das ifo-Institut war zuvor von einer langsamen Erholung ausgegangen und wollte die im Herbst gesetzte Prognose eigentlich anheben. Ifo-Konjunkturchef Prof. Timo Wollmershäuser bestätigte laut Artikel der BILD, dass zwischenzeitlich sogar bis zu 1 Prozent Wachstum möglich erschienen. Nun rechnen die Ökonomen wegen des Konflikts mit 0,8 Prozent Wachstum in diesem Jahr und 1,2 Prozent im kommenden Jahr. Als unmittelbaren Effekt nennt das Institut, dass der kurzfristige Anstieg der Energiepreise das Wachstum um 0,2 Prozentpunkte dämpft.

Risikoszenario: Höhere Inflation, schwächeres Wachstum

Bei einem länger anhaltend hohen Preisniveau für fossile Energie sieht das ifo-Institut zusätzliche Belastungen. In diesem Szenario könnte die Inflation in der Spitze laut Wollmershäuser auf knapp 3 Prozent steigen. Das würde das Wachstum demnach um weitere 0,2 Prozentpunkte auf 0,6 Prozent in diesem Jahr und um 0,4 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent im kommenden Jahr bremsen. Damit würde sich die konjunkturelle Erholung deutlich verlangsamen, sofern sich der Energieschock verfestigt.

Arbeitsmarkt und Rolle staatlicher Ausgaben

Der Artikel verweist darauf, dass auch der Arbeitsmarkt vom Iran-Krieg beeinflusst wird. Laut ifo soll die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Jahr noch einmal sinken, erst im kommenden Jahr werde wieder mit mehr Jobs gerechnet. Der Zeitpunkt einer Trendwende hänge dabei von der Dauer der kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost und den damit verbundenen Unsicherheiten ab, so Wollmershäuser. Zugleich sieht das Institut Hinweise, dass Ende 2025 ein Erholungskurs eingesetzt hat, unter anderem gestützt durch eine bessere Auftragslage im Baugewerbe und in der Industrie. Ungeachtet des Energiepreisschocks könne sich die Erholung in diesem Jahr fortsetzen, weil staatliche Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung ausgeweitet würden und zunehmend die Nachfrage stützten.

Wir berichteten zuvor über die Freigabe strategischer Ölreserven als Reaktion auf die durch den Iran-Krieg ausgelösten Verwerfungen an den Energiemärkten. Dabei ging es um die geplante koordinierte Abstimmung zur Stabilisierung der Versorgung sowie um zusätzliche nationale Maßnahmen wie eine mögliche Begrenzung von täglichen Sprit-Preiserhöhungen. Diese Entwicklungen bilden den Hintergrund für die aktuellen ifo-Prognosekorrekturen, die den Energiepreisschock nun direkt in Wachstum und Inflation einpreisen.

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