Volkswagen plant weiteren Kapazitätsabbau in globaler Produktion
Der Autobauer reagiert auf anhaltend schwächere Nachfrage und richtet seine Fertigung auf ein niedrigeres Marktniveau aus. Neben bereits gekürzten Volumina in China sollen vor allem bei Volkswagen und Audi in Europa die Kapazitäten bis 2028 weiter sinken.
Höhepunkte
- Volkswagen prüft den Abbau von bis zu einer weiteren Million Fahrzeugen an Produktionskapazität, um die Gesamtkapazitäten nachhaltig auf neun Millionen pro Jahr zu senken.
- Seit der Corona-Krise liegt der Absatz bei rund neun Millionen Autos jährlich, deutlich unter den elf Millionen Fahrzeugen von 2019, was Kostendruck erhöht.
- Konzernweit sollen bis 2030 insgesamt 50.000 Arbeitsplätze wegfallen, einschließlich 35.000 Stellen in Deutschland, während Umstrukturierungen besonders Volkswagen, Audi und Porsche betreffen.
Umbau der Fertigung bis 2028
Wie das Manager Magazin berichtet, prüft Volkswagen den Abbau von bis zu einer weiteren Million Fahrzeugen an Produktionskapazität, um die globale Marktlage abzubilden. Konzernchef Oliver Blume sagt dem Magazin, der Konzern beschäftige sich derzeit mit diesem zusätzlichen Einsparpotenzial.In China hat Volkswagen die Produktion bereits um eine Million Fahrzeuge pro Jahr reduziert. In Europa soll der Umbau fortgesetzt werden, vor allem bei den Marken Volkswagen und Audi, wo die Produktionskapazitäten bis 2028 um eine weitere Million Autos pro Jahr sinken sollen.
Blume beziffert das Ziel auf eine Verringerung der investierten Gesamtkapazitäten von mehr als zwölf Millionen auf nachhaltig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Zugleich verweist er auf Fortschritte bei der Senkung der Fabrikkosten, betont aber, dass weiterhin zu hohe Kapazitäten den Konzern finanziell belasten.
Absatzschwäche erhöht Druck auf Kosten und Struktur
Hintergrund des Programms sind nachlassende Verkäufe seit der Corona-Krise. Der Absatz liegt seither bei rund neun Millionen Autos jährlich und damit klar unter dem Niveau von elf Millionen Fahrzeugen im Boomjahr 2019.Bereits Ende 2024 einigte sich Volkswagen mit dem Betriebsrat auf den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland. Konzernweit sollen bis 2030 insgesamt 50.000 Arbeitsplätze wegfallen, der Umbau betrifft damit auch Marken wie Audi und Porsche.
In den U.S. arbeitet Volkswagen zugleich an seiner künftigen Aufstellung mit der neuen Marke Scout. Blume zeigt sich für Partner offen, um Risiken zu begrenzen, während in South Carolina ein neues Werk entsteht und zugleich über einen möglichen Börsengang spekuliert wird.
In unserem früheren Artikel zur Mercedes-Benz-Aktie (MBG) haben wir erläutert, wie schwächere Verkäufe in China und die gesenkte Dividende die Stimmung rund um den Konzern belasten. Trotz grundsätzlich stabiler Fundamentaldaten und wachsendem E‑Auto-Segment stand die Aktie laut der Analyse unter technischem Abwärtsdruck, weil wichtige Widerstände nicht zurückerobert wurden.
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