Rheinmetall baut Personal aus, Rüstungsboom federt Auto-Krise nur begrenzt ab

Rheinmetall baut Personal aus, Rüstungsboom federt Auto-Krise nur begrenzt ab
Rheinmetall plant neue Jobs

Deutschlands Rüstungsindustrie wächst stark, während die Autohersteller unter Druck stehen und Beschäftigte um ihre Stellen bangen. Rheinmetall plant bis 2030 zehntausende zusätzliche Jobs und verzeichnet zugleich eine sehr hohe Zahl an Bewerbungen.

Höhepunkte

  • Rheinmetall erwartet für 2024 ein Umsatzplus von 40 Prozent auf 14 bis 15 Milliarden Euro und gut gefüllte Auftragsbücher bis 2030.
  • Bis 2030 plant Rheinmetall, 25.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen, mit einem gesamten Beschäftigungspotenzial von 280.000 Stellen inklusive Lieferkette.
  • Ökonom Martin Gornig betont, dass das erwartete Rüstungswachstum den Auto-Sektor volkswirtschaftlich nicht ersetzen kann und kein neues Wirtschaftswunder auslöst.

Stellenaufbau und Zuliefernetz bis 2030

BILD.de berichtet, dass Rheinmetall in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 40 Prozent auf 14 bis 15 Milliarden Euro rechnet und seine Auftragsbücher auch für die kommenden Jahre gut gefüllt sind. Konzernchef Armin Papperger erwartet nach eigener Darstellung erst zwischen 2035 und 2040 eine leichte Abschwächung des Wachstums, sofern es bis dahin keine militärische Auseinandersetzung in Deutschland gibt.

Um die erwarteten Aufträge abzuarbeiten, will Rheinmetall bis 2030 weitere 25.000 Arbeitsplätze schaffen. Der Konzern beschäftigt derzeit 44.000 Menschen, weltweit gingen im vergangenen Jahr laut Papperger 350.000 Bewerbungen ein, davon 250.000 in Deutschland.

Schon heute ist ein großer Teil der Lieferkette mit der Autoindustrie verbunden. Rheinmetall arbeitet nach diesen Angaben mit rund 11.500 deutschen Zulieferern zusammen, etwa 4.500 davon stammen aus dem Automobilsektor. Papperger beziffert das Beschäftigungspotenzial bis 2030 auf 70.000 Stellen im Konzern und zusammen mit 210.000 Jobs in der Lieferkette auf insgesamt 280.000 Arbeitsplätze.

Grenzen als Ersatz für die Autoindustrie

Der Aufschwung der Rüstungsunternehmen bietet damit einzelnen Beschäftigten aus der Autoindustrie neue Perspektiven, ersetzt die Bedeutung der Branche für die deutsche Wirtschaft aber voraussichtlich nicht. Die Autobauer stehen weiterhin für rund fünf Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung, eine Größenordnung, die der Rüstungssektor nach Einschätzung im Text auf absehbare Zeit nicht erreicht.

Der vom Text zitierte Ökonom Martin Gornig vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sieht deshalb kein neues Wirtschaftswunder durch Drohnen und Raketensysteme. Rüstung sei für die Konzerne ein wachsendes Zusatzgeschäft und könne die Gewinnentwicklung stützen, sei jedoch kein Ersatz für die Autoindustrie.

In unserem früheren Beitrag zur BMW-Aktie haben wir die damalige technische Lage des Titels zusammengefasst: kurzfristig leichte Stärke, insgesamt aber ein seitwärts bis abwärts gerichtetes Bild mit zentralen Marken um 78,50–82,50 €. Zudem wurde betont, dass ohne klare positive Impulse der Widerstand oberhalb von 82,50 € schwer zu überwinden bleibt und das Abwärtsrisiko bei einem Bruch der Unterstützung zunimmt. Das ordnet die Lage in der Autoindustrie auch aus Marktsicht ein – ein Umfeld, aus dem heraus andere Branchen wie die Rüstungsindustrie aktuell als alternative Job- und Wachstumspole diskutiert werden.

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