Bahlsen und Lindt senken Preise im Süßwarengeschäft

Bahlsen und Lindt senken Preise im Süßwarengeschäft
Bahlsen & Lindt senken Preise

Nach dem starken Anstieg der Kakao- und Schokoladenkosten kommen ausgewählte Süßwaren im Handel wieder günstiger auf den Markt. Die Preissenkungen betreffen Produkte von Bahlsen und Lindt & Sprüngli, nachdem sich die Rohstoffpreise zuletzt stabilisiert haben und frühere Erhöhungen auf die Nachfrage gedrückt haben.

Höhepunkte

  • Bahlsen und Lindt & Sprüngli senken im Einzelhandel Preise ausgewählter Produkte wie Lindt-Classics-Tafeln von 2,69 auf 2,19 Euro und Weihnachtsmann von 8,99 auf 7,99 Euro.
  • Bahlsen erzielt 2024 einen Umsatzanstieg auf 644,6 Millionen Euro und steigert den Gewinn auf 63,6 Millionen Euro nach 40,5 Millionen Euro im Vorjahr.
  • Lindt & Sprüngli reduziert Preise nach einem Absatzrückgang von 6,6 Prozent im Vorjahr, ausgelöst durch vorangegangene Preiserhöhungen und volatile Kakaopreise bis knapp 12.000 U.S.-Dollar je Tonne.

Preisanpassungen nach Rohstoffentlastung

Wie BILD.de berichtet, senkt Bahlsen bei ausgewählten Produkten die Preise für den Handel, sodass sich dies auch in den Supermarktregalen bemerkbar machen soll. Konzernchef Alexander Kühnen begründet den Schritt damit, dass das Unternehmen wegen der zuvor stark gestiegenen Schokoladenpreise seine Preise anheben musste, da der Schokoladenanteil im Sortiment höher sei als bei Wettbewerbern.

Nach Angaben von Kühnen haben sich die Preise inzwischen stabilisiert, weshalb eher über Senkungen als über weitere Erhöhungen nachgedacht wird. Welche konkreten Produkte betroffen sind, nennt Bahlsen bislang nicht.

Auch Lindt & Sprüngli reduziert im Einzelhandel die Preise für ausgewählte Artikel. Dazu zählen 100-Gramm-Tafeln der Reihe „Classics“, deren unverbindliche Preisempfehlung von 2,69 auf 2,19 Euro sinkt, sowie der 200-Gramm-Weihnachtsmann, der zum nächsten Weihnachtsfest 7,99 statt 8,99 Euro kosten soll; weitere Anpassungen werden geprüft.

Absatzdruck und Ergebnisentwicklung

Bahlsen hat seine Geschäftszahlen zuletzt verbessert. Der Umsatz der Gruppe steigt 2024 auf 644,6 Millionen Euro, nach 607,9 Millionen Euro im Vorjahr und 539,9 Millionen Euro 2022; der Gewinn liegt bei 63,6 Millionen Euro, nach 40,5 Millionen Euro 2023, nachdem 2022 noch ein Verlust von 1,8 Millionen Euro ausgewiesen wurde.

Bei Lindt steht die Preissenkung auch im Zusammenhang mit einem Absatzrückgang. Nach früheren Preiserhöhungen sinkt der Absatz im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent.

Hintergrund der Entwicklung sind die extremen Bewegungen am Kakaomarkt zwischen 2023 und Anfang 2025. Wegen Ernteausfällen in Westafrika durch Extremwetter, Krankheiten und überalterte Plantagen entsteht bei stabiler Nachfrage ein deutliches Angebotsdefizit; im Frühjahr 2024 erreicht der Kakaopreis zeitweise knapp 12.000 U.S.-Dollar je Tonne, umgerechnet rund 11.000 Euro.

Ölpreise auf dem höchsten Stand seit 2022 standen im Mittelpunkt unseres früheren Beitrags, als Brent zeitweise über 120 US-Dollar je Barrel kletterte. Wir ordneten ein, wie geopolitische Spannungen rund um eine mögliche Verlängerung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen und die Straße von Hormus sowie der Austritt der VAE aus der OPEC den Markt zusätzlich verunsichern. Außerdem beleuchteten wir die Risiken, dass anhaltend hohe Energiepreise Inflation und Konjunktur weltweit belasten können.

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