Commerzbank verschärft Stellenabbau und hebt Gewinnziele bis 2030 an
Im Abwehrkampf gegen den Übernahmedruck der UniCredit verschärft die Commerzbank ihren Sparkurs und plant bis 2030 konzernweit rund 3.000 weitere Vollzeitstellen zu streichen. Zugleich stellt das Institut höhere Gewinnziele in Aussicht und will parallel in Wachstums- und Zukunftsbereichen neue Jobs schaffen.
Höhepunkte
- Commerzbank plant bis 2030 zusätzlich zum bisherigen Sparkurs den Abbau von rund 3.000 weiteren Vollzeitstellen bei gleichzeitigem Stellenaufbau in Wachstumsfeldern.
- Das operative Ergebnis für Q1 2026 steigt auf 1,36 Milliarden Euro, der Überschuss auf 913 Millionen Euro, jeweils etwa zehn Prozent über Vorjahr und Analystenerwartungen.
- Die angehobenen Gewinnziele sehen einen Überschuss von mindestens 3,4 Milliarden Euro für 2026, 4,6 Milliarden Euro für 2028 und 5,9 Milliarden Euro für 2030 vor.
Strategieupdate mit zusätzlichen Einschnitten
Wie BILD.de berichtet, teilt die Commerzbank mit, dass zusätzlich zu bereits angekündigten Einsparungen bis 2030 rund 3.000 weitere Vollzeitstellen wegfallen sollen. Ende 2025 beschäftigt das Frankfurter Institut weltweit 39.867 Vollzeitkräfte, während zugleich in Wachstums- und Zukunftsfeldern neue Stellen entstehen sollen.Bereits im Februar 2025 kündigt die Bank den Abbau von 3.900 Vollzeitstellen bis Ende 2027 an, vor allem in Deutschland. Gleichzeitig plant sie damals, insbesondere im Ausland neue Arbeitsplätze aufzubauen, etwa bei der polnischen Tochter mBank und an Standorten in Asien.
Im ersten Quartal 2026 verbessert die Commerzbank ihr operatives Ergebnis auf rund 1,36 Milliarden Euro und erzielt einen Überschuss von 913 Millionen Euro. Damit übertrifft das Geldhaus sowohl das Vorjahresquartal um jeweils etwa zehn Prozent als auch die Erwartungen von Analysten.
Für 2026 rechnet die Bank nach der überarbeiteten Strategie nun mit einem Überschuss von mindestens 3,4 Milliarden Euro, 200 Millionen Euro mehr als bislang geplant. Bis 2028 soll das Ergebnis auf 4,6 Milliarden Euro steigen, bis 2030 auf 5,9 Milliarden Euro.
Übernahmedruck prägt den Bankensektor
Der verschärfte Sparkurs steht im Zusammenhang mit dem Ringen um die künftige Eigenständigkeit der Commerzbank. Vorstandschefin Bettina Orlopp erklärt, die Bank sei mit Ergebnissen auf Rekordniveau ins Jahr gestartet, und sieht darin einen Beleg dafür, dass die Strategie mehr Potenzial habe als zunächst erwartet.UniCredit-Chef Andrea Orcel kritisiert die operative Entwicklung der Commerzbank zuletzt öffentlich als seit Jahren unterdurchschnittlich und warnt ohne Neuausrichtung vor Risiken für das mittelfristige Überleben des Instituts. UniCredit kontrolliert nach jüngsten Angaben knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile und will sich in den kommenden Wochen über ein Tauschangebot weitere Anteile sichern.
Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank wehren sich seit Monaten gegen das aus ihrer Sicht feindliche Vorgehen von UniCredit. Auch die Bundesregierung lehnt eine feindliche Übernahme ab; der Bund hält nach der Rettung des Instituts in der Finanzkrise 2008/2009 noch gut 12 Prozent an dem Dax-Konzern.
In unserem früheren Beitrag zur US-Banklizenz von UBS haben wir erläutert, dass die Bank mit der nationalen Lizenz ihren regulatorischen Zugang in den USA ausbaut und damit die Basis für weiteres Wachstum legt. Gleichzeitig betonte CEO Sergio Ermotti die Vorbereitung auf mögliche Verschärfungen der Schweizer Kapitalanforderungen und die Notwendigkeit operativer Flexibilität. Auch die technische Lage der UBS-Aktie wurde als robust beschrieben, allerdings mit kurzfristig überkauften Signalen und einem erwarteten Volatilitätskorridor.
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