Im Ringen um Deutschlands zweitgrößte Privatbank eskaliert der Konflikt zwischen Commerzbank und UniCredit weiter. Die italienische Bank stellt eine stärkere Einflussnahme auf den Aufsichtsrat in Aussicht und erhöht damit den Druck auf Vorstandschefin Bettina Orlopp.
Höhepunkte
- UniCredit behauptet, 38,6 Prozent der Commerzbank zu kontrollieren und könnte diesen Anteil über Optionen auf 41,8 Prozent ausbauen.
- UniCredit schaltet Bafin ein und wirft der Commerzbank vor, Aktionäre mit irreführenden Informationen von einer Übernahme abzuhalten.
- UniCredit droht, bei ausreichender Aktionärsunterstützung sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat bestimmen und so den Vorstand kontrollieren zu können.
Streit um Aktienanteile und Kontrolle
Wie BILD.de berichtet, weist UniCredit Vorwürfe der Commerzbank zurück, wonach Aktionäre knapp zwölf Prozent ihrer Anteile trotz aus ihrer Sicht unattraktiver Konditionen an die Mailänder Bank angedient haben. Die Commerzbank führt dies nach eigener Darstellung auf Verbindungen dieser Investoren über Derivate mit UniCredit zurück.UniCredit erklärt dagegen, sie kontrolliere mit ihrem bestehenden Anteil von 26,8 Prozent inzwischen 38,6 Prozent der Commerzbank. Über Optionen könne dieser Anteil nach Angaben der Bank auf 41,8 Prozent steigen, zugleich bezeichnet UniCredit Behauptungen über eine niedrigere Zahl eingelieferter Aktien als falsch und unbegründet.
Zusätzlich wirft die italienische Bank der Commerzbank vor, Aktionäre mit unzutreffenden und irreführenden Informationen von den Vorteilen einer Übernahme abzulenken. In diesem Zusammenhang hat UniCredit nach dem Bericht auch die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, nachdem die Commerzbank ihrerseits prüfen lassen will, ob es Absprachen zwischen UniCredit und deren Derivate-Partnern gibt.
Druck auf Führung und weitere Verhandlungen
Besondere Brisanz erhält der Konflikt durch eine neue Aussage von UniCredit zur möglichen Besetzung des Aufsichtsrats. Sollte die Bank auf der Hauptversammlung genügend Unterstützung der Aktionäre erhalten, könnte sie nach eigener Darstellung sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat wählen lassen, der wiederum für die Bestellung des Vorstands zuständig ist.Für die Commerzbank-Spitze bedeutet das eine direkte Drohung im laufenden Übernahmekampf. Orlopp bezeichnet diese Perspektive als bemerkenswert, weil sie noch mehr Unruhe stifte, signalisiert aber zugleich weiter Gesprächsbereitschaft, sofern den Aktionären eine attraktive Übernahmeprämie geboten wird.
In unserem früheren Beitrag zur Ausweitung des Eurex-Angebots auf der NinjaTrader-Plattform haben wir erläutert, wie europäische Händler in der EU und im EWR nun einfacher Zugang zu wichtigen Benchmark-Derivaten wie DAX-, EURO STOXX 50- und Euro-BUND-Futures erhalten. Wir haben dabei auch den strategischen Hintergrund der Partnerschaft zwischen der Deutsche Börse Group und Kraken eingeordnet, die den Handel über traditionelle und digitale Anlageklassen stärker verzahnen soll.
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