Iran-Krieg erhöht Druck auf europäische Unternehmensanleihen
Die Deutsche Bank wird bei europäischen Unternehmensanleihen vorsichtiger und warnt davor, dass die Nachbeben des Iran-Krieges die Credit Spreads bis zum Jahresende ausweiten könnten. Die Strategen der Bank bevorzugen nun US-Dollar-Kredite gegenüber auf Euro lautenden Unternehmensanleihen und argumentieren, dass Europa direkter und schneller von Inflation, Versandkosten und Lieferkettenproblemen getroffen wird.
Höhepunkte
- Die Deutsche Bank bevorzugt nun US-Dollar-Kredite gegenüber Euro-Unternehmensanleihen.
- Die Spreads für Euro-Investment-Grade werden bis zum Jahresende voraussichtlich auf 95 Basispunkte steigen.
- Europäische High-Yield-Spreads könnten sich auf 345 Basispunkte ausweiten.
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Kreditstrategen unter der Leitung von Steve Caprio haben Euro-Kredite in den globalen Allokationen gegenüber US-Dollar-Krediten auf „Underweight“ herabgestuft, so Bloomberg. Diese Verschiebung spiegelt die Ansicht wider, dass der Iran-Konflikt nicht mehr nur ein Energiethema ist, sondern ein breiterer Belastungsfaktor für die Unternehmensbilanzen, insbesondere in Europa. Eine separate Notiz der Deutschen Bank warnte zuvor, dass die Märkte den Konflikt über Aktien, Zinsen und Kredite hinweg inkonsistent einpreisen, wobei die Credit Spreads trotz schwächerer Wachstumserwartungen und eines neuen Energieschocks weiterhin eng bleiben.
Europa steht vor einem schärferen Druck
Die Deutsche Bank erwartet, dass sich die Spreads für Euro-Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating bis zum Jahresende um fast 20 Basispunkte auf 95 Basispunkte ausweiten werden. Bei europäischen High-Yield-Anleihen sieht die Bank eine Ausweitung der Spreads um 77 Basispunkte auf 345 Basispunkte.
Die Belastungspunkte sind bekannt, aber schwerer zu verkraften als im Jahr 2022. Die Energiekosten bleiben erhöht, die Schifffahrt ist weiterhin anfällig für Störungen im Nahen Osten, und Engpässe bei Speicherchips könnten zyklische Sektoren treffen. Die Unsicherheit bei den Zöllen sorgt für zusätzliche Belastung. Die europäischen Hersteller bewältigten den Energieschock von 2022 mit Hilfe eines starken Arbeitsmarktes nach der Pandemie und einer akkommodierenden Europäischen Zentralbank, aber die Deutsche Bank argumentiert, dass diese Unterstützungen nicht mehr vorhanden sind.
Besonders besorgt ist die Bank über Kreditnehmer mit schwächerem Rating. Auf dem europäischen Sub-Investment-Grade-Markt stehen Unternehmen mit Single-B-Rating in den nächsten zwei bis drei Jahren vor Anleihe- und Kreditfälligkeiten, die über dem historischen Durchschnitt liegen. Wenn die Gesamtkosten für die Finanzierung um nur einen halben Prozentpunkt steigen, könnten laut den Strategen 44 % dieser Firmen in einen negativen freien Cashflow rutschen.
US-Kredite wirken widerstandsfähiger
Der US-Markt ist nicht risikofrei, aber die Deutsche Bank sieht den Druck dort als weniger unmittelbar an. Für US-Investment-Grade-Anleihen erwartet die Bank eine Ausweitung der Spreads um 10 Basispunkte auf 82 Basispunkte bis zum Jahresende. Bei US-High-Yield-Spreads wird ein Anstieg um 39 Basispunkte erwartet.
Ein Teil des Unterschieds liegt im KI-Handel. Die Deutsche Bank sieht bei US-Krediten sowohl Risiken als auch Unterstützung durch Künstliche Intelligenz, sagt aber, dass die positiven Kräfte stärker als erwartet sind. Dies steht im Gegensatz zu Europa, wo die Unternehmen stärker von Energiekosten, einer Schwäche im verarbeitenden Gewerbe und Handelskonflikten betroffen sind.
Kreditmärkte preisen eine fragile Ruhe ein
Die USA und der Iran haben einen Rahmen vereinbart, um den Waffenstillstand um 60 Tage zu verlängern und die Straße von Hormus wieder zu öffnen; eine formelle Unterzeichnung wird am Freitag in der Schweiz erwartet. Über die Meerenge wurden vor dem Krieg etwa 20 % des weltweiten Erdöls und LNG abgewickelt, aber eine vollständige Rückkehr zur normalen Schifffahrt könnte Zeit in Anspruch nehmen, da Minenräumung, Infrastrukturreparaturen und Sicherheitsgarantien noch ungeklärt sind.
Für Kreditinvestoren bedeutet dies, dass die Erleichterung über den Deal möglicherweise nicht ausreicht. Wenn Verzögerungen in der Schifffahrt, Energiekosten oder die Inflation anhalten, könnten die engen Spreads in Europa schnell schwerer zu verteidigen sein.
Zusätzlich schrieben wir, dass die globalen Anleiheverkäufe steigen, da die Verteidigungsausgaben und der Refinanzierungsbedarf wachsen.
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