ByteDance sucht angesichts von US-Beschränkungen nach chinesischen KI-Chips
ByteDance führt Gespräche über den Kauf von Chips für künstliche Intelligenz von Chinas Iluvatar CoreX – ein Zeichen dafür, dass inländische Halbleiterlieferanten an Boden gewinnen, da US-Exportkontrollen den Zugang zu Nvidia-Hardware einschränken. Die Diskussionen zeigen auch, wie schnell Chinas größte Internetunternehmen ihre KI-Infrastrukturpläne auf lokal hergestellte Chips umstellen.
Höhepunkte
- ByteDance führt Gespräche über den Kauf von KI-Chips von Iluvatar CoreX.
- Das Unternehmen erwägt auch Kunlunxin-Chips von Baidu.
- Iluvatar könnte der dritte große inländische GPU-Lieferant von ByteDance werden.
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Die TikTok-Muttergesellschaft erwägt den Kauf von Iluvatar CoreX-Chips für Inference-Workloads und prüft laut Reuters auch einen ähnlichen Deal mit Baidus Chip-Einheit Kunlunxin. Falls der Deal zustande kommt, würde Iluvatar CoreX nach Huawei und Cambricon zum dritten großen inländischen GPU-Lieferanten von ByteDance werden.
Inländische Lieferanten gewinnen an Bedeutung
Das Interesse von ByteDance an Iluvatar CoreX spiegelt einen breiteren Wandel auf dem chinesischen KI-Hardwaremarkt wider. Peking hat Technologieunternehmen dazu gedrängt, lokal entwickelte Chips zu verwenden, da Washington den Export fortschrittlicher Prozessoren einschränkt, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen verwendet werden.
Chinesische GPU- und KI-Chiphersteller eroberten im vergangenen Jahr fast 41 % des chinesischen Marktes für KI-Beschleuniger-Server. Die Position von Nvidia in China hat sich drastisch abgeschwächt, wobei CEO Jensen Huang erklärte, dass der Marktanteil des Unternehmens im Land faktisch auf Null gesunken sei.
Der potenzielle Iluvatar-Deal konzentriert sich hauptsächlich auf Inference, also den Prozess der Ausführung von KI-Modellen zur Beantwortung von Nutzeranfragen. Dies unterscheidet sich vom Training, das in der Regel die leistungsstärksten Chips erfordert. Für ByteDance wird die Inference-Kapazität immer wichtiger, da das Unternehmen Doubao, seinen Flaggschiff-KI-Chatbot, ausbaut und andere KI-Produkte in seinem gesamten Geschäftsbereich unterstützt.
Iluvatar strebt kommerziellen Durchbruch an
Es wird erwartet, dass Iluvatar CoreX in diesem Jahr mindestens 50.000 Chips an ByteDance liefern wird, falls der Deal zustande kommt, wobei die meisten für Inference-Aufgaben vorgesehen sind. Die Vereinbarung würde einen wichtigen kommerziellen Meilenstein für das in Shanghai ansässige Startup markieren, das bisher hauptsächlich staatliche Beschaffungsprojekte beliefert hat.
Das Unternehmen ging im Januar in Hongkong an die Börse und meldete für 2025 einen Umsatz von 1 Milliarde Yuan (etwa 148 Millionen US-Dollar), wobei rund 90 % aus GPU-Verkäufen stammten. Die Tiangai-Serie ist für das KI-Training konzipiert, während die Zhikai-Serie auf Inference-Aufgaben abzielt. Eine Notiz von Huatai Securities schätzte, dass der Umsatz von Iluvatar CoreX in diesem Jahr auf 3,04 Milliarden Yuan steigen könnte, während die Gesamtauslieferungen um 139 % auf mehr als 100.000 Chips zunehmen könnten.
Anleger reagierten schnell auf den Bericht. Die Aktien von Iluvatar CoreX stiegen in Hongkong nach den Nachrichten über die ByteDance-Gespräche um 12 %, was die Erwartung widerspiegelt, dass ein großer kommerzieller Auftrag die Position des Unternehmens auf dem chinesischen KI-Chipmarkt validieren könnte.
Chinas KI-Lieferkette verlagert sich nach innen
Die Gespräche mit ByteDance sind von Bedeutung, da sie zeigen, dass Chinas inländisches Chip-Ökosystem über die politische Unterstützung hinaus in die großflächige kommerzielle Anwendung übergeht. Ein Deal mit einem der größten Käufer von KI-Infrastruktur in China würde Iluvatar CoreX helfen zu beweisen, dass seine Chips nicht nur für staatliche Projekte, sondern auch für große Kunden aus dem Privatsektor geeignet sind.
Für ByteDance ist die Wahl teils strategisch, teils praktisch. Da der Zugang zu Nvidia-Chips immer unzuverlässiger wird, benötigt das Unternehmen alternative Lieferanten, um Doubao und andere KI-Dienste zu unterstützen.
Wir haben auch berichtet, dass Anthropic-Sperren OpenAI, Google und Meta in Alarmbereitschaft versetzen.
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