Mercedes-Benz baut Verteidigungsgeschäft bei Militärfahrzeugen aus

Mercedes-Benz baut Verteidigungsgeschäft bei Militärfahrzeugen aus
Mercedes baut Militärgeschäft aus

Der Stuttgarter Autobauer richtet einen Teil seines Fahrzeuggeschäfts stärker auf den Verteidigungsmarkt aus, während die Nachfrage nach militärischer Logistik in Europa steigt. Im Fokus stehen Großaufträge für Transport- und Geländefahrzeuge, die mit Partnern auch für militärische Anforderungen angepasst werden können.

Höhepunkte

  • Mercedes-Benz expandiert gezielt ins Militärfahrzeuggeschäft und bietet logistische sowie taktische Modelle wie G-Klasse, Unimog, Sprinter und Zetros an.
  • Ein aktueller Großauftrag betrifft Frankreichs Bestellung über 7.000 Zetros-Lastwagen; Partnerschaft mit Quantum Systems vernetzt Lkw mit Drohnenschwärmen.
  • Mercedes-Benz bleibt offiziell Zivilfahrzeughersteller, sieht Militärfahrzeuge als strategisches Entwicklungsfeld, wobei Aufrüstung über Partner wie bei Arocs-6x6 erfolgt.

Ausbau des Angebots für Militärlogistik

Wie BILD.de berichtet, plant Mercedes-Benz eine gezielte Expansion im militärischen Sektor und konzentriert sich dabei auf logistische sowie taktische Transportfahrzeuge.

Genannt werden Modelle vom Geländewagen G-Klasse, bei der Bundeswehr als „Wolf“ bekannt, über den Unimog und den Sprinter bis hin zu schweren Lastwagen. Konzernchef Ola Källenius sagte dem Wall Street Journal, Mercedes sei für ein stärkeres Engagement in diesem Bereich bereit.

Zu den jüngsten Aufträgen zählt laut Text eine Bestellung aus Frankreich über 7.000 Zetros-Lastwagen. Zudem hat Mercedes dem Bericht zufolge mit dem deutschen Drohnenhersteller Quantum Systems eine Partnerschaft geschlossen, um Lastwagen mit Drohnenschwärmen zu vernetzen.

Auch die Bundeswehr hat bereits Hunderte Arocs-6x6-Lastwagen für Logistikaufgaben bestellt, Litauen ebenfalls. Beim Sprinter sieht Mercedes demnach Potenzial als Truppentransporter hinter den Linien, wobei Panzerung oder militärische Ausrüstung über Partner integriert werden könnten.

Abgrenzung zum klassischen Rüstungskonzern

Ein Sprecher von Mercedes-Benz erklärte, das Unternehmen entwickle und produziere grundsätzlich zivile Fahrzeuge. Die Aktivitäten im Sicherheits- und Verteidigungsbereich seien jedoch ein strategisches Entwicklungsfeld, das aktiv und in Kooperation mit Partnern weiter gestaltet werde.

Mercedes betont zugleich, kein Rüstungskonzern werden zu wollen. In den eigenen Werken würden weder Panzer noch Geschütze oder Munition gefertigt, die militärische Aufrüstung der Fahrzeuge erfolge bei Partnerunternehmen. Bereits heute seien Mercedes-Militärlastwagen in mehr als 20 Ländern im Einsatz.

Der Vorstoß steht in einem breiteren Branchenkontext. Laut dem Bericht suchen auch andere Rüstungsunternehmen den Zugang zur deutschen Autoindustrie, darunter Rafael und KNDS, während BMW laut Branchenberichten über Lösungen für autonomes Fahren im Militärbereich verhandelt. Für Autobauer eröffnet das Geschäft höhere Stückzahlen, stabilere Kalkulationen und in Europa geringeren Wettbewerbsdruck aus China.

In unserem früheren Bericht über Mercedes-Benz’ strategische Offenheit für den Verteidigungssektor ging es darum, dass Konzernchef Ola Källenius ein Engagement im militärischen Bereich grundsätzlich für möglich hält – allerdings nur, wenn es wirtschaftlich tragfähig ist. Zudem wurde betont, dass es dabei eher um Nischenprodukte und einen vergleichsweise kleinen Anteil am Gesamtgeschäft geht, während auch andere Autobauer wegen der wachsenden Nachfrage ihre Aktivitäten im Verteidigungsmarkt prüfen oder ausbauen.

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