Goldman Sachs sieht den schnellsten Rückgang der Ölvorräte aller Zeiten

Goldman Sachs sieht den schnellsten Rückgang der Ölvorräte aller Zeiten
Goldman sieht einen Rekordrückgang der Ölvorräte

​Der globale Ölmarkt tritt in eine weitere Phase akuter Knappheit ein, obwohl die Preise weiterhin unter den Höchstständen während des Krieges liegen. Goldman Sachs erklärte, dass die Bestände an Rohöl und Erdölprodukten aufgrund des anhaltenden Krieges im Nahen Osten und eingeschränkter Lieferungen durch die Straße von Hormuz in Rekordtempo zurückgehen.

Höhepunkte

  • Goldman Sachs schätzt, dass die sichtbaren Ölvorräte im Mai um rekordverdächtige 8,7 Millionen Barrel pro Tag gesunken sind.
  • WTI-Rohöl wird bei etwa 98,89 $ gehandelt, ein Plus von 0,64 %.
  • Brent-Rohöl liegt bei etwa 105,59 $, ein Anstieg von 0,54 %.

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Die Vorräte sinken schneller als vom Markt erwartet

Laut Bloomberg teilte Goldman Sachs mit, dass die weltweiten Bestände an Rohöl und Erdölprodukten im Mai so schnell wie nie zuvor schrumpfen, da der Krieg im Nahen Osten andauert. Die Analysten der Bank, darunter Yulia Zhestkova Grigsby und Daan Struyven, erklärten, dass die sichtbaren Vorräte seit Monatsbeginn um 8,7 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen – fast doppelt so schnell wie im Durchschnitt seit Beginn des Konflikts.

Der Hauptgrund ist die Störung der Exporte durch die Straße von Hormuz. Goldman schätzt, dass die erwarteten Lieferungen über diese Route weiterhin extrem niedrig sind, bei etwa 5 % des Normalniveaus. Das verknappt den physischen Markt, selbst wenn einige Regierungen auf strategische Reserven zurückgreifen, um die Auswirkungen auf Verbraucher und Industrie abzufedern.

Preise steigen, bleiben aber unter dem Höchststand

Im aktuellen Marktüberblick wird WTI-Rohöl bei 98,89 $ pro Barrel gehandelt, ein Plus von 0,63 $ bzw. 0,64 %. Brent-Rohöl liegt bei 105,59 $, ein Anstieg um 0,57 $ bzw. 0,54 %. Das liegt deutlich unter dem Höchststand von über 126 $ für Brent während des Krieges, ist aber immer noch deutlich höher als zu Jahresbeginn.

Die Lage ist gemischt: Die Preise haben sich nach starken Schwankungen etwas stabilisiert, aber der physische Markt bleibt angespannt. Auch die US-Rohölvorräte gehen zurück, wobei die kommerziellen Bestände seit mehreren Wochen sinken und strategische Reserven angezapft werden.

Kraftstoff wird zum eigenen Risiko

Goldman erklärte, dass etwa zwei Drittel des Angebotsrückgangs im Mai auf einen Rückgang des „Öls auf See“ zurückzuführen sind, da die Exporte schneller sinken als die Importe. Besonders sensibel ist der Markt für Flugkraftstoff. Laut der Bank liegen die europäischen Importe von Flugbenzin etwa 60 % unter dem Durchschnitt von 2025.

Für die Weltwirtschaft bedeutet das teurere Logistik, Druck auf den Flugverkehr und das Risiko einer weiteren Inflationswelle. Die US-Reisesaison könnte zudem die Nachfrage nach Benzin, Diesel und Flugkraftstoff weiter ankurbeln. Deshalb bleibt der Markt auch bei Brent-Preisen nahe 105–106 $ anfällig: Sollte sich die Lage in Hormuz nicht normalisieren, werden die sinkenden Vorräte schnell nicht nur ein Handelsproblem, sondern auch ein Problem für die Verbraucher.

In einem früheren Bericht haben wir darauf hingewiesen, dass die Ölpreise fallen, nachdem Trump einen geplanten Angriff auf den Iran abgesagt hat.

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