Ölpreise fallen, nachdem Trump geplanten Angriff auf Iran abgesagt hat
Die Ölpreise gaben nach, nachdem Donald Trump erklärte, die Vereinigten Staaten hätten einen geplanten Angriff auf den Iran nach diplomatischen Signalen von Golf-Verbündeten verschoben. Der Markt wertete dies als vorübergehende Entspannung des Risikos, jedoch nicht als Ende der Krise rund um die Straße von Hormuz.
Höhepunkte
- Brent-Rohöl fiel auf 110,58 $, ein Minus von 1,51 %.
- WTI-Rohöl hielt sich bei etwa 103,47 $, ein Rückgang von 0,87 %.
- Trump sagte, er habe einen Angriff auf den Iran nach Bitten der Staatschefs von Katar, Saudi-Arabien und den VAE verschoben.
- Die Vereinigten Staaten halten die militärische Option offen, falls die Gespräche keine akzeptable Einigung bringen.
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Kriegsprämie lässt leicht nach
Zum Zeitpunkt des Schreibens notierte Brent bei etwa 110,58 $ pro Barrel, ein Minus von 1,51 %. WTI lag nahezu unverändert bei rund 103,47 $, ein Rückgang von 0,81 %.
Laut Bloomberg folgte der Rückgang auf einen starken Anstieg am Vortag, als Investoren das Risiko eines neuen Angriffs auf den Iran und weiterer Lieferunterbrechungen aus dem Persischen Golf einpreisten. Trump sagte, er habe den für Dienstag geplanten Militärschlag nach Bitten von Verbündeten aus Katar, Saudi-Arabien und den VAE abgesagt, die glauben, dass Verhandlungen noch zu einer Einigung führen könnten.
Trump erklärte außerdem, er habe das Militär angewiesen, für einen größeren Angriff bereit zu sein, falls keine akzeptable Einigung erzielt werde. Das bedeutet, dass der geopolitische Aufschlag auf die Ölpreise zwar nachgelassen, aber nicht verschwunden ist.
Geopolitischer Kontext
Die Lage in der Region bleibt äußerst angespannt. Eine US-Marineblockade hat Irans wichtigstes Ölexportterminal auf der Insel Kharg seit mindestens zehn Tagen lahmgelegt und Teherans Exporterlöse deutlich reduziert. Auch wenn keine unmittelbare Militäraktion erfolgte, sorgen wiederholte Drohungen aus Washington seit Wochen für einen Risikoaufschlag bei den Ölpreisen.
Analysten stellten fest, dass selbst verbale Eskalationen zu erheblichen Preisschwankungen am Ölmarkt führen können. Der Rückgang am Dienstag spiegelt eine vorübergehende Verringerung des geopolitischen Risikos nach Trumps Ankündigung wider.
Ölmarkt bleibt äußerst sensibel auf diplomatische Entwicklungen
Die Kursbewegungen am Dienstag zeigen, wie eng die Ölpreise an die Entwicklungen in den US-iranischen Beziehungen gekoppelt sind. Schon eine einzelne Stellungnahme aus dem Weißen Haus reichte aus, um den Aufwärtstrend des Vortags umzukehren – ein Beleg für die hohe Sensibilität des Marktes gegenüber geopolitischen Schlagzeilen.
Für die Weltwirtschaft bedeutet diese Volatilität eine zusätzliche Unsicherheitskomponente. Energieintensive Branchen und Verbraucher sehen sich weiterhin mit hohen Kosten konfrontiert, während Händler angespannt auf klarere Signale warten, ob die diplomatischen Bemühungen erfolgreich sein werden oder ob letztlich doch wieder militärische Maßnahmen drohen. Bis eine stabile Einigung erzielt ist, dürfte der Ölmarkt volatil und stark nachrichtengetrieben bleiben – sowohl aus Washington als auch aus Teheran.
Zuvor wurde berichtet, dass Iran eine Bitcoin-basierte Seeversicherung für die Straße von Hormuz eingeführt hat.
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